Apple, Deutsche Bank, Tesla - es ist Quartalszahlen-Zeit! - Börse München

Robert Ertl, Börse München: „Von Unternehmensseite dürfte es vor allem der Fortgang der Berichtssaison sein, der die Aufmerksamkeit der Anleger haben wird.” Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

Robert Ertl, Börse München: „Von Unternehmensseite dürfte es vor allem der Fortgang der Berichtssaison sein, der die Aufmerksamkeit der Anleger haben wird.” Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

26.04.2021 09:28 Uhr - Autor: Robert Ertl  Robert Ertl auf Twitter auf Twitter 

Schwankende Stimmung: Die deutschen Aktienbörsen haben die vergangene Woche nach uneinheitlichem Verlauf leichter beendet. Nachdem zu Wochenbeginn im frühen Handel noch neue Index-Rekorde aufgestellt worden waren, ging es spürbar abwärts. Zu Wochenmitte setzte dann eine Erholungsbewegung ein, die allerdings nicht bis zum Ende der Handelswoche anhielt. Die Kursverluste waren dabei hauptsächlich auf Gewinnmitnahmen, wieder wachsende Corona-Sorgen und einen damit zusammenhängenden geringeren Konjunkturoptimismus zurückzuführen. Auch die Spekulationen über eine Anhebung der Kapitalertragsteuer in den USA belasteten. Dagegen kam das Ergebnis der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an den Märkten gut an. Die EZB hielt sich alle Optionen offen, um den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie entgegenzuwirken.

Der Deutsche Aktienindex (Dax), der am vergangenen Montagvormittag erstmals über 15.500 Zähler gestiegen war, sank im Wochenvergleich um 1,2 Prozent auf 15.279,62 Punkte. Gegen den Trend legten die Titel von Indexwert E.ON auf Wochensicht um knapp 3,2 Prozent zu. Der Energiekonzern profitierte von einem positiven Analystenurteil, auch der Beginn des Online-Klimagipfels unter Führung von US-Präsident Joe Biden und die Erwartung anspruchsvollerer Klimaschutzziele gaben Auftrieb. Der MDax büßte im Wochenvergleich 1,5 Prozent auf 32.772,46 Zähler ein. Der TecDax reduzierte sich leicht um 0,2 Prozent auf 3.518,88 Punkte. Der m:access All-Share verlor 2,0 Prozent auf 2.837,85 Zähler.

Die deutschen Anleihemärkte haben sich in der vergangenen Woche ohne einheitliche Tendenz präsentiert. Einerseits belasteten gut aufgenommene Konjunkturdaten aus den USA und der Eurozone, andererseits gaben die zeitweilig eingetrübte Stimmung an den Finanzmärkten und die gesunkene Risikoneigung der Anleger den Bundespapieren Auftrieb. Im Wochenvergleich legte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe von -0,27 auf -0,26 Prozent zu. Die Umlaufrendite ging dagegen von -0,32 auf -0,33 Prozent zurück.

Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche nachgegeben. Zu Ende der Handelswoche sorgten allerdings einige gut aufgenommene Konjunkturdaten für spürbaren Auftrieb und halfen, die vorangegangenen Verluste zu reduzieren. Der Dow-Jones-Index büßte im Wochenvergleich 0,5 Prozent ein auf 34.043,49 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index, der am vergangenen Freitag zwischenzeitlich mit gut 4194 Zählern ein neues Rekordhoch verzeichnete, ging letztlich um 0,1 Prozent zurück auf 4.180,17 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-100-Index gab 0,7 Prozent ab auf 13.941,44 Punkte.

Ausblick

Nach den Schwankungen und dem Minus der Vorwoche rechnet kaum einer damit, dass die deutschen Aktienmärkte ihre Rekordserie in der aktuellen Woche wieder aufnehmen. Zwar könnten sowohl von Konjunktur- als auch Unternehmensseite gute Zahlen kommen – der Kalender ist mit Veröffentlichungsterminen prall gefüllt –, allerdings sei bereits so viel an Konjunkturhoffnungen in den aktuellen Kursen eingepreist, dass es deutlich positive Überraschungen brauche, um die Aktienbörsen nachhaltig anzutreiben, heißt es von Marktbeobachtern. Zudem war zuletzt die Corona-Situation mit neuen Virus-Mutationen wieder verstärkt ins Bewusstsein der Anleger gerückt, was die Stimmung an den Märkten nicht hebt. Weitgehend Einigkeit besteht darin, dass sich die Anleger auch in der nächsten Zeit auf Marktschwankungen und volatile Märkte einstellen sollten.

Zu den angesprochenen zahlreichen Wirtschaftsdaten, die für Impulse sorgen könnten, zählen hierzulande das Ifo-Geschäftsklima, das GfK-Verbrauchervertrauen sowie Bruttoinlandsprodukt und Arbeitslosenzahlen. Aus den USA kommt ebenfalls das Bruttoinlandsprodukt, dazu die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter, das Verbrauchervertrauen, die persönlichen Einkommen und Ausgaben sowie eine ganz Reihe weiterer hochkarätiger Daten. Besonderes Augenmerk dürften die Anleger aber auf die Ratssitzung der US-Notenbank Fed legen. Dabei wäre Alles außer einer Bestätigung der extrem lockeren Geldpolitik eine große Überraschung.

Von Unternehmensseite dürfte es vor allem der Fortgang der Berichtssaison sein, der die Aufmerksamkeit der Anleger haben wird. Dabei legen in den kommenden Tagen mehrere Dax-Konzern Quartalszahlen vor, darunter BASF, Covestro, Deutsche Bank und MTU Aero Engines, Delivery Hero veröffentlicht den Geschäftsbericht. In den USA gewähren unter anderen namhafte Technologie-Unternehmen Einblicke in ihre Bücher, so beispielsweise der Google-Mutterkonzern Alphabet, Amazon, Apple und Microsoft, zudem der Elektroauto-Bauer Tesla.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche

Montag, 26.04.: Ifo-Geschäftsklimaindex (Deutschland); Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA; Dallas Fed Herstellungsindex (USA)
Dienstag, 27.04.: Verbrauchervertrauen in der USA; S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex (USA)
Mittwoch, 28.04.: GfK-Verbrauchervertrauen (Deutschland); Ergebnis der Ratssitzung der US-Notenbank
Donnerstag, 29.04.: Arbeitslosenzahlen für Deutschland; Verbraucherpreise in Deutschland; Geschäftsklimaindex in der Eurozone; Bruttoinlandsprodukt der USA; Persönliche Konsumausgaben in den USA; Schwebende Hausverkäufe in den USA
Freitag, 30.04.: Bruttoinlandsprodukt Deutschlands; Bruttoinlandsprodukt der Eurozone; Arbeitslosenzahlen für die Eurozone; Verbrauchervertrauen der Universität Michigan (USA); Persönliche Einkommen und Ausgaben in den USA; Chicagoer Einkaufsmanagerindex (USA); Einkaufsmanagerindizes für China

Autor: Dr. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG

Daten zum Wertpapier: Tesla Motors
Zum Aktien-Snapshot - Tesla Motors: hier klicken!
Ticker-Symbol: TSLA
WKN: A1CX3T
ISIN: US88160R1014

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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