US-Einzelhandelsumsätze: Revisionen prägen wieder einmal das Bild - Nord LB

Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

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15.06.2021 15:38 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Heute sind in den USA aktuelle Daten zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze im Berichtsmonat Mai veröffentlicht worden. Diesen noch vorläufigen Angaben folgend zeigt sich bei dieser makroökonomisch sehr wichtigen Zeitreihe eine unerwartet deutliche Abschwächung. Gemeldet wurde ein regerechter Einbruch um 1,3% M/M. Per se stellt diese Entwicklung schon eine negative Überraschung dar, allerdings kam es auch zu einer signifikanten Aufwärtsrevision der Veränderungsrate im Vormonat. In der Summe präsentieren sich die US-Einzelhandelsumsätze somit gar nicht so viel schwächer als zu erwarten war.

Ein Blick auf die Details der Daten zeigt, dass der Mai für die US-Autohäuser nach zwei sehr erfreulichen Monaten eine eher schwierige Zeit dargestellt hat. Diese Nachricht ist keine größere Überraschung; es hätte sogar noch schlimmer kommen können. Die Umsätze sind in konkreten Zahlen ausgedrückt um 3,7% M/M zurückgegangen. Auf der Basis der nicht saisonbereinigten Zeitreihe berechnet notiert die Jahresrate aber weiterhin bei starken +34,0%. Insofern sollten die aktuellen Entwicklungen nicht zu negativ interpretiert werden. Exklusive Automobile offenbarte sich ein Rückgang um 0,7% M/M.

Die beiden eng mit dem US-Immobilienmarkt verknüpft Untergruppen Möble und Baumaterialien sind am aktuellen Rand ebenfalls jeweils klar zurückgegangen. Hinsichtlich der Umsätze mit Möbeln kann festgehalten werden, dass sich nach zwei starken Vormonaten nun einfach nur ein klassischer Rückpralleffekt zu zeigen scheint. Bei den Baumaterialien könnten Lieferengpässe zu spürbaren Belastungen geführt haben. Insofern darf die Signalwirkung dieser Bewegung mit Blick auf den US-Immobilienmarkt wohl zunächst nicht überbewertet werden.

Die Umsätze an den Tankstellen legten im Mai um 0,7% M/M zu. An dieser Stelle dürfte vor allem die Entwicklung der Benzinpreise eine Rolle gespielt haben. Unter Ausklammerung der Komponente Kraftstoff gaben die Einzelhandelsumsätze am aktuellen Rand um 1,5% M/M nach.

Die für die BIP-Berechnung relevante Kontrollgruppe der Einzelhandelsumsätze verringerte sich im Berichtsmonat Mai um 0,7% M/M. Auch bei dieser Zeitriehe kam es zu einer deutlichen Aufwärtsrevision des für April gemeldeten vorläufigen Wertes. Entsprechend dürfen die Zahlen nach dem Anstieg um sehr beachtliche 8,6% M/M im März keinesfalls zu negativ interpretiert werden.

Fazit: Die US-Einzelhandelsumsätze neigen im Mai vor allem auf den ersten Blick zu einer gewissen Schwäche. Der Konsumrausch im März hallt allerdings noch nach – zumal die April-Daten sich nach den nun vorgenommenen Revisionen deutlich stärker präsentieren. In der Summe bleibt der US-Konsument also auch weiterhin eine tragende Säule des Wirtschaftsaufschwungs in Nordamerika. Die anhaltende Besserung der Lage am US-Arbeitsmarkt wird perspektivisch helfen. Auch mögliche Revisionen der heute gemeldeten Zahlen zum Konsumverhalten in den USA müssen im Auge behalten werden.

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