Inflationsrate in Deutschland bald bei 4 Prozent? - Commerzbank

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In den kommenden Monaten wird die Inflationsrate noch einmal spürbar zulegen und gegen Ende des Jahres fast 4% betragen. Bild und Copyright: telesniuk / shutterstock.com.

30.06.2021 09:04 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Inflationsrate ist in Deutschland im Juni von 2,5% auf 2,3% J/J zurückgegangen. Dies lag zum Großteil an einem leichten Rückgang des Nahrungsmittel- und Energiepreisanstiegs. Es mehren sich jedoch die Anzeichen, dass der unterliegende Preistrend leicht anzieht. So stiegen die Preise für Kleidung, Restaurantbesuche und Übernachtungen. In den kommenden Monaten wird die Inflationsrate noch einmal spürbar zulegen und gegen Ende des Jahres fast 4% betragen. Das liegt daran, dass die Preise mit den niedrigeren Preisen durch die Mehrwertsteuersenkung und gesunkenen Energiepreisen im Vorjahr verglichen werden. Nach Auslaufen dieser Effekte dürfte die Teuerungsrate im kommenden Jahr aber wieder deutlich niedriger sein.

Anleihen
Japan: Industrieproduktion (Mai), 01:50 Uhr
China: Einkaufsmanagerindizes (Juni), 3:30 Uhr
Deutschland: Arbeitslosenzahl (Juni), 9:55 Uhr
Euroraum: Verbraucherpreise (Juni), 11:00 Uhr
USA: ADP-Beschäftigungsänderung (Juni), 14:15 Uhr
USA: Chicago Einkaufsmanagerind. (Juni), 15:45 Uhr
USA: Schwebende Hausverkäufe (Mai), 16:00 Uhr

Am Rentenmarkt setzte sich auch gestern der enge Handel von Bundesanleihen in der seit letzter Woche vorherrschenden Renditespanne fort: Die laufende Verzinsung zehnjähriger deutscher Staatstitel bleibt weiter zwischen minus 0,20 und minus 0,15% gefangen. Wie von Analysten erwartet, lässt der Inflationsdruck in Deutschland etwas nach. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg im Juni nur noch mit einer Jahresrate von 2,1% (Vormonat: 2,4%). Der HVPI ist die für die Europäische Zentralbank (EZB) relevante Inflationsmessgröße. Die EZB strebt mittelfristig knapp 2% an. Trotz des Rückgangs dürfte der Höhepunkt des Inflationsanstiegs aber noch bevorstehen, denn viele Ökonomen rechnen damit, dass die Jahresinflationsrate gegen Jahresende bei 3% bis 4% liegen wird, bevor sie wieder abflaut (siehe auch „Im Blickpunkt“). Zwei Wochen nach ihrer NGEU-Debütanleihe holte die Europäische Union gestern zum Doppelschlag aus. Zur weiteren Finanzierung des Wiederaufbaupakets "Next Generation Europe" emittierte die EU eine fünf sowie eine dreißigjährige Anleihe. Beide Papiere waren mit jeweils mehr als 80 Mrd. Euro an Nachfragevolumen mehrfach überzeichnet, so dass der zuvor angedachte Risikoaufschlag noch einmal verringert wurde. Die fünfjährige EU-Anleihe wies bei Preisfeststellung eine Rendite von minus 0,33% und die 2051 fällig werdende Anleihe eine laufende Verzinsung von 0,73% aus. In den USA ist das Verbrauchervertrauen (laut Conference Bord) im Juni kräftig gegenüber dem Vormonat angestiegen.

Aktien
Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Nach einem relativ verhaltenen Wochenauftakt konnten die europäischen Aktienbörsen, gestützt durch die Rekordjagd der Wall Street am Vortag, am Dienstag wieder etwas deutlicher zulegen. Im allgemein positiven Umfeld (etwas langsamerer Preisauftrieb in Deutschland im Juni) verzeichneten die meisten Branchen des EuroStoxx 600 Gewinne. Schwächer tendierten hauptsächlich Immobilienaktien (-0,7%) und auch der Reise & Freizeit-Sektor (-0,4%) setzte seinen Negativtrend vom Vortag, allerdings mit deutlich geringerem Abgabedruck, weiter fort. Die beste Entwicklung wiesen indes Grundstoffe (+1,2%) und Banken (+0,8%) auf. Im deutschen Leitindex Dax 30 standen die Titel von Siemens Energy (+3,6%) an der Spitze der Kursliste. Die Anteilscheine von Adidas (+2,5%) profitierten von der Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms des Sportartikelherstellers. Negativ entwickelten sich hingegen eher defensive Titel wie Vonovia (-0,8%) und FMC (-0,9%). Im MDax sorgte das Interesse von Knorr-Bremse (-12,2%) am Automobilzulieferer Hella (+4,0%) für heftigere Kursausschläge. An der Wall Street traten die Leitindizes trotz positiver Konjunkturdaten mehr oder weniger auf der Stelle. Etwas dynamischer präsentierte sich wie an den Vortagen der technologielastige Nasdaq 100, der damit seinen jüngsten Rekordlauf weiter fortsetzte. Der marktbreite S&P 500 hatte im Handelsverlauf erstmalig die Marke von 4.300 Punkten überschritten, konnte dieses Niveau aber nicht bis zuletzt halten. Im Fokus standen nach dem bestandenen Stresstest insbesondere die Bankentitel. So kündigte Morgan Stanley (+3,4%) die Verdopplung der Quartalsdividende sowie ein höheres Aktienrückkaufprogramm an. Die Aktien der Citigroup (-2,6%), die ihre Pläne nicht ändern will, rutschten hingegen ans Indexende. Die asiatischen Märkte entwickeln sich heute Morgen in einem insgesamt ruhigen Handel uneinheitlich.

Daten zum Wertpapier: Euro - Währung
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Ticker-Symbol: EURUSD
WKN: 965275
ISIN: EU0009652759

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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