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Geldpolitische Wende der US-Notenbank trotz Optimismus noch weit entfernt - Commerzbank

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Die Debatte über eine geldpolitische Wende der Fed hat sich nach den guten Konjunkturdaten verschoben. Bild und Copyright: Rob Crandall / shutterstock.com.

29.04.2021 09:17 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Fed nahm in ihrer zweitätigen Sitzung keine geldpolitischen Änderungen vor. Sie hat den Leitzins von 0,00% bis 0,25% bestätigt und wird weiterhin monatlich Anleihen in Höhe von 120 Mrd. US-Dollar kaufen. Die Forward Guidance bleibt ebenso unverändert. Sie besagt, dass eine Zinserhöhung solange nicht infrage kommt, bis das Vollbeschäftigungsziel erreicht ist und die Inflation das 2%-Ziel erreicht hat sowie auf dem Weg ist, das Ziel "für einige Zeit moderat zu überschreiten“. Die Beschreibung der wirtschaftlichen Lage fiel im Kommuniqué deutlich optimistischer aus. Es gab eine merkliche Veränderung der Wortwahl und eine Anpassung an die wirtschaftliche Entwicklung. So haben sich die wirtschaftlichen Indikatoren verbessert. Die von der Pandemie getroffenen Sektoren seien zwar immer noch schwach, zeigten aber eine gewisse Besserung. Die Inflation sei gestiegen, hauptsächlich aber aufgrund vorübergehender Faktoren. Die Debatte über eine geldpolitische Wende der Fed hat sich nach den guten Konjunkturdaten verschoben. Die Wachstumsprognosen werden stetig nach oben revidiert und die Erwartung einer geldpolitischen Reaktion nach vorne gezogen. Die Fed wird sich vorerst aber nicht von dieser Stimmung anstecken lassen. Vielmehr wartet sie auf eine deutlichere Bestätigung der Fortschritte. Daher wird sie sich noch nicht auf eine Debatte um ein Ende der Anleihekäufe einlassen. Umfragen zu Folge erwartet die Mehrheit der Marktteilnehmer erste Hinweise auf eine Reduzierung der Anleihekäufe bis zum Ende des 3. Quartals. Fed-Chef Powell sagte in der Pressekonferenz, dass die Erholung am Arbeitsmarkt keineswegs vollständig und man von den Zielen noch weit entfernt sei. Es ist daher noch nicht an der Zeit, über eine Reduzierung der Anleihekäufe zu sprechen.

Anleihen


Deutschland: Arbeitslose (Apr), 09:55 Uhr
Euroraum: Geldmenge, M3 (Mrz), 10:00 Uhr
Deutschland: Verbraucherpreise (Apr), 14:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosengeld, 14:30 Uhr
USA: Bruttoinlandsprodukt (Q1), 14:30 Uhr
USA: Schwebende Hausverkäufe (Mrz), 16:00 Uhr

Wie erwartet hält die US-Notenbank an ihrer Geldpolitik fest: Leitzinsen, Anleihekäufe und Forward Guidance bleiben unverändert. Zudem hat Notenbankchef Powell gestern klargestellt, dass die Fed die monatlichen Anleihekäufe im vollen Umfang (120 Mrd. US-Dollar) weiterführen werde, bis die Erholung substanzielle weitere Fortschritte macht – das werde noch einige Zeit brauchen, sagte Powell (siehe „Im Blickpunkt“). Die Kurse von Bundesanleihen gaben gestern zunächst weiter nach – die Renditen stiegen bis knapp unter -0,2%; fielen dann aber wieder zurück und schlossen bei -0,23%. In den USA stieg die Rendite 10-jähriger Treasuries im Vorfeld der Veröffentlichung der Ergebnisse der Fed-Sitzung weiter auf fast 1,66% an, ging danach aber wieder auf 1,61% zurück. US-Präsident Joe Biden ist gestern in seiner ersten „State of the Union“ Rede vor dem Kongress auf die mittelfristige Planung der Fiskalpolitik eingegangen. Im Rahmen des „American Families Plan“ wollen die Demokraten 1,8 Billion US-Dollar in der nächsten Dekade zusätzlich zu den beschlossenen Pandemiehilfen (über 4 Billion US-Dollar) und Infrastrukturplan (2 Billionen US-Dollar) ausgeben. Die Mittel sollen vor allem Familien u.a. in Form von Steuererleichterungen, kostenfreien Collagebesuchen und verbesserter vorschulischer Betreuung zugutekommen. Die Ausgaben sollen aber – anders als die Gelder zur Überwindung der Pandemiefolgen – durch Steuererhöhungen gegenfinanziert werden. Im Fokus sind dabei Haushalte mit einem Einkommen von über 400.000 US-Dollar.

Aktien


Airbus, BASF, DNB ASA, Nokia, Ergebnis Q1
Samsung Electronics, detailliertes Ergebnis Q1
Glencore, Q1 Produktionsreport
Equinor, Repsol, RD Shell, Total, Ergebnis Q1
Amazon, Caterpillar, Comcast, Ergebnis Q1
Mastercard, McDonald’s, Ergebnis Q1

Auch zur Wochenmitte hielten sich die Anleger an den europäischen Aktienbörsen weiterhin zurück. Vor der mit Spannung erwarteten Sitzung der US-Notenbank kam nur bei einigen Einzelwerten Kaufstimmung auf. So lagen im Dax 30 die Anteilscheine der Deutschen Bank (+10,7%) und von Delivery Hero (+9,4%) mit klarem Abstand an der Spitze der Performanceliste und sorgten so quasi im Alleingang für die positive Tendenz im deutschen Leitindex. Die beiden Konzerne hatten zum Jahresauftakt 2021 mit ihren Zahlenwerken die Erwartungen deutlich übertroffen. Auch im EuroStoxx standen mit den Aktien von BNP Paribas (+3,1%) und Banco Santander (2,7%) Kreditinstitute an der Indexspitze. Die spanische Bank hatte deutlich über den Erwartungen liegende Quartalszahlen präsentiert. Somit war der Banksektor (+2,1%) klarer Gewinner unter den Branchen im Euroraum. Obwohl die US-Notenbank wie erwartet an ihrer expansiven Geldpolitik festhält und sich zugleich zuversichtlicher für die weitere Wirtschaftsentwicklung zeigt, gingen die Indizes an der Wall Street mit leichten Verlusten aus dem Handel. Bei den zahlreichen Gewinnvorlagen gab es Licht und Schatten. Besonders unter Druck standen nach insgesamt enttäuschenden Zahlen die Titel des Biotechnologiekonzerns Amgen (-7,2%), die somit das Schlusslicht im Dow Jones Industrial waren. Deutlich besser setzten sich die Aktien von Alphabet (+3,0%) in Szene, die nach Vorlage von überzeugenden Quartalsdaten auf ein Rekordhoch kletterten. Die asiatischen Börsen legen heute Morgen in der Breite leicht zu, einige haben allerdings feiertagsbedingt geschlossen.
Daten zum Wertpapier: Federal Reserve (Fed)

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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