EZB-Käufe helfen der Euro-Peripherie - Commerzbank

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28.05.2021 09:16 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Griechische, italienische und spanische Staatsanleihen wiesen seit Mitte 2020 eine deutlich bessere Performance auf als Bundesanleihen. Zur Coronapandemie hatten sie allerdings schwere Kursverluste erlitten. In erster Linie hat die EZB mit den massiven Staatsanleihekäufen die Euro-Peripherie unterstützt. Zudem wurde ein EU-Rettungsschirm in Höhe von 540 Mrd. Euro ins Leben gerufen sowie ein Wiederaufbaufonds. Beide Maßnahmen haben dazu beigetragen, dass trotz steigender Verschuldung die Renditen bis zur Jahreswende zurückgingen. Italiens Anleihen zeigten in diesem Jahr jedoch relative Schwäche, da die Verschuldung höher als erwartet ausfallen wird und es Spekulationen gab, dass die EZB die Anleihekäufe reduzieren will. Diese Spekulationen haben sich zuletzt wieder verflüchtigt.

Anleihen
Japan: Arbeitslosenquote (Apr), 1:30 Uhr
Frankreich: Verbraucherpreise (Mai), 8:45 Uhr
Euroraum: Wirtschaftsvertrauen, ESI (Mai), 11:00 Uhr
USA: Ausgaben private Haushalte (Apr), 14:30 Uhr
USA: Einkaufsmanagerindex Chicago (Mai), 15:45 Uhr

Nach den Rückgängen in den letzten Tagen tendierten die Renditen gestern wieder aufwärts. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen kletterte um 2 Basispunkte auf -0,17%. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries legte drei Basispunkte auf 1,61% zu. Die langsame Korrektur – die Schrittweise Einpreisung eines stärkeren Preisauftriebs in die Renditeerwartungen – ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Eine plötzliche Korrektur – also ein Crash des Anleihenmarkts – würde dagegen wohl auch negative Folgen für den Aktienmarkt bzw. für die Realwirtschaft haben. Wer sein Geld nicht in Kryptowährungen, sondern in anderen riskanten Wertpapieren anlegen möchte, dem bieten sich mit Werder Bremen und Schalke 04 zwei wenig erfolgreiche Fußballvereine an. Auf der Webseite der Hanseaten kann eine Anleihe mit fünf Jahren Laufzeit gezeichnet werden. Der Kupon soll zwischen 6% und 7,5% liegen. Schalke hat am Mittwoch angekündigt, auch eine Anleihe zu platzieren, ebenfalls mit fünf Jahren Laufzeit. Der Kupon soll bei 5,75% liegen. Die Zeichnungsphase beginnt wohl am 13. Juni. In den USA blieben die Bestellungen langlebiger Güter klar hinter den Erwartungen zurück. Vermutlich bremsten die Lieferschwierigkeiten der Autoproduzenten die Bestellfreude der Neuwagenkäufer, denn die Neuwagenbestellungen fielen deutlich um 6,2% zum Vormonat. Deutlich erholt haben sich dagegen die Bestellungen von zivilen Flugzeugen (+17,4% zum Vormonat). Derweil sind die Erstanträge auf Arbeitslosengeld weiter rückläufig – was aber auch daran liegt, dass in einigen Bundesstaaten keine zusätzlichen Unterstützungsgelder mehr gezahlt werden.

Aktien
Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Donnerstag erneut uneinheitlich. Zu den größten Indexgewinnern zählte neben Spanien (+1,1%) der französische Leitindex CAC 40, der um 0,7% zulegte. Zugleich markierte er mit 6.467 Punkten ein neues Jahreshoch und legte somit seit dem Coronatief aus dem Vorjahr (3.632 Punkte, 16. März 2021) um rund 78% zu. Der Dax, der am Dienstag mit 15.568 Punkten ein Rekordhoch erreicht hatte, fiel um 0,3%. Ein Belastungsfaktor war die Aktie von Bayer, die 5% einbüßte. Verantwortlich hierfür zeichnete eine weitere gerichtliche Schlappe in Bezug auf die Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Die gebeutelten Anleger von Bayer brauchen somit weiterhin viel Geduld und starke Nerven. Trotz des erneuten Kursrücksetzers gewann die Bayer-Aktie seit Jahresbeginn aber 8,4%. In der zweiten Reihe glänzte die Aktie von Airbus mit einem Kurssprung von 9,2%, nachdem das Unternehmen über eine deutlich höhere Flugzeugproduktion berichtet hatte. Davon profitierte auch die Aktie von MTU, die mit einem Kursplus von 2,4% zu den größten Dax-Gewinnern zählte. Auch die Notierung von Vonovia setzte ihre Kurserholung weiter fort (+3,2%). Die Aktie der Deutschen Post stieg zum Handelsschluss stark an und gewann 4,2%. Auf europäischer Sektorenebene waren vor allem Rohstoffwerte gesucht (+3,1%). Versorgerwerte büßten dagegen als Tagesverlierer durchschnittlich 1% ein. Die US-Börsen tendierten uneinheitlich. Der Dow Jones-Index gewann 0,4%. Auf Sektorenebene (S&P 500) erzielten Industrieaktien (+1,4%) die größten Gewinne. Am Ende der Performanceskala rangierten dagegen Versorgerwerte, die im Schnitt 0,7% einbüßten. Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss uneinheitlich. Klarer Gewinner war die Börse in Japan; der Nikkei 225-Index kletterte um 2,1%. Schönes Wochenende!

Daten zum Wertpapier: EZB

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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