Am Morgen: Fresenius, FMC, RWE und Linde im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

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Gesundheitskonzern Fresenius: Im operativen Geschäft hinterließen die Beeinträchtigungen bei FMC ihre Spuren. Bild und Copyright: Fresenius.

02.08.2021 08:37 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die deutsche Wirtschaft hat sich im Frühjahr zügig von den vorherigen Belastungen erholt. Das reale Bruttoinlandsprodukt legte kräftig um 1,5% gegenüber dem Vorquartal zu, bleibt aber etwas hinter den optimistischeren Erwartungen zurück. Die Jahresrate machte aufgrund eines Basiseffekts einen regelrechten Sprung auf 9,2% Y/Y. Weite Teile der Wirtschaft profitierten von den niedrigen Infektionszahlen und den Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen. Vor allem der private Konsum erholte sich von der coronabedingten Delle zum Jahresauftakt. Die Industrie hingegen wurde von Knappheiten ausgebremst, was die Stimmung ebenso belastet wie die Unsicherheit über den weiteren Pandemieverlauf. Dennoch stehen die Zeichen für eine nochmalige Beschleunigung des Aufholprozesses gut, wir rechnen mit einem BIP-Wachstum von über 3% für 2021. Die EZB wird ihrer vorsichtigen Haltung treu bleiben und dürfte trotz des Inflationsanstiegs in H2 auch über den März 2022 hinaus mit kraftvollen QE-Maßnahmen die Erholung weiter stützen.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone hat im Frühjahr überraschend deutlich zugelegt. Das BIP stieg im Zeitraum April bis Juni zum Vorquartal um 2,0%. Erwartet wurde lediglich ein Plus von 1,5%.

Die Inflation im Euro-Raum hat im Juli deutlich an Fahrt aufgenommen. Die Verbraucherpreise stiegen binnen Jahresfrist um 2,2%. Das ist die höchste Rate seit Herbst 2018. Volkswirte hatten ein Plus von 2,0% erwartet. Im Juni hatte die Teuerung noch bei 1,9% gelegen. Vor allem die Energiepreise stehen hinter dem Anstieg der Lebenshaltungskosten im Euro-Raum.

Rentenmarkt
Die Kurse deutscher Staatsanleihen blieben trotz einer Menge an Konjunkturdaten relativ bewegungsarm. Robuste US-Konjunkturdaten spielten auch bei den Staatsanleihen keine große Rolle, vielmehr sorgte eine eingetrübte Stimmung am Aktienmarkt für Interesse nach den Treasuries.

Aktienmarkt
Gute Quartalszahlen von Unternehmen reichten am deutschen Aktienmarkt nicht aus, um Anleger zurück auf das Parkett zu holen. Die schwächeren Wachstumssignale des Online-Riesen Amazon, Kursverluste in Asien und steigende Corona-Zahlen drückten auf die Stimmung. DAX -0,61%, MDAX -0,36%. An der Wall Street bestimmten Gewinnmitnahmen das Geschehen. Dow +0,41%, S&P-500 -0,54%, Nasdaq Comp. -0,71%. Nikkei-225 freundlicher bei aktuell 27.814,15 Punkten.

Unternehmen
Der Gesundheitskonzern Fresenius geht auf Erholungskurs und hebt nach deutlichen Zuwächsen in Q2 seine Jahresziele an. 2021 rechnet Fresenius nun mit einem Anstieg des währungsbereinigten Konzerngewinns im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bislang hatte der Konzern mit einem Gewinn mindestens auf dem Niveau des Vorjahres gerechnet. In Q2 stieg der Umsatz um 4% auf 9,25 Mrd EUR, währungsbereinigt stand ein Plus von 8% zu Buche. Der Konzerngewinn kletterte um 16% auf 474 Mio. EUR. Im operativen Geschäft hinterließen aber die Beeinträchtigungen bei FMC ihre Spuren. Das bereinigte operative Ergebnis fiel um 8% auf 1,03 Mrd. EUR.

RWE hat nach einem starken ersten Halbjahr im Bereich Energiehandel sein Gewinnziel für 2021 angehoben. Der Vorstand erwarte nun im Konzern ein bereinigtes operatives Ergebnis von 3,0 bis 3,4 Mrd. EUR statt 2,65 bis 3,05 Mrd. Für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stellte der Konzern 1,5 bis 1,9 (zuvor: 1,15 bis 1,55) Mrd. EUR in Aussicht. Treiber im ersten Halbjahr war den Angaben zufolge der Energiehandel.

Rasante Zuwächse in Q2 geben dem weltgrößten Industriegase-Hersteller Linde noch mehr Zuversicht für das lfd. Jahr. Linde profitierte von der deutlichen Konjunkturerholung in vielen Teilen der Welt. Der Umsatz schnellte um 19% auf 7,6 Mrd. USD nach oben. Die Preise zogen um 4% an, das Absatzvolumen legte um 15% zu. Am stärksten war der Umsatzzuwachs in Europa, dem Nahen Osten und Afrika mit 25%, wegen des stärkeren Euro blieb davon in Dollar aber nur ein Plus von 16% übrig.

Devisen
Der Euro litt unter einem stärkeren USD, der wiederum von robusten Konjunkturdaten aus den USA profitierte.

Öl / Gold
Die Ölpreise zogen erneut weiter an. Die Konsum- und Einkommensentwicklung in den USA überraschten im Juni positiv, wie auch das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen sowie das Geschäftsklima in der Region Chicago. Gold notierte etwas leichter, aber weiter über 1.800 USD.

Daten zum Wertpapier: Fresenius
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Ticker-Symbol: FRE
WKN: 578560
ISIN: DE0005785604

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