Stimmung besser als die Lage: Das gilt insbesondere für die Industrie im Euroraum - Commerzbank

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Besonders schwach war die Produktion in Deutschland (-1,8% M/M) und Frankreich (-4,8% M/M). Hier spielt die stockende Versorgung der Automobilindustrie mit Halbleitern eine besondere Rolle. Bild und Copyright: AR Pictures / shutterstock.com.

15.04.2021 09:15 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Während die Einkaufsmanagerindizes fast durchgehend ein positives Bild für die Stimmung der Industrieunternehmen im Euroraum liefern, hinkt die reale Produktion dem Stimmungsbild hinterher. Die gestern gemeldeten Daten zeigen sogar einen Produktionsrückgang von einem Prozent im Februar im Vergleich zum Vormonat und -1,6% im Vergleich zum Vorjahr. Besonders schwach war die Produktion in Deutschland (-1,8% M/M) und Frankreich (-4,8% M/M). Hier spielt die stockende Versorgung der Automobilindustrie mit Halbleitern eine besondere Rolle – mithin dürfte es zu Aufholeffekten kommen, sobald der Engpass beseitigt ist. Besser stehen Spanien (unverändert) und Italien (+0,2%) da.

Anleihen


USA: Empire State-Index (Apr), 14:30 Uhr
USA: Philadelphia Fed-Index (Apr), 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsätze (Mrz), 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion (Mrz), 15:15 Uhr
USA: NAHB-Index (Apr), 16:00 Uhr

Die Aussetzung des Covid19-Impfstoffs von Johnson&Johnson bedeutet einen weiteren Rückschlag in der Impfkampagne der EU. Während in den USA bereits in drei Monaten die Herdenimmunität erreicht ist, dauert es hier mindestens noch sieben. Dies bedeutet, dass sich die erwartete Konjunkturerholung weiter nach hinten verschiebt. Umso wichtiger sind fiskalische Hilfen, die in der EU über den Wiederaufbaufonds „NextGenerationEU“ fließen sollen. Damit tritt die EU erstmals selbst als großer Akteur auf dem Bondmarkt auf. Zur Refinanzierung des Fonds ist die Emission von EU-Anleihen mit einem Volumen 150 bis 200 Mrd. Euro pro Jahr bis 2026 geplant. Insgesamt sollen 806 Mrd. Euro gemeinsamer Anleihen begeben werden. Bis Juni will die Kommission bereit sein, mit der Mobilisierung der Mittel zu beginnen. Mögliche Verzögerungen kann es geben, weil alle Mitgliedsländer den sogenannten EU-Eigenmittelbeschluss ratifizieren müssen. Da Klagen beim Bundesverfassungsgericht vorliegen, muss es erst darüber entscheiden. Angesichts der Dringlichkeit dürfte es aber schnell darüber entscheiden. Die Rentenmärkte tendierten gestern schwächer. Die Meldung der Industrieproduktion aus dem Euroraum für Februar mit minus 1,0% M/M fiel zwar besser als erwartet aus, hatte aber kaum Markteinfluss, denn erst später stiegen die Renditen an, etwa nach der Meldung eines Anstiegs der US-Importpreise von 6,9% J/J im März, der höher als erwartet ausfiel. Fed-Chef Powell sagte bei einer Rede, dass Zinserhöhungen noch lange kein Thema seien. Davor würde die Notenbank zuerst beginnen, die Anleihekäufe zu reduzieren.

Aktien


Bank of America, Ergebnis Q1
Citigroup, Ergebnis Q1
Fraport, Verkehrszahlen 03/2021
L‘Oréal, Umsatz Q1
Pepsico, Ergebnis Q1
UnitedHealth Group, Ergebnis Q1

Auch zur Wochenmitte kam an den europäischen Aktienbörsen nur wenig Kauflaune auf. Vor allem der deutsche Leitindex Dax 30 tritt kurz vor dem Erreichen einer neuen Bestmarke momentan eher auf der Stelle. Da halfen auch die soliden Vorabzahlen für das erste Quartal von SAP (+1,1%) nur wenig. Während die Aktien des Softwarekonzerns fast über den gesamten Handel die Performancerangliste anführten, zuletzt aber den Großteil der Gewinne noch einbüßten, zollten die Titel der Deutschen Post (-2,2%) ihrer zuletzt starken Entwicklung Tribut und nahmen die letzte Position ein. Bei Covestro (+0,7%) verhalf auch die Anhebung des Jahresausblicks nur zu einem leichten Kursanstieg. Unter den Branchen im Euroraum gab es nur wenige Gewinner. So konnten sich insbesondere Öl & Gas (+1,7%) sowie Reise u. Freizeit (+1,1%) von den zuletzt erlebten Verlusten erholen. Stärkste Einzeltitel im EuroStoxx 50 waren die Aktien von LVMH (+2,9) nach überraschend guten Umsätzen im ersten Quartal. An der Wall Street standen die Quartalsberichte der Großbanken im Mittelpunkt des Marktgeschehens. Hier ragte vor allem Goldman Sachs (+2,3%) mit einem Rekordgewinn heraus. Während die Werte von Wells Fargo (+5,5%) nach anfänglichen Verlusten noch deutlicher zulegten, verzeichneten die Titel von JP Morgan (-1,9%) sogar Verluste. Hier hatte CEO Dimon nach einem überraschendenden Gewinnsprung vor einem herausfordernden Umfeld für das Kreditgeschäft gewarnt. Die asiatischen Börsen tendierten heute Morgen uneinheitlich. Die europäischen Märkte werden in der Eröffnung mit leichten Verlusten erwartet.
Daten zum Wertpapier: Volkswagen (VW) Vz.
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Ticker-Symbol: VOW3
WKN: 766403
ISIN: DE0007664039

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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