Am Morgen: About You, Covestro, Ölpreis und Konjunkturdaten im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

Bild und Copyright: Avigator Fortuner / shutterstock.com.

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29.09.2021 08:34 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Verbraucherstimmung ist laut einer Umfrage der GfK so gut wie seit fast anderthalb Jahren nicht mehr. Die Marktforscher prognostizieren in ihrem Konsumklimabarometer für Oktober einen Wert von 0,3 Punkten und somit 1,4 Zähler mehr als im September. Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang gerechnet. Zur Erholung des Konsumklimas tragen laut GfK aktuell steigende Einkommensaussichten, die anziehende Konsumneigung und die abnehmende Sparneigung bei. „Auch wenn das Konsumklima fast wieder sein Vorkrisenniveau erreicht hat, bleibt abzuwarten, ob von einer grundlegenden Trendwende gesprochen werden kann”, warnte GfK-Experte Bürkl zugleich.

Nach drei Wachstumsmonaten in Folge hat die Erholung der deutschen Konjunktur im August einen leichten Rückschlag erlitten. Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft sank um 0,3% zum Vormonat, wie das Stat. Bundesamt mitteilte. Dennoch liegt der Umsatz inzwischen um 12,9% über dem Vor-Corona-Niveau. Berechnet wird dieser Indikator auf Basis der Umsatzsteuer-Voranmeldungen aus den Bereichen Industrie, Bau, Handel, Dienstleister, Energie- und Wasserversorgung.

Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland sind in Q2 auf den höchsten Stand seit sechs Jahren gestiegen. Sie lagen um 7,2% höher als vor Jahresfrist und 3,3% höher als Anfang 2021, teilte das Stat. Bundesamt mit. Die Preise in der Seeund Küstenschifffahrt verdoppelten sich auf Jahressicht. Gründe seien die schnelle Erholung des chinesischen Produktionssektors, die Corona-bedingt längeren Entladezeiten bei Schiffen sowie der Stau leerer Container in den Häfen. In der Luftfahrt liegen die Preise weiter auf hohem Niveau, zogen mit +3,1% aber schwächer an als in den Vorquartalen. Zuletzt hatten die pandemiebedingten Einschränkungen im Flugverkehr und der dadurch reduzierte Frachtraum die Preise stark steigen lassen.

Rentenmarkt
Inflationssorgen und die damit verbundene Angst vor einer Straffung der Geldpolitik haben bei deutschen Bundesanleihen zu einer Fortsetzung der Kursverluste geführt. US-Treasuries erlitten erneut Einbußen. Die Rendite der 10-jährigen Bonds stieg mit 1,54% auf ein Drei-Monats-Hoch.

Aktienmarkt
Nach dem positiven Wochenstart ging es am Dienstag an den deutschen Börsen deutlich abwärts. Vor allem die Angst vor der drohenden Straffung der Geldpolitik und steigende Anleiherenditen bereiteten den Anlegern Kopfschmerzen. DAX -2,09%, MDAX -2,19%, TecDAX -2,89%. Die Diskussion um eine Anhebung der Schuldenobergrenze, der Zinsauftrieb und ein schwächeres Verbrauchervertrauen haben die US-Aktienmärkte belastet. Nur zwei Dow-Werte schafften es ins Plus, Technologieaktien waren die Verlierer. Dow Jones -1,63%, S&P-500 -2,04%, Nasdaq-Comp. -2,83%. Nikkei-225 zur Wochenmitte 2,06% tiefer bei 29.563 Punkten.

Unternehmen
Der Online-Modehändler About You hat in Q2 (31.08.) die Erlöse nach vorläufigen Zahlen zwischen +51,1 und +55,0% auf 390,0 bis 400,0 Mio. EUR steigern können. Der bereinigte Betriebsverlust (EBITDA) lag bei -11,0 bis -16,0 Mio. EUR, verglichen mit - 12,9 Mio. EUR vor einem Jahr. Für das GJ (28.02.) erhöht der Zalando-Konkurrent die Prognose und erwartet nun einen Umsatz zwischen 1,725 und 1,775 Mrd. EUR (+48 bis +52%; bisher: max. +50%). Das EBITDA wird wegen hoher Investitionen unverändert mit minus 70 Mio. EUR erwartet.

Bei Covestro läuft das Geschäft auch in Q3 gut. "Wir gehen davon aus, das dritte Quartal um das obere Ende der Prognose herum abzuschließen", sagte Vorstandschef Steilemann. Der Kunststoffhersteller hat für diesen Zeitraum ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 760 bis 860 Mio. EUR in Aussicht gestellt. An der –bereits zweimal erhöhten– Jahresprognose von 2,7 bis 3,1 (Vorjahr: 1,47) Mrd. EUR ändert Covestro vorerst nichts.

Devisen
Die eingetrübte Stimmung an den Aktienmärkten und die Aussicht auf eine Straffung der US-Geldpolitik haben dem US-$ einen Vorteil gegenüber dem Euro verschafft.

Öl / Gold
Die im lfd. Jahr vermutlich höher als erwartete Nachfrage bei gleichzeitiger Angebotsknappheit sorgte bei Öl zunächst für höhere Notierungen, die aber im Handelsverlauf wegen der schwachen Entwicklung an den Aktienmärkten aufgezehrt wurden. Der Abwärtstrend bei Gold hielt auch am Dienstag an. Steigende Renditen und ein festerer US-$ belasteten das gelbe Metall.

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Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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