USA: ISM Services PMI – schwächer, aber eben doch nicht schwach! - Nord LB

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06.07.2021 17:12 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

In den USA sind vor wenigen Minuten aktuelle Daten zur Entwicklung des ISM Services PMI gemeldet worden. Im Berichtsmonat Juni zeigte sich bei diesem Einkaufsmanagerindex für den wichtigen Dienstleistungssektor der US-Wirtschaft eine gewisse Abschwächung. Mit weiterhin beachtlichen 60,1 Punkten deutete dieser an den Finanzmärkten stark beachtete nordamerikanische Stimmungsindikator also – trotz des nun zu beobachtenden Rückgangs – noch immer auf ein signifikantes Anziehen der ökonomischen Aktivität bei den befragten Firmen hin. Das Service-Segment der Ökonomie der Vereinigten Staaten trägt damit weiterhin klar zum Wachstum der US-Wirtschaft bei, die Dynamik der Aufwärtsbewegung lässt mittlerweile aber doch nach. Diese Entwicklung ist allerdings nur vom Ausmaß her eine gewisse Überraschung.

Der Blick auf die Details der aktuellen Daten zum ISM Services PMI zeigt, dass die Unterkomponente „Unternehmensaktivität“ im Berichtsmonat Juni recht deutlich auf 60,4 Zähler zurückgegangen ist. Die tatsächlich realisierte ökonomische Aktivität im Dienstleistungssektor der US-Volkswirtschaft kann somit zwar weiterhin zulegen, der in den vergangenen Monaten zu beobachtende steile Steigflug bei den US-Dienstleistern beginnt sich nun aber doch spürbar abzuflachen. Angesichts von zuletzt beobachtbaren klaren Überhitzungstendenzen kann diese Nachricht jedoch durchaus auch positiv interpretiert werden. Das Service-Segment der Wirtschaft der USA bewegt sich nun nämlich eindeutig auf einem nachhaltigeren Wachstumspfad.

Der Sub-Index „Auftragseingänge“ hat sich dagegen am aktuellen Rand nur leicht abgeschwächt. Mit immerhin noch 62,1 Punkten werden sich weiterhin zügig füllende Orderbücher der befragten Firmen angezeigt. Ein Mangel an Kundenanfragen ist folglich kein Problem. Dies ist eine positive Nachricht.

Die Komponente „Beschäftigung“ ist im Juni allerdings sogar unter die „magische“ Marke von 50 Zählern gefallen. Mit nur noch 49,3 Punkten wird von dieser Zeitreihe nach mechanistischer Interpretation inzwischen in der Tat kein Personalaufbau mehr signalisiert. Diese Nachricht sollte aber auch nicht zu negativ beurteilt werden, da neue Arbeitskräfte in den USA aktuell für die Firmen kaum mehr verfügbar sind. Diese Knappheit dämpft ohne jeden Zweifel die Besserung der Beschäftigungssituation.

Der Sub-Index „Preise“ gab am aktuellen Rand zwar ganz leicht nach, verharrt aber mit 79,5 Punkten noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Die Einkaufspreise der befragten Firmen legen somit weiterhin signifikant zu – aber immerhin nicht mehr ganz so schnell, wie dies noch im Vormonat der Fall war. Diese leichte Entspannung im Juni darf aber wohl noch nicht als Entwarnung beim Blick auf das Thema Inflation gewertet werden.

In der Tat zeigen die verbalen Rückmeldungen der befragten Einkaufsmanager auch weiterhin größere Inflationssorgen an. Auch im Dienstleistungssektor der USA kämpfen die Firmen regelrecht mit der Knappheit verschiedenster Vorprodukte. Ein ganz besonderes Problem vieler Service-Firmen ist aber der Mangel an verfügbarem Personal. Die Anmerkungen der Einkaufsmanager offenbaren mit absoluter Klarheit, dass dieses herausfordernde Umfeld für die Personalabteilungen die von den Firmen eigentlich geplante Erhöhung der ökonomischen Aktivität klar einschränkt.

Fazit: Der ISM Services PMI musste im Juni einen gewissen Rückgang hinnehmen. Mit weiterhin starken 60,1 Punkten wird dennoch ein deutliches Anziehen der ökonomischen Aktivität bei den US-Dienstleistungsunternehmen angezeigt. Allerdings offenbart sich immer klarer, dass der aktuelle Wirtschaftsaufschwung in den Vereinigten Staaten an die Kapazitätsgrenzen zu stoßen beginnt. Vor allem Personal wird von den Firmen inzwischen fast schon verzweifelt gesucht.

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