Löst die Evergrande-Krise eine Schwächeperiode für den Renminbi aus? - Commerzbank

Bild und Copyright: Filipe Frazao / shutterstock.com.

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22.09.2021 09:11 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Krise um den Immobilienentwickler Evergrande und das sich abschwächende Wirtschaftswachstum haben bisher keine nennenswerten Spuren beim Renminbi-Kurs (CNY) hinterlassen. Allerdings hat der doch deutliche Zinsvorteil begonnen, sich zu verringern. Mit den zu erwartenden negativen Auswirkungen auf den Immobilienmarkt und die Bautätigkeit durch die Krise von Evergrande dürfte sich das Wachstum weiter abschwächen. Die chinesische Notenbank könnte daher ihre zögerliche Haltung hinsichtlich geldpolitischer Lockerungen aufgeben. Der Renditevorteil des CNY dürfte dann noch stärker zusammenschmelzen und der CNY unter Druck kommen.

Anleihen
USA: Verkäufe bestehender Häuser (Aug), 16:00 Uhr
USA: Fed-Zinsentscheidung, 20:00 Uhr

Der Rentenmarkt startete gestern zunächst mit leichten Kursverlusten in den Handelstag, konnte dann aber am Nachmittag diese wieder aufholen. Die Sorgen um die Auswirkungen des in Zahlungsschwierigkeiten steckenden Immobilienentwicklers Evergrande aus China nehmen weiter zu. Am Montag hatte Evergrande Zinszahlungsverpflichtungen an mindestens zwei große chinesische Kreditgeber verstreichen lassen und war laut der Nachrichtenagentur Bloomberg auch gestern nicht verspätet diesen nachgekommen. Bisher erklärte allerdings noch kein Gläubiger Evergrande für zahlungsunfähig. Vermutlich soll noch der Donnerstag abgewartet werden, wenn für zwei Anleihen die Zinszahlungen fällig werden. Inzwischen sprechen aber immer mehr Marktteilnehmer davon, dass die chinesische Regierung offenbar nicht bereit sein wird, einem möglichen Gesuch des Unternehmens auf Unterstützung nachzukommen. In den USA zeigt sich weiter eine freundliche Stimmung am Immobilienmarkt. Sowohl die Baubeginne als auch die Baugenehmigungen legten deutlich im August gegenüber dem Vormonat zu und überraschten positiv. Die Anzahl der Beginne (1,6 Mio. annualisiert) und der Genehmigungen (1,7 Mio. annualisiert) liegen inzwischen wieder rund 25% über den Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre. Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Felbermayr, prognostiziert angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland auf absehbare Zeit übermäßig hohe Lohnsteigerungen. Er hält im Durchschnitt Lohnerhöhungen von 5% im Jahr für möglich, in einigen Branchen mit großem Fachkräftemangel sogar noch mehr. Diese Entwicklung spricht für Inflationsdruck. Mit einer durchaus realistischen Regierungsbildung aus SPD, Grüne und Linke dürfte die Erhöhung des Mindestlohns dazu ebenfalls beitragen.

Aktien
Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Der Vortagesschock der Aktienmärkte um das schwer absehbare Evergrande-Fiasko in China wich gestern einer etwas differenzierteren Sicht und der neue DAX konnte sich auch von seiner positiven Seite zeigen. Der deutsche Leitindex legte gut 1,4% zu und lag damit noch vor dem Euro Stoxx 50 (+1,3%) und dem europaweiten Stoxx 600 (+1,0%). Es waren vor allem die am Vortag gebeutelten Zykliker, die die Erholung einleiteten. Bester Sektor war Energie (+2,1%) knapp vor Technologie (+1,7%). Im Hintertreffen aber noch immer positiv blieben Defensive wie Telekommunikation (+0,5%) oder Versorger (+0,6%). Welche Dynamik die Neulinge im DAX entfalten können, zeigte sich ebenfalls: Tagesgewinner war Hello Fresh (+3,9%) dicht gefolgt von Platzhirsch Deutscher Börse (+3,8%) und Sartorius (+3,4%). Mit Zalando (-3%) zeigte ein Neuling allerdings auch Volatilität. Europaweit war der Start von UMG (Universal Music Group) das Tagesereignis. Für die Vivendi-Aktionäre ergibt sich nach der Abspaltung eine deutliche Werthebung. In den USA schlossen die Märkte nach freundlichem Beginn uneinheitlich. Dow Jones (-0,2%) und S&P 500 (-0,1%) verloren minimal, die Nasdaq (+0,2%) meldete einen kleinen Anstieg. Vor der heutigen Fed-Presskonferenz wollten die Anleger nicht mehr neu Position beziehen. Die einzige größere Sektorbewegung verzeichnete Industrie (-0,7%). Im Dow lag American Express (+1,2%) vorn. Dagegen fiel Medienriese Walt Disney (-4%) nach Warnung vor Corona-bedingten Belastungen aus dem Rahmen. In der 2. Reihe sprang Uber (+12%) durch Hoffnungen auf Erreichen der Gewinnzone an. Nach der Feiertagspause haben die chinesischen Märkte heute mit leichten Verlusten eröffnet. Evergrande will heute fällige Zinszahlungen begleichen. In Japan geben die Kurse um 1% ab. Hong Kong und Korea sind heute geschlossen.

Daten zum Wertpapier: Konjunktur

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Am Morgen: Evergrande, Kingfisher, Royal Dutch Shell und FedEx im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

Auch im August haben im Finanzministerium die Kassen geklingelt. Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern erhöhten sich zum Vorjahresmonat um 8,2% auf 55,7 Mrd. EUR. Damit stiegen die Einnahmen im bisherigen Jahresverlauf um 7% verglichen mit dem Vorjahreswert auf 463 Mrd. EUR. Gegenüber der Vor-Corona-Zeit (2019) ergab sich allerdings noch ein Minus von 1,7%. Die Entwicklung der eher konjunkturabhängigen Steuerarten stehe aber im Einklang mit den zuletzt positiven Trends und Entwicklungen einzelner Wirtschaftsindikatoren, erklärte das Ministerium. Die Industriestaaten-Organisation OECD erwartet wegen der Lieferengpässe in der Industrie für Deutschland im laufenden Jahr weniger Wachstum. Das BIP werde nur noch um 2,9% (Mai-Schätzung: +3,3%) zulegen, hieß es. Dagegen rechnet die OECD für 2022 mit einem Wachstum von 4,6% (bisher: 4,4%). "Die stark in den globalen Handel eingebundene Autoindustrie und das Verarbeitende Gewerbe insgesamt sind besonders hart von den weltweiten ... diese News weiterlesen!

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