Bank of Japan: Die Coronavirus-Krise bleibt im Fokus - Nord LB

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18.06.2021 10:49 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Erwartungsgemäß hat die Bank of Japan heute abermals keine Veränderungen an ihrer Zinspolitik vorgenommen. Der traditionelle Leitzins und die Zielrendite von Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren verharren folglich weiterhin auf dem aktuellen Niveau. Die Finanzmärkte sind von beiden Nachrichten nicht überrascht worden.

Auch am aktuellen Rand konnte im zentralen Entscheidungsgremium der Bank of Japan wieder keine Einstimmigkeit bei den Beschlüssen zur weiteren Zinspolitik erzielt werden. Goushi Kataoka forderte erwartungsgemäß abermals eine Senkung der Leitzinsen zur Stützung der ökonomischen Aktivität in Japan und hat entsprechend eine abweichende Meinung zu Protokoll gegeben. Zudem hat sich Takako Masai der Stimme enthalten.

Das im Rahmen der Coronavirus-Krise eingeführte und eigentlich im September auslaufende Unterstützungsprogramm für die japanische Wirtschaft ist bereits jetzt bis März 2022 verlängert worden. Diese Entscheidung stellt lediglich vom Timing her eine gewisse Überraschung dar. Das an dieser Stelle zu beobachtende frühzeitige Agieren der Notenbank in Tokio zeigt unserer Auffassung nach klar, dass die noch immer existierenden ökonomischen Risiken, die von der Coronavirus-Krise ausgehen, auch weiterhin im Fokus der japanischen Geldpolitiker bleiben. Flankierend hat die Bank of Japan zudem ein neues Programm zur Finanzierung von Maßnahmen gegen den Klimawandel angekündigt, welches noch vor dem Ende des Jahres 2021 gestartet werden soll. Diese Nachricht ist in den Kontext des von der japanischen Regierung verkündeten Zieles der Schaffung einer karbonneutralen Wirtschaft bis zum Jahr 2050 zu stellen. In der Summe zeigt die Bank of Japan damit, dass sie weiterhin die Coronavirus-Krise im Auge behält, inzwischen aber auch Maßnahmen ergreift, die für die Zeit nach der Pandemie von Bedeutung sein werden.

Anlässlich der Pressekonferenz nach der Notenbanksitzung in Tokio betonte der Zentralbankchef Haruhiko Kuroda, dass die Wirtschaftsdynamik in Japan an Fahrt zu gewinnen scheint. In diesem Kontext verwies er vor allem auf die positive Entwicklung bei den Exporten und stellte heraus, dass die ökonomische Erholung in vielen anderen Länder hilfreich für die Ökonomie Japans sein müsste. Mit Blick auf die USA sieht er aufgrund des Wachstums und der Inflationsentwicklung dort die Möglichkeit für ein Tapering durch das FOMC. In Japan werde die Notenbank die Wirtschaft aber wohl weiterhin aktiv unterstützen müssen. Zudem wäre die Bank of Japan im Bedarfsfall auch bereit, sogar noch zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. Unterschiedliche geldpolitische Ausrichtungen in verschiedenen Währungsräumen sollten nach Auffassung von Kuroda aber kein Problem darstellen. Er betonte allerdings, dass der Yen in einem solchen Szenario eher abwerten dürfte. Mit Blick auf die QE-Maßnahmen der Bank of Japan gab Kuroda zu Protokoll, dass man nicht über ein Ende der Käufe von ETFs nachdenke. Auch ein Verkauf von Beständen an ETFs sei nicht geplant.

Fazit: Die Bank of Japan bleibt ihrer bisherigen zinspolitischen Linie treu und spielt damit weiterhin auf Zeit. Die Notenbank macht durch die frühzeitige Verlängerung des Unterstützungsprogrammes für die von der aktuellen Krise betroffenen Firmen klar, dass man auch weiterhin gegen die ökonomischen Auswirkungen der Pandemie kämpft. Gleichzeitig offenbart die Ankündigung eines neuen Programms zur Finanzierung von Maßnahmen gegen den Klimawandel, dass die Zentralbank in Tokio inzwischen auch für die Zeit nach der Coronavirus-Krise plant.

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