Am Morgen: Givaudan, Roche, Intel und Twitter im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

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Die anhaltend hohe Nachfrage nach Halbleitern macht Intel zuversichtlicher. Bild und Copyright: drserg / shutterstock.com.

23.07.2021 08:42 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Bund und Ländern haben im Juni erneut deutlich mehr Steuern eingenommen als im Vorjahr. Die Steuereinnahmen wuchsen um 12,9% auf knapp 73,8 Mrd. EUR. „Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Steueraufkommen im Vorjahresmonat aufgrund der steuerlichen Maßnahmen zur Abmilderung der Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich gemindert war”, teilte das Bundesfinanzministerium mit. Im Vergleich zum Juni 2019 fiel das Steueraufkommen hingegen um 8,6% niedriger aus. Von Januar bis Juni legten die Steuereinnahmen von Bund und Ländern um 5,9% auf mehr als 347 Mrd. EUR zu.

Die EZB hat auf ihrer Juli-Sitzung ihre Forward Guidance der Anfang des Monats verkündeten neuen Strategie angepasst. Vor allem die starke Orientierung an den bislang wenig treffsicheren langfristigen Inflationsprojektionen dürfte Kritikern ein Dorn im Auge sein. Eindeutig erteilt die EZB mit der Übernahme der Formulierung „persistently” jedweden verfrühten Tapering- oder gar Exitüberlegungen eine Abfuhr. Aber auch auf längere Sicht hat sie die Hürde für eine geldpolitische Wende noch etwas höher gelegt, selbst wenn Lagarde kein „lower for longer” sehen mag. Die Leitzinsen dürften noch lange Zeit festgezurrt bleiben, entsprechend begrenzt bleibt das Aufwärtspotenzial für die Kapitalmarktzinsen.

Rentenmarkt
Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind nach der EZBSitzung gestiegen. Die Geldschleusen der Notenbank bleiben weit geöffnet. US-Staatsanleihen legten leicht zu. Sie erhielten Unterstützung von den wtl. Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe, die in der vergangenen Woche überraschend und deutlich gestiegen sind.

Aktienmarkt
Am deutschen Aktienmarkt ging es dank der Unterstützung durch die EZB weiter nach oben. DAX +0,60%, MDAX +0,99%, TecDAX +1,49%. An der Wall Street bestimmten zwei Faktoren das Geschehen: Unternehmenszahlen und US-Jobdaten. Sprudelnde Firmengewinne lockten zwar weitere Anleger an die Wall Street. Doch enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten dämpften ihre Kauflaune. Das Plus an den Börsen fiel somit geringer als an den Vortagen aus. Dow Jones +0,06%, S&P-500 +0,20%, Nasdaq-C. +0,36%. Nikkei-225: weiterhin feiertagsbedingt kein Handel.

Unternehmen
Vor allem die wieder anziehende Nachfrage im Segment Riechstoffe & Schönheit hat den Schweizer Duft- und Aromenhersteller Givaudan im 1. Halbjahr nach vorne gebracht. Bei Erlösen von 3,37 Mrd. CHF (+7,9% auf vergleichbarer Basis) kletterte der Konzerngewinn um 16,3% auf 481 Mio. CHF.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche profitierte im 1. Halbjahr von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Corona-Tests. Der Umsatz stieg um 5% auf 30,713 Mrd. CHF. Auch das Pharmageschäft, das in Q1 schwächelte, konnte den Wachstumspfad wiederaufnehmen. Der Konzerngewinn ging um 3% auf 8,216 Mrd. CHF zurück, währungsbereinigt stieg er um 2%. Für das Gesamtjahr bekräftigte Roche seine Ziele: Der Umsatz soll um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen (ohne Wechselkursschwankungen), der um Sonderfaktoren ber. Gewinn dürfte in etwa im gleichen Maß wachsen, hieß es.

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Halbleitern macht Intel zuversichtlicher. Der US-Chipkonzern rechnet nun im Gesamtjahr mit Erlösen von 73,5 Mrd. USD statt bisher 72,5 Mrd. USD. In Q2 stieg der Umsatz leicht um 2% auf 18,5 Mrd. USD. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus gerechnet. Der Nettogewinn legte um 6% auf 5,2 Mrd. USD zu.

Bei Twitter brummt das Anzeigengeschäft. In Q2 legten die Werbeeinnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 87% auf 1,05 Mrd. USD zu. Der Konzernumsatz kletterte um 74% auf 1,19 Mrd. USD. Mit beiden Zahlen übertraf das Unternehmen die Markterwartungen. Die verschärften Datenschutzregeln für das jüngste iPhone-Betriebssystem haben bisher weniger Auswirkungen auf die Anzeigenerlöse gehabt als erwartet.

Devisen
Der Euro-Handel verlief am Donnerstag in ruhigen Bahnen. Größere Kursveränderungen gab es dabei nicht.

Öl / Gold
Die erneut freundliche Stimmung an den Aktienmärkten spülte auch die Ölpreise nach oben. Gold notierte den dritten Tag in Folge leicht im Minus und riss zwischenzeitlich die runde Marke von 1.800 US-$ je Feinunze.

Daten zum Wertpapier: Intel
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Ticker-Symbol: INTC
WKN: 851399
ISIN: US4592001014

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