Masterflex: „Die Megatrends unterstützen unseren Wachstumskurs“

Masterflex-Finanzchef Mark Becks im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: Masterflex.

Masterflex-Finanzchef Mark Becks im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: Masterflex.

15.03.2021 00:30 Uhr - Autor: Dena Altdörfer  Dena Altdörfer auf Twitter auf Twitter 

Die Masterflex SE meldet für 2020 einen Umsatz von 71,9 Millionen Euro. Damit wird das obere Ende der zuvor kommunizierten Zielspanne erreicht. Das operative Ergebnis von 3,2 Millionen Euro ist eine Überraschung und liegt über den Erwartungen. Die Prognose lag bei 1,0 Millionen Euro bis 2,5 Millionen Euro. „Der Dezember war fast schon auf Vorjahresniveau. Hier sehen wir den Trend zum Positiven“, verrät Finanzchef Mark Becks. Im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de gibt er auch einen Einblick, welche Erwartungen er an 2021 hat und wo er noch Optimierungspotenzial sieht, um das Erreichen einer nachhaltig zweistelligen EBIT-Marge sicherstellen zu können.


www.4investors.de: Mit einem operativen EBIT von 3,2 Millionen Euro hat sich Masterflex im Geschäftsjahr 2020 nach vorläufigen Zahlen gut geschlagen, die Prognose wird übertroffen. Sie dürften angesichts des turbulenten und von Corona dominierten Jahres zufrieden sein?

Becks:
Bezogen auf die Umstände sind wir tatsächlich sehr zufrieden mit der Entwicklung des Unternehmens in 2020. Mit den Umständen an sich natürlich nicht. Was uns besonders zufrieden macht, sind mehrere Dinge: zum einen, wie schnell das Management der einzelnen Tochterunternehmen gemeinsam mit uns als Vorstand diese Krise angenommen und auch unbequeme Maßnahmen umgesetzt hat. Zudem konnten wir den Verschuldungsgrad, gemessen an der Nettoverschuldung zum EBITDA, trotz eines Umsatzrückganges um 10 Prozent senken. Und die Börse hat diese Entwicklung auch honoriert. Zumal auch die Umsatzentwicklung am oberen Ende unserer Prognosebandbreite lag.

www.4investors.de: Nach dem dritten Quartal waren Sie mit Blick auf das Q4 noch etwas vorsichtiger bei der Guidance. Was hat den Ausschlag dafür gegeben, dass Masterflex vor allem ergebnisseitig gut abgeschnitten hat, eine insgesamt bessere Geschäftsentwicklung oder weitere kostenseitige Anpassungen?

Becks:
Im Prinzip ist es eine Mischung aus beidem. Klar ist, dass das Thema „operative Exzellenz“ ein ganz wichtiges für uns ist und bleibt. Im letzten Quartal liegen wir umsatzseitig 8 Prozent unter Vorjahr, der Dezember war aber fast schon auf Vorjahresniveau. Also auch hier sehen wir den Trend zum Positiven.

www.4investors.de: Sind Sie mit Ihrem Programm Back-to-Double-Digit (B2DD) schon dort, wo Sie sein wollen oder besteht an der einen oder anderen Stelle noch Optimierungspotenzial?

Becks:
Bezogen auf die Ausgangsbasis von B2DD sind wir sicherlich schon dort, wo wir sein wollen. Insbesondere am Standort Gelsenkirchen haben wir einen großen Schritt zu einer höheren Personalproduktivität gemacht. Auch im Bereich des Produktionsmaterials haben wir einige schöne Projekte erfolgreich umgesetzt. Wir sind aufgrund der Corona-Pandemie noch ein paar Schritte darüber hinaus gegangen mit der Schließung der Produktionen in Tschechien und Frankreich. Aber: Wir sehen an den verschiedenen Standorten noch Potenziale, die wir noch nicht gehoben haben. Das betrifft sowohl den Produktions- als auch den Administrationsbereich. „Operative Exzellenz“ wird uns also auch in den nächsten Jahren weiter begleiten und stetige Verbesserung muss zu einem Selbstverständnis in der gesamten Organisation werden.

www.4investors.de: Hat sich der bilanzielle Trend aus den Vorquartalen – sinkende Verschuldung, höhere Liquidität – auch im vierten Quartal fortgesetzt?

Becks:
Nicht mehr so dramatisch, da wir bereits im vierten Quartal 2019 ordentlich auf die Cash-Bremse getreten sind. Trotzdem haben wir im Gesamtjahr 2020 die Nettoverschuldung um rund 6 Millionen Euro reduziert. Und dies bei einem Umsatzrückgang von 10 Prozent.

www.4investors.de: Ihr Ziel ist ja die Rückkehr zu zweistelligen EBIT-Margen – ab welcher Umsatzgröße gilt das dann künftig?

