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Konjunkturindikatoren enttäuschen: Notenbanken könnten Rückzieher machen - Commerzbank

Bild und Copyright: Rob Crandall / shutterstock.com.

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04.08.2021 09:00 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Nachdem sich vor allem die Industriestaaten überraschend schnell von den Corona-Lockdowns erholt haben, enttäuschen seit Wochen die Wachstumsindikatoren. Neue Mobilitätseinschränkungen, die zögerliche Erholung vieler Schwellenländer, Protektionismus, Engpässe bei Gütern, auslaufende fiskal- und geldpolitische Hilfen, steigende Preise – die Reihe der Bremsfaktoren ist lang. Da die Erholung an Dynamik verliert, überlegen aber die Notenbanken die beginnende restriktivere Haltung wieder zurückzunehmen oder aufzuschieben. Vorreiter ist zunächst China. Die Rohstoffpreise sollten dadurch neue Nachfrage- und Inflationsimpulse erhalten.

Anleihen
China: Caixin Einkaufsmanagerindex (Juli), 3:45 Uhr
Euroraum: Einkaufsmanagerindizes (Juli), 10:00 Uhr
USA: ADP-Arbeitsmarktbericht (Juli), 14:15 Uhr
USA: ISM-Index Dienstleistungen (Juli), 16:00 Uhr

Am Rentenmarkt setzt sich der Trend sinkender Renditen fort. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen nährt sich allmählich wieder der Marke von -0,50%. Ende Juni betrug diese noch -0,17%. Selbst die laufende Verzinsung der dreißigjährigen Bundesanleihe liegt nun erneut leicht im negativen Bereich, nachdem sie sonst seit Mitte Februar positiv gewesen war. Aktuell scheinen Sorgen vor einem Ansteigen der Corona-Neuinfektionen und damit ein Verhängen möglicher Restriktionen, welche die Wirtschaft wieder bremsen könnten, die Risikoaversion zu erhöhen. Staatsanleihekurse als „sicherer Hafen“ profitieren von diesem Szenario. Hinzu kommt die EZB-Politik, die ein niedriges Zinsniveau auf viele Jahre und eine anhaltende Unterstützung der Anleihekurse durch ihre Kaufprogramme signalisiert. Dies kommt den Kursen südeuropäischer Staatsanleihen zu Gute. Die Rendite italienischer Staatstitel ging seit ihrem Jahreshoch im Mai von 1,16% auf nunmehr 0,56% zurück. Der Rückgang fiel mit 60 Basispunkten somit noch stärker aus als derjenige entsprechender Bundesanleihen (rund 42 Basispunkte). So ist es kein Wunder, dass Anleger händeringend nach höherverzinslichen Alternativen Ausschau halten. Aber selbst der Sektor Unternehmens- und Bankenanleihen bietet derzeit – sogar im Nachrangbereich – mit einer durchschnittlichen Rendite von weit unter 1% nur noch magere Kost. Der hohe Anlagedruck von Investoren, zusammen mit den Käufen der EZB, hält Risikoaufschläge und Renditen niedrig. In den USA bleibt die Industrie – trotz Problemen in der Zulieferindustrie und Arbeitskräftemangel – unter Volldampf. Die Auftragseingänge legten im Juni über Erwarten um 1,5% M/M zu. Der Vormonatswert wurde nach oben revidiert.

Aktien
Deutschland: Commerzbank, Hugo Boss, Norma, Rheinmetall, Schaeffler, Siemens Energy, Q2
Europa: Intesa Sanpaolo, Q2
USA: Electronic Arts, General Motors, Kraft Heinz, Q2

Die europäischen Aktienmärkte schlossen gestern nach eher ruhigem Handelsgeschehen annähernd unverändert. Der DAX gab 0,1% ab, der Euro Stoxx 50 schloss unverändert und der europaweite Stoxx 600 legte 0,2% zu. Die größte Branchenbewegung zeigte Energie mit einem Zuwachs von 2,3%. Finanzwerte (+0,5%) zeigten sich eher freundlich. Wieder bestimmte vor allem die Berichtssaison mit den gewachsenen Ansprüchen die zahlreichen recht starken Einzelbewegungen. Im DAX lag das Fresenius-Doppel mit ca. +3% einsam ganz vorn. Infineon (-0,4%) eröffnete nach Zahlen schwach, holte dann jedoch auf. Am DAX-Ende reagierten die Aktien von BMW (-5,2%) auf den vorsichtigen Ausblick des Autobauers. Im MDAX hob K+S (+3,8%) die Jahresziele an. Eine ganz schlechte Aufnahme der Quartalszahlen erlebte Teamviewer (-10%) mit Rutsch gar unter den Ausgabepreis vom September 2019. In den USA kamen die Indizes mit erneut guten Zwischenberichten im Verlauf auf Touren. Dow Jones und S&P schlossen fast auf Tageshochs je 0,8% höher, die Nasdaq kam 0,6% voran. Die besten Sektoren waren Energie (+1,9%), Gesundheit und Industrie (je +1,4%). Im Dow gab es mit IBM (+1,9%), Amgen (+1,8%) und 3M (+1,7%) Vertreter von drei Branchen ganz vorne. Walt Disney (-1,5%) war schwächster Titel. Impfstoffhersteller Moderna (+11%) sprang an der Nasdaq auf ein neues Hoch. Die asiatischen Börsen zeigen heute ein freundliches Gesicht. Japan fällt mit Verlusten um 0,5% ab, doch in China legen die Indizes um knapp 1% zu. Spitzenreiter ist Korea mit Gewinnen um 1,4%. Für Europa deuten sich moderate Gewinne an.

Daten zum Wertpapier: Federal Reserve (Fed)

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie mehr zum Thema Federal Reserve (Fed) im Bericht vom 04.08.2021

Am Morgen: Fraport, BMW, Infineon, BP und Conti im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

Ein viel beachteter Inflationsvorbote für die Euro-Zone schlägt so stark nach oben aus wie noch nie: Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im Juni in Rekordtempo gestiegen. Sie legten um 10,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Das ist der höchste Wert seit dem Start der Währungsunion 1999. Im Mai hatte es noch ein Plus von 9,6% gegeben. Energie verteuerte um mehr als ein Viertel. Vorprodukte kosteten 10,6% mehr als vor Jahresfrist, da es hier weltweite Engpässe gibt - etwa für Holz und Stahl. Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation. In der Statistik werden die Preise ab Fabrik geführt - also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben. Die US-Industrie hat ihr Neugeschäft im Juni unerwartet deutlich gesteigert. Die Aufträge stiegen um 1,5% zum Vormonat. Experten hatten lediglich mit einem Plus von 1,0% ... diese News weiterlesen!

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