Im Blickpunkt: Starke Berichtssaison - Commerzbank

Bild und Copyright: gary yim / shutterstock.com.

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19.08.2021 09:13 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Nachdem 88% der S&P 500-Konzerne und 89% der Unternehmen des Stoxx 600 ihre Zahlen zum zweiten Quartal 2021 präsentiert haben, ist es an der Zeit, ein Fazit zu ziehen. Die langsam ablaufende Berichtssaison weist in jeder Beziehung sehr starke Ergebnisse auf. Zu relativieren ist allenfalls das exorbitante Gewinnplus gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres, da dieser Vergleich angesichts des massiven Einbruchs im frühen Stadium der Pandemie wenig aussagekräftig erscheint. Gehen wir also auf die Gewinnsteigerungen von 92% in den USA und 71% in Europa gegenüber Q2/2020 nicht weiter ein und beleuchten lieber andere Kernaussagen. So liegen die Gewinne in den USA und auch in Europa trotz der zuvor erfolgten Prognoseanhebungen aktuell um ca. 16% über den Erwartungen. Positiv ragen insbesondere die Branchen Energie und Finanzen heraus. Grundsätzlich weisen Zykliker ein deutlich besseres Ergebnis als die defensiven Branchen aus. Sehr positiv ist auch die Entwicklung bei den unterliegenden Umsätzen, die in beiden Regionen um fast 30% über dem Vorjahresresultat liegen und auch jeweils die Prognosen übertreffen. Die Reaktion der Anleger auf sowohl positive als auch auf negative Überraschungen fiel vergleichsweise unaufgeregt aus. Positiv erscheint außerdem der relativ hohe Anteil (70%) an nach oben revidierten Ausblicken der Unternehmen, was meist auch entsprechend goutiert wurde. Allerdings führten eher verhaltene, respektive negative Ausblicke oder sogar Gewinnwarnungen zu deutlichen Kursabschlägen. Interessant sollten im Nachgang zur ausklingenden Berichtssaison die neuen Analysen und Prognoseanpassungen der Brokerhäuser sein. Die ohnehin hohen Erwartungen dürften noch weiter nach oben gezogen werden.

Anleihen
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Fed Philadelphia Index (Aug), 14:30 Uhr

Im Euroraum gingen die Renditen gestern leicht zurück. In den USA stiegen sie zwischenzeitlich etwas an, gingen aber fast unverändert aus dem Handel. Der Euro tendierte gestern nur wenig über dem Jahrestief vom Dienstag in Höhe von 1,1702 US-Dollar. Heute Morgen tauchte der Euro deutlich unter die Marke von 1,1700 US-Dollar. In dem gestern veröffentlichen Fed-Protokoll gibt es über das genaue Timing und Ausmaß der Reduzierung der Wertpapierkäufe (Tapering) unterschiedliche Meinungen. Aber „mit Blick auf die Zukunft stellten die meisten Teilnehmer fest, dass sie es für angemessen hielten, noch in diesem Jahr mit der Verringerung des Tempos der Ankäufe von Vermögenswerten zu beginnen, sofern sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen so entwickeln würde, wie sie es erwarteten”, heißt es im Protokoll. Außerdem gebe es weiteren „substantiellen Fortschritt” in Richtung Preisziel und Vollbeschäftigung. Vergangene Woche sagte Kaplan (Fed Dallas), dass er davon ausgehe, dass schon im September eine Entscheidung über ein Tapering getroffen werde. Bullard (Fed St. Louis) sprach davon, dass man mit dem Tapering bald loslegen und es bis Ende März 2022 abgeschlossen sein sollte. Wir rechnen mit der Entscheidung im 4. Quartal. In Großbritannien baut sich der Inflationsdruck offenbar etwas ab. So stiegen Verbraucherpreise im Juli nur noch um 2,0% J/J nach 2,5% im Juni. Die Kernrate ging von 2,3% auf 1,8% J/J und damit unter das Notenbankziel zurück. Weiterhin wird damit gerechnet, dass die BoE bereits in der zweiten Jahreshälfte 2022 die Leitzinsen anhebt. In den USA gingen die Baubeginne stärker als erwartet zurück. Die Baugenehmigungen legten dagegen überraschend stark zu. Der US-Hausbausektor scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben.

