Am Morgen: EZB, Merck, Swiss Re und Konjunkturdaten im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

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Die EZB will das Tempo ihrer Corona-Notfallhilfen verlangsamen. Bild und Copyright: nitpicker / shutterstock.com.

10.09.2021 08:05 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Produzentenpreise in China sind im August so stark gestiegen wie seit 2008 nicht mehr. Die chinesischen Industriebetriebe erhöhten ihre Preise stärker als erwartet um 9,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt mit. Hintergrund waren vor allem die deutlich erhöhten Rohstoffpreise.

Die deutschen Exporte zogen im Juli weiter an und sind damit den 15. Monat in Folge gestiegen. Trotz Materialengpässen wuchsen die Ausfuhren um 0,5% zum Vormonat, so das Statistische Bundesamt. Im Juni hatte es mit +1,3% ein noch kräftigeres Wachstum gegeben. Im Vergleich zum Februar 2020 liegen die Exporte mittlerweile um 1,6% höher. Bei den Importen gab es hingegen einen Rückgang um 3,8%. Die deutschen Unternehmen verkauften Waren im Wert von 115,0 Mrd. EUR ins Ausland, im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Zuwachs von 12,4%. Während die Exporte in die USA um 15,7% auf 10,8 Mrd. EUR stiegen, sanken die Ausfuhren nach China um 4,3% auf 8,4 Mrd. EUR. Das Auslandsgeschäft mit den EU-Ländern legte um 17,7% auf 61,6 Mrd. EUR zu.

Die EZB will das Tempo ihrer Corona-Notfallhilfen verlangsamen. Die Ankäufe im Rahmen des billionenschweren Anleihenkaufprogramms PEPP sollen in Q4 etwas geringer ausfallen als in den beiden Quartalen zuvor, teilten die Notenbanker mit. EZBPräsidentin Lagarde betonte allerdings mehrfach, dass dies als „Rekalibrierung“ (und somit noch nicht als Tapering) zu verstehen sei. Die PEPP-Käufe sollen noch bis mindestens Ende März 2022 fortgesetzt werden. Die Leitzinsen bleiben noch lange Zeit festgezurrt, daher bleibt das Aufwärtspotenzial für die Kapitalmarktzinsen begrenzt.

Rentenmarkt
Nachdem dt. Bundesanleihen vor der EZB-Sitzung etwas nachgaben, kam es nach der Zinsentscheidung zu Kursgewinnen. US-Staatsanleihen profitierten von der Schwäche am Aktienmarkt und konnten zulegen.

Aktienmarkt
Die EZB nimmt den Fuß bei den Anleihekäufen zwar ein wenig vom Gaspedal, die ultratiefen Zinsen werden aber wohl noch für einige Zeit Bestand haben. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt nahmen es gelassen, die Indizes schlossen -bis auf den MDAX- nach teilweise höheren Ausschlägen kaum verändert. DAX +0,08%, MDAX +0,49%, TecDAX -0,03%. Die Sorgen vor einer vielleicht doch früher als erwartet anstehenden Straffung der Geldpolitik und besser als prognostiziert ausgefallene Arbeitsmarktdaten haben die Anleger an der Wall Street verunsichert und die Indizes ins Minus rutschen lassen. Dow Jones -0,43%, S&P-500 -0,46%, Nasdaq-Comp. -0,25%. Nikkei-225 aktuell fast 1% höher bei 30.299 Punkten.

Unternehmen
Merck peilt bis 2025 einen Umsatz von rund 25 (2020: rd. 17) Mrd. EUR an. „In allen drei Unternehmensbereichen Healthcare, Life Science und Electronics stehen die Weichen bereits auf nachhaltigem, profitablem Wachstum”, sagte Vorstandschefin Garijo. Auch bei den Investitionen hat sich Merck viel vorgenommen. Diese sollen von 2021 bis 2025 um mehr als 50% gegenüber der vorangegangenen Fünfjahresperiode steigen. Für den Bereich Life-Science erhöht der Konzern die mfr. Wachstumsprognose. Das durchschnittliche organische Umsatzwachstum wird nun bei 7 bis 10% (bisher: 6 bis 9%) pro Jahr erwartet.

Die Swiss Re geht angesichts des steigenden Bedarfs an Versicherungsschutz von anziehenden Prämieneinnahmen aus. In der Schaden- und Unfallversicherung dürften die Prämien branchenweit bis zum Jahresende um 10% gegenüber dem Niveau des Vor-Corona-Levels auf 6,9 Bio. US-$ steigen, teilte der Rückversicherer mit. 2022 soll dann erstmals die Marke von 7 Bio. US-$ überschritten werden. „Es ist klar, dass die Häufigkeit und Schwere von Schäden zunimmt, wie die jüngsten Naturkatastrophen oder Cyber Vorfälle zeigen”, sagte der Chef der Rückversicherungssparte. „Das bedeutet, dass der Bedarf an Schutz wächst, und die Branche hat noch viel zu tun, um Versicherungen anzubieten und die Schutzlücke zu schließen.”

Devisen
Der Euro wurde von den geldpolitischen Entscheidungen der EZB kaum tangiert und endete auf Vortagesniveau.

Öl / Gold
In den USA sind die Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche weniger als erwartet gesunken. Die Ölpreise gaben daraufhin etwas nach. Gold schloss kaum verändert

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Daten zum Wertpapier: EZB
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