Preisdruck in den USA bleibt hoch - Commerzbank

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13.08.2021 09:43 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Erfreut waren die Marktteilnehmer, dass die US-Verbraucherpreise im Juli nicht stärker als erwartet anstiegen und die Kernrate sogar leicht zurückging. Allerdings steigen die Mieten recht ordentlich. Sie machen ungefähr ein Drittel in der Inflationsrate aus. Außerdem wurde gestern ein stärker als erwarteter Anstieg der US-Produzentenpreise gemeldet. Die Rate stieg von 7,3 auf 7,8% J/J. Damit wird die US-Notenbank nicht umhinkommen, die Wertpapierkäufe ab nächstem Jahr zu reduzieren. Die Ankündigung ist bereits in diesem Jahr zu erwarten. Einige Fed-Mitglieder haben das schon signalisiert.

Anleihen
Euroraum: Handelsbilanz (Jun), 11:00 Uhr
USA: Importpreise (Jul), 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen Michigan (Aug), 16:00 Uhr

In den USA zogen die Erzeugerpreise im Juli kräftiger als erwartet um 1,0% M/M bzw. 7,8% J/J (nach +1,0% M/M bzw. 7,3% J/J) an. Dies ist der stärkste Anstieg seit 2010. Auch die Kernrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) erhöhte sich mit 1,0% M/M bzw. 6,2% J/J sehr stark. Dabei stiegen die Produzentenpreise im Dienstleistungsbereich stärker als bei Gütern. Preistreiber waren auch die Energiepreise. Demnach bleibt der Preisdruck in den USA auf Produzentenebene ungebrochen hoch. Bei den US-Verbraucherpreisen scheint dagegen der Höhepunkt des Anstiegs erreicht zu sein. Die Staatsanleihen reagierten aber nur mit leichten Kursverlusten auf die Daten. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen erhöhte sich nur zwischenzeitlich, ging aber fast unverändert aus dem Handel. Der Euro gab kurzzeitig nach Meldung der US-Preisdaten nach, beendete aber ebenfalls fast unverändert den gestrigen Tag. Die Industrieproduktion im Euroraum ging im Juni den zweiten Monat in Folge zurück und zwar um 0,3% M/M (nach - 1,1% M/M im Mai). Das lag vor allem an der Schwäche der deutschen Industrie, insbesondere der Automobilproduktion aufgrund von Lieferengpässen. Damit lag die Produktion im Euroraum zwar um 9,7% über dem Vorjahresniveau, aber immer noch 1,6% unter dem Vorkrisenniveau vom Februar 2020. Da die Länderdaten schon vorlagen, überraschte die Zahl die Marktteilnehmer nicht. Es gab auch so gut wie keine Marktreaktion. In Großbritannien erhöhte sich das reale BIP im 2. Quartal um 4,8% Q/Q und konnte den Rückgang von 1,6% Q/Q im 1. Quartal überkompensieren. Die Exporte blieben aber schwach. Sie erhöhten sich lediglich um 3,0% Q/Q nach einem Rückgang um 6,1% im Vorquartal.

Aktien
Deutsche Wohnen, Ergebnis Q2
Gea Group, Ergebnis Q2
Knorr-Bremse, Ergebnis Q2

Am Donnerstag konnten die europäischen Aktienbörsen im Vergleich zur bereits positiven Vortagsentwicklung noch eine Schippe drauflegen und so näherte sich der Dax 30 der Marke bei 16.000 Punkten. Einen wesentlichen Antrieb lieferte bei dieser Entwicklung die Aktie der Deutschen Telekom (+2,8%). Diese profitierte sowohl von besser als erwarteten Zahlen des Konzerns als auch von einem angehobenen Ausblick. Dagegen rutschten die Titel von Delivery Hero (-7,6%) ans untere Ende der Performanceliste. Zwar hatte der Essenslieferdienst mit seinen Umsätzen die Erwartungen getroffen und die Prognose sogar leicht angehoben, doch enttäuschte auf der anderen Seite ein gesenktes Margenziel. Auf Branchenebene konnten im Euroraum neben Telekommunikation (+1,0%) vor allem Automobile (+1,2%) zulegen. Lediglich Banken und Reise/Freizeit (jeweils -0,6%) verzeichneten nennenswerte Verluste. An der Wall Street hielt eine etwas positivere Eröffnung nicht lange vor. Mit der Veröffentlichung überraschend deutlich anziehender Erzeugerpreise rutschten alle Leitindizes vorerst in die Verlustzone, konnten sich dann im weiteren Handelsverlauf aber wieder erholen. So markierte der S&P 500 ein neues Rekordhoch. Zu den Favoriten im unveränderten Dow Jones Ind. zählten die Aktien von Apple (+2,1%). Hier erwarten Analysten eine starke Erholung der iPhone-Nachfrage in China. Deutliche Verluste erlitten die Anteilscheine von Micron Technologies (-6,4%), nachdem sich ein Investmenthaus negativ über den Markt für Dram-Chips geäußert hatte. Insgesamt büßten die zyklischen Branchen einen Teil der Vortagsgewinne wieder ein. Dagegen erholten sich Pharma (+0,8%) und IT (+0,6%). Die asiatischen Börsen tendieren in der Breite etwas schwächer.

Daten zum Wertpapier: Dollar - Währung
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Ticker-Symbol: EURUSD
WKN: 965275
ISIN: EU0009652759


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Soeben wurden vom Bureau of Labor Statistics aktuelle Zahlen zu den Konsumentenpreisen (CPI) in den USA bekanntgegeben. Die Preisdaten gehören mittlerweile zu den wichtigsten Indikatoren für die Finanzmärkte. Das Preisniveau zog nunmehr den 14. Monat in Folge an. Im Juli wurde ein Plus von 0,5% M/M gemeldet. Die Inflationsrate verharrte auf dem 13-Jahreshoch von 5,4%. Die Verbraucherpreise exklusive Nahrung und Energie (Kernrate) verzeichneten einen Zuwachs von 0,3% M/M. Die Jahresrate der Kernrate ging von einem 30-Jahreshoch bei 4,5% leicht auf nun 4,3% zurück. Die Diskussionen um das Tapering der Fed bleiben damit natürlich erhalten. Statt eines erwarteten marginalen Rückgangs der (Jahres-)Inflationsrate blieb diese konstant hoch. Selbst der Basiseffekt durch den Wegfall des Anstiegs von 0,5% aus dem Juli 2020 brachte leine Entlastung in der Jahresrate. Die bereits aus dem Vormonat bekannten Faktoren wie Energie, Transport, Nahrung und vor allem Neuwagen trieben die Preise ... diese News weiterlesen!

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