Aktien
Applied Materials, Ergebnis Q3
Hella, Jahresergebnis

Die europäischen Aktienmärkte tendierten zur Wochenmitte bei weiterhin unterdurchschnittlichen Umsätzen uneinheitlich. Tagesverlierer war der französische Leitindex mit einem Minus von 0,7%. Dagegen ging es in Spanien und Österreich um 1,2% nach oben. Für eine gewisse Stabilisierung hatten die Aktienmärkte in Asien gesorgt, die durchweg positiv tendierten. Dennoch standen einige Technologiewerte weiterhin unter Druck, da China jüngst seine Regulierungskampagne verschärft hatte. Für Gegenwind sorgt weiterhin eine steigende Zahl von Corona-Neuinfektionen in zahlreichen Ländern mit entsprechend einhergehenden Einschränkungen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens. Auch eine mögliche baldige Straffung der extrem lockeren Geldpolitik in den USA sorgt für Sand im Börsengetriebe. Auf den zum Teil rekordhohen Indexständen bleiben die Aktienmärkte anfällig für Gewinnmitnahmen. In diesem Umfeld legte der Dax dennoch um 0,3% zu. Tagesgewinner im deutschen Leitindex war die Aktie von Siemens Energy, die um 2,4% kletterte. Dagegen gab die Aktie von Adidas als Tagesverlierer um 1,5% nach. Unter Druck standen nach wie vor Autowerte, die mittlerweile seit den Jahreshochs (wie bspw. VW) zum Teil mehr als 20% eingebüßt haben. Auf europäischer Sektorenebene waren vor allem defensive Aktien aus dem Bereich Versorger gefragt, die im Schnitt um 1,4% zulegten. Titel aus dem Bereich Rohstoffe büßten als Tagesverlierer im Schnitt 2,3% ein. Die US-Börsen tendierten schwächer. Der Dow Jones-Index verlor 1,1%. Die Sorge vor einer restriktiveren Geldpolitik der US-Notenbank belastete. Auf Sektorenebene waren v.a. Gebrauchsgüteraktien (+0,1%) gefragt, wohingegen Energietitel als Tagesverlierer im Schnitt um 2,4% nachgaben. Die Börsen in Asien tendierten überwiegend schwächer. Der MSCI Asia Pacific-Index büßte rd. 1,3% ein.

Daten zum Wertpapier: S&P 500
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Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie mehr zum Thema S&P 500 im Bericht vom 19.08.2021

Am Morgen: Vienna Insurance Group, Carlsberg, Cisco Systems und Inflationsdaten im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

Deutsche Industrie mit Rekord-Auftragspolster: Der Auftragsbestand der deutschen Industrie stieg im Juni um 2,8% zum Vormonat und hat damit „seinen höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Januar 2015” erreicht, teilte das Stat. Bundesamt mit. Die offenen Bestellungen aus dem Inland nahmen um 4,0% zu, aus dem Ausland kamen 2,2% mehr Orders. Im Vergleich zum Februar 2020 ist der Bestand inzwischen saison- und kalenderbereinigt um 17,0% höher.

Die Teuerungsrate in Großbritannien hat sich im Juli überraschend deutlich abgeschwächt. Die Verbraucherpreise lagen nur noch um 2,0% über dem Vorjahresniveau, nachdem die Inflation im Juni noch bei 2,5% gelegen hatte. Die Bank von England rechnet bislang damit, dass die Inflation Ende des laufenden und Anfang des nächsten Jahres vorübergehend auf 4% klettern und sich dann abschwächen wird.

Nachfrageboom in der deutschen Chemieindustrie: Der Umsatz der chemischen Unternehmen ist in Q2 um 22,9% im ... diese News weiterlesen!

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