Becks:
Die zweistellige EBIT-Marge ist unser klares Ziel für 2022. Dazu benötigen wir weitere Produktivitätssteigerungen und natürlich auch Umsatzwachstum. Für 2022 gehen wir derzeit davon aus, dass der Umsatz schon deutlich über den 80 Millionen Euro aus 2019 liegt. Trotzdem planen wir weiter Maßnahmen, auch dann die zweistellige EBIT-Marge zu erreichen, wenn das Wachstum nicht so kommt wie erwartet.

www.4investors.de: Wie sieht es aktuell auf Seiten der Kundenbranchen aus. Die Luftfahrtindustrie atmet langsam auf, Airbus baut schrittweise die Kapazitäten wieder aus. Merkt man davon bereits etwas als Zulieferer für die Branche?

Becks:
Ja, wir merken davon schon etwas. Insbesondere weil unsere Kunden jetzt wieder ihre Lagerbestände auffüllen. Grundsätzlich geht die Luftfahrtindustrie nach allen Informationen, die uns vorliegen, aber davon aus, erst zwischen 2023 und 2025 wieder das Niveau von 2019 zu erreichen. Warten wir es ab. Persönlich bin ich, zumindest was die Reisefreudigkeit angeht, etwas optimistischer.

www.4investors.de: Wie laufen die Branchen, die 2020 der Stabilitätsanker waren, also Food, Lifescience, Medtech, behalten diese ihr Momentum oder gibt es so etwas wie eine Branchenrotation im Auftragseingang?

Becks:
Grundsätzlich laufen diese Branchen weiterhin gut. Aber auch im Medizinbereich werden wir eine kleine Delle durchlaufen, da viele Operationen verschoben wurden. Aber wir gehen davon aus, dass dies nur verschobener und nicht verlorener Umsatz ist.

www.4investors.de: Die Konjunkturaussichten hellen sich generell zunehmend auf, selbst die Autoindustrie und der Maschinenbau machen wieder Hoffnung. Kommen aus diesen Sektoren bereits wieder mehr Bestellungen?

Becks:
Wenn man den Umsatz der letzten Wochen 2020 mit den ersten Wochen 2021 vergleicht, sehen wir eine gewisse Aufhellung. Auch der Auftragseingang stimmt zuversichtlich. Aber es wird noch ein längerer Weg aus der Krise heraus. Und jede Branche wird eine eigene Dynamik entwickeln.

www.4investors.de: Das erste Quartal ist so gut wie gelaufen. Wie ist Masterflex ins Jahr 2021 gestartet? Welche Erwartungen haben Sie für das Gesamtjahr 2021?

Becks:
Im ersten Quartal werden wir etwas unter dem Vorjahr liegen. Das erste Quartal 2020 war ja fast noch ein normales, von Corona noch nicht stark getrübtes Quartal. Das gilt für Q1 2021 natürlich nicht. Aber – wie bereits vorhin erwähnt – sehen wir schon eine Aufhellung im Auftragseingang und im Umsatz. Entscheidend für 2021 wird sein, wie schnell die Impfungen durchgeführt und wie gut diese auch bei den Virusmutationen wirken werden. Wir gehen grundsätzlich von einem Wachstum in 2021 aus. Das erste Quartal erwarten wir, wie bereits angesprochen, noch etwas unter Vorjahr, die nächsten drei Quartale dann jedoch über Vorjahresniveau. Unsere Hoffnungen liegen dabei insbesondere auf der zweiten Jahreshälfte und auf den Monaten nach der Ferienzeit. Sorgen bereitet sicherlich die Situation auf den Rohstoffmärkten, die derzeit von Knappheiten geprägt ist. Dies könnte gesamtwirtschaftlich das Wachstum etwas bremsen.

www.4investors.de: 2020 war das erste Jahr seit nunmehr elf Jahren, bei dem Masterflex – pandemiebedingt – einen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Wird es, zumindest für die nähere Zukunft, bei diesem einmaligen „Ausrutscher“ bleiben?

Becks:
Das hoffen wir. Man muss ja feststellen, dass der Umsatzrückgang durch einen externen Effekt verursacht wurde. Ohne Corona wären wir, da sind wir uns ziemlich sicher, auch 2020 gewachsen. Unsere Abnehmerbranchen, unsere Produkte, unsere breite regionale und branchenseitige Aufstellung und unser Markenimage stimmen einfach. Und die Megatrends der Zukunft werden unseren Wachstumskurs unterstützen.

Daten zum Wertpapier: Masterflex
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Ticker-Symbol: MZX
WKN: 549293
ISIN: DE0005492938
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