Small & Mid Caps als Innovationstreiber - Warburg Invest

Kolumnen-Autor Nils-Peter Gehrmann, Fondsmanager bei Warburg Invest, schreibt zum Thema Small- und Mid-Cap-Aktien. Bild und Copyright: Warburg Invest.

Kolumnen-Autor Nils-Peter Gehrmann, Fondsmanager bei Warburg Invest, schreibt zum Thema Small- und Mid-Cap-Aktien. Bild und Copyright: Warburg Invest.

24.08.2021 10:46 Uhr - Autor: Nils-Peter Gehrmann  Nils-Peter Gehrmann auf Twitter auf Twitter 

Auch wenn der Ausspruch „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ bereits auf das antike Griechenland datiert wird, hat dieser nichts an Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil: Die Innovationszyklen werden sogar immer kürzer. Wendet man die Theorie der langen Wellen, welche durch die Ökonomen Nikolai Kondratjew und Joseph Schumpeter geprägt wurde, auf die wirtschaftliche Entwicklung seit der industriellen Revolution um 1785 an, so befinden wir uns in der sechsten Welle der Innovation. Während die erste Welle auf 60 Jahre taxiert wird, endete die fünfte Welle bereits nach 30 Jahren. Auch ist davon auszugehen, dass die derzeitige sechste Welle, deren Beginn ab den 2000er Jahren angesetzt wird, weniger als 30 Jahre andauern wird.

Umso wichtiger ist für Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität und Innovationsfähigkeit, um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen idealerweise zu antizipieren und vorrauschauende Lösungen anbieten zu können. Eigenschaften, die vor allem bei Small & Mid Caps vorzufinden sind.

Rekordhöhe bei den Ausgaben der deutschen Wirtschaft für Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung (F&E) als Grundlage für Innovationen und eine zukunftsfähige Wirtschaft gewinnen auch in Deutschland weiter an Bedeutung. Im Zeitraum von 2005 bis 2018 erhöhten sich die F&E-Ausgaben des deutschen Staates um 92 Prozent auf 17 Milliarden Euro. Auch deutsche Unternehmen investieren verstärkt in ihre F&E-Aktivitäten und erhöhten ihre Ausgaben in 2019 um 6 Prozent auf 76 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurde so zum dritten Mal in Folge mehr als 3 Prozent des BIP in F&E investiert und somit das in der EU-Wachstumsstrategie „Europa 2020“ definierte Ziel eines BIP-Anteils von 3 Prozent übertroffen.

Hervorzuheben ist, dass vor allem kleinere Unternehmen ihre Investitionsausgaben für Forschungszwecke ausgeweitet haben. In diesem Zusammenhang agieren kleinere Unternehmen häufig als Forschungs- und Entwicklungspartner von Großunternehmen und tragen somit zur technologischen Weiterentwicklung des gesamten Innovationssystems bei.

Hidden Champions im Fokus

Bei der Analyse des Anlageuniversums nach Innovationstreibern tun sich regelmäßig die sogenannten Hidden Champions hervor, die häufig in einer sehr speziellen Nische zu den Weltmarktführern zählen, der Öffentlichkeit aber weitestgehend unbekannt sind. Diese besitzen ideale Voraussetzungen, um Innovationen hervorzubringen und neuartige Produkte zu etablieren. Aufgrund ihrer marktbeherrschenden Stellung in einer Nische sind die Unternehmen weniger von makroökonomischen Ereignissen beeinflusst. Neben überdurchschnittlich hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung und offenen Innovationsprozessen verfügen sie darüber hinaus häufig über eine hohe Kundenorientierung und Mitarbeiterbindung, sodass Innovationsprozesse kundennah und unter enger Einbindung der Mitarbeiter, mit flachen Hierarchien, vorangetrieben werden können.

Ein prominentes Beispiel dafür ist das 1912 gegründete Familienunternehmen CEWE*. Anders als zahlreiche Wettbewerber aus der Fotofinishingbranche erkannte CEWE schon frühzeitig den Trend zur Digitalisierung und investierte bereits Anfang der 1990er in Technologien für die digitale Fotografie. Die frühzeitige Antizipierung des technologischen Wandels sowie die Entwicklung und Etablierung innovativer Fotoprodukte wie beispielsweise des CEWE Fotobuchs haben dazu beigetragen, dass CEWE heute Europas größter Fotodienstleister ist. Die für die Transformation zum Digitalunternehmen als „Best Innovator“ ausgezeichnete CEWE investiert durchgehend in neue Technologien und Innovationen, beispielsweise mit dem selbst gegründeten Mobile & Artificial Intelligence Campus. Hier werden unter anderem Anwendungen entwickelt, die den Kunden mithilfe künstlicher Intelligenz die Erstellung und Bestellung von Produkten erleichtern sollen.

Mit einem aktiven Asset Management-Ansatz zur Selektion der aussichtsreichsten Titel

Ein aktiver Asset Management-Ansatz ermöglicht es, die Innovationstreiber unter der großen Anzahl der Small und Mid Caps herauszufiltern. Dabei werden neben den Ausgaben für Forschung und Entwicklung auch das ganze Geschäftsmodell und die Managementqualität analysiert. Ein längerfristiges Engagement ist dann besonders lohnenswert, wenn das jeweilige Unternehmen durch die nachhaltigen Investitionen in Forschung und Entwicklung seinen Wettbewerbsvorteil verteidigen und ausbauen kann. Das Unternehmensmanagement sollte die Innovationen dann in Umsatz- und Gewinnwachstum übersetzen, um weiterhin in vielversprechende Geschäftsfelder investieren zu können. Ein Portfolio solcher Unternehmen, in die zu einem attraktiven Preis investiert werden konnte, bringt vieles mit, um langfristige Erfolge am Kapitalmarkt zu erzielen.


*Dieser Wert befindet sich im Warburg – D – Fonds Small&Midcaps Deutschland.

Autor: Nils-Peter Gehrmann, Fondsmanager bei Warburg Invest

Daten zum Wertpapier: CEWE Stiftung + Co. KGaA
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Ticker-Symbol: CWC
WKN: 540390
ISIN: DE0005403901

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne von Warburg Invest. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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