Der Beschäftigungsaufbau in den USA bleibt hinter den Erwartungen zurück - Commerzbank

Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

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08.06.2021 11:22 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

In den USA fiel der Beschäftigungsaufbau im Mai schwächer als erwartet aus. Außerhalb der Landwirtschaft kamen 559.000 Stellen hinzu. Analysten hatten jedoch mit einem Zuwachs von im Schnitt 675.000 Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote sank immerhin von 6,1% auf 5,8%. Ein Grund für die geringe Bereitschaft, als Arbeitsloser ein Arbeitsangebot anzunehmen oder sich überhaupt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen, stellt die aktuell erhöhte Arbeitslosenhilfe (die in vielen Fällen das zu erwartende Lohneinkommen übersteigt), dar. Allerdings läuft der Sonderzuschlag zur Arbeitslosenhilfe – spätestens im September – aus.

Anleihen
Deutschland: Industrieproduktion (April), 8:00 Uhr
Deutschland: ZEW-Umfrage (Juni), 11:00 Uhr
USA: Handelsbilanz (April), 14:30 Uhr

Die unter den Erwartungen vermeldeten US-Arbeitsmarktdaten ließen am Freitagnachmittag die Renditen von Bundesanleihen und US-Treasuries sinken. Dabei waren die Arbeitslosendaten von Mai doch eher erfreulich: Die Arbeitslosenquote fiel von 6,1% im April auf 5,8% und die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen erneut deutlich. Was hingegen enttäuschte war, dass mit „nur“ 559 Tausend neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft der Stellenaufbau hinter den Erwartungen zurückblieb und auch die Partizipationsrate wieder fiel und damit auch weiterhin keinerlei Erholungstendenzen zeigt (siehe auch „Im Blickpunkt“). Der US-Dollar wurde in Mitleidenschaft gezogen und verlor gegenüber dem Euro an Wert. Zu Wochenbeginn setzten aber Gegenbewegungen ein: Die Staatsanleiherenditen stiegen leicht an und auch der US-Dollar legte gegenüber dem Euro etwas zu. Die Kurse von Bundesanleihen bleiben jedoch weiter gut unterstützt, denn die Montag früh vermeldeten Auftragseingänge in der deutschen Industrie zeigen, dass die Bestellungen im April nach einem teilweise sehr starken Anstieg in den Vormonaten eine Atempause einlegten. Dabei ist das leichte Minus um 0,2% gegenüber Vormonat auch darauf zurückzuführen, dass die Bestellungen im Sektor "sonstiger Fahrzeugbau" (Flugzeuge etc.) um mehr als 10% gefallen sind. Ohne diese immer sehr volatile Unterkomponente ergibt sich ein geringfügiges Plus von 0,2%. Die deutsche Industrie profitiert weiterhin von der starken Erholung der Weltwirtschaft und damit von einer soliden Nachfrage aus dem Ausland (+2,7% M/M). Die schwache Industrieproduktion von heute früh (-1,0% M/M nach +2,2% im März) zeigt einmal mehr, dass die Industrie nur wenig zum BIP-Wachstum im zweiten Quartal beitragen wird.

Aktien
BAT, Trading Update erstes Halbjahr

Verhaltener Wochenauftakt an den europäischen Aktienbörsen. Zwar konnte der Dax 30 zwischenzeitlich ein erneutes Rekordhoch erreichen, doch letztendlich schloss er mit leichten Verlusten. Wie bereits in der vergangenen Woche standen im deutschen Leitindex die Automobiltitel im Fokus. Mit Continental (+2,0%) und BMW (+1,6%) standen gleich zwei Aktien aus diesem Segment an der Spitze der Performanceliste. Besonders stark präsentierten sich im SDax die Titel der beiden Automobilzulieferer ElringKlinger (+6,6%) und Leoni (+5,8%). Der Leitindex für den Euroraum, der EuroStoxx 50, konnte sogar leicht zulegen. Hier sorgten neben den Automobilen vor allem Banken (+1,0%) sowie Immobilienaktien und das Handelssegment (jeweils +0,9%) für die wesentlichen Auftriebskräfte. Nur wenige Branchen tendierten leicht schwächer. Lediglich die Sektoren Chemie (-1,1%) und Grundstoffe (-0,8%) verzeichneten stärkere Verluste. An der Wall Street schwächelten vor allem die Standardwerte-Indizes, während der technologielastige Nasdaq 100 drehen konnte und zuletzt im positiven Terrain schloss. Die von den Finanzministern der G7 beschlossene Mindeststeuer für internationale Großkonzerne war noch kaum ein Thema. Im Fokus stand indessen die Zulassung des Alzheimer-Mittels Aducanumab von Biogen (+38,3%) durch die US-Arzneimittelbehörde FDA. Analysten verwiesen auf die Auswirkungen für andere Konzerne, die an Alzheimer-Medikamenten forschen. So stiegen auch die Titel von Eli Lilly (+10,2%) deutlich an. Letztendlich gehörte der Gesundheitssektor (+0,3%) zu den wenigen Sektoren, die leicht zulegen konnten. Stark präsentierten sich wie seit einigen Wochen erneut die Immobilienaktien (+0,9%). Für die asiatischen Börsen ging es heute Morgen in der Breite leicht nach unten, vor allem chinesische Aktien tendieren schwächer. Die europäischen Märkte werden zur Eröffnung unverändert erwartet.

Daten zum Wertpapier: Dow Jones Industrial - Aktienindex
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Ticker-Symbol: DJI
WKN: 969420
ISIN: US2605661048

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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