Ströer steigt aus der parteipolitischen Werbekommunikation aus - mit teils merkwürdiger Begründung

Ströer sieht sich aufgrund einer Presseanfrage „willkürlich und unzutreffend politisch in die Nähe der AfD” gedrängt. Bild und Copyright: Ströer.

Ströer sieht sich aufgrund einer Presseanfrage „willkürlich und unzutreffend politisch in die Nähe der AfD” gedrängt. Bild und Copyright: Ströer.

15.09.2021 11:11 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter auf Twitter 

Außenwerber Ströer wird zukünftig keine Aufträge mit politischer Werbung mehr annehmen. Dies teilt das Kölner Unternehmen mit, nachdem zuletzt umstrittene Werbekampagnen auf den Werbeflächen des Unternehmens zu sehen waren. Als reiner Betreiber der Werbeflächen ist Ströer für die Inhalte der Plakate nicht verantwortlich.

„Insgesamt kam es zu persönlichen Anfeindungen und Drohungen in Richtung der Mitarbeiter:innen des Unternehmens, zu Boykottaufrufen gegen Ströer und Sachbeschädigungen von Firmeneigentum – und zwar aus verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Meinungsrichtungen”, so eine der Begründungen Ströers für den Verzicht auf Aufträge in dieser Sparte.

Fällt diese Begründung zum Rückzug aus der parteipolitischen Werbekommunikation noch sehr verständlich aus, klingt eine andere Aussage Ströers zu den Gründen für den Verzicht auf Aufträge mit politischer Werbung merkwürdig. So berichtet das Unternehmen in der aktuellen Mitteilung über die Anfrage eines Rechercheverbunds: In 15 Fragen beschäftige diese sich - so die Angaben des Unternehmens - mit Kundenterminen und Buchungsdetails, wohl vor allem mit der AfD. Bei dem Rechercheverbund dürfte es sich um Correctiv, Der Spiegel und ZDF Frontal handeln, wie ein Beitrag auf Twitter nahelegt.

Damit sei „aus Sicht des Unternehmens die Grenze des Hinnehmbaren endgültig überschritten”, so Ströer. Man sehe die „Zielrichtung, das Unternehmen Ströer und/oder einzelne Mitarbeiter willkürlich und unzutreffend politisch in die Nähe der AfD zu drängen”, kommentieren die Kölner die Anfrage. Weitere Details nennt man nicht und erklärt sich für politisch neutral. Die Reaktion der Gesellschaft erstaunt, denn insbesondere rund um die „Grüner Mist”-Kampagne gab es reichlich offene Fragen, unter anderem mit Blick auf eine möglicherweise verdeckte Parteienfinanzierung. Punkte also, die tiefergehende Recherchen der Presse rechtfertigen.

Bei Ströer scheint man sich des Problems durchaus bewusst zu sein und rechtfertigt sich. „Als Dienstleister der Außenwerbung muss das Unternehmen unterstellen, dass die Finanzierung von Aufträgen durch die Kunden rechtmäßig erfolgt. Ströer ist weder berechtigt noch organisatorisch in der Lage, sich den Finanzierungsweg und Finanzierungsmodi der Auftragnehmer für Aufträge vorlegen zu lassen und diese zu überprüfen”, meldet das Unternehmen. Man müsse in Bezug auf parteipolitische Werbung „unterstellen, dass die rechtlichen Vorgaben und die Transparenzregeln des Deutschen Bundestages eingehalten werden”, so Ströer. Zu prüfen sei dies aber „allein von den zuständigen Stellen”.

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