DVFA Investment Professionals mehrheitlich noch nicht für das Investment in SPACs zu gewinnen - DVFA Kolumne

„Die Entwicklung der SPACs in Europa hängt sicher vom Marktumfeld und der formalen Ausgestaltung ab. Wir werden wohl einen Anstieg bei dem Investment sehen“, so Christoph Schlienkamp, stv. Vorstandsvorsitzender des DVFA. Bild und Copyright: Video Media Studio Europe / shutterstock.com.

„Die Entwicklung der SPACs in Europa hängt sicher vom Marktumfeld und der formalen Ausgestaltung ab. Wir werden wohl einen Anstieg bei dem Investment sehen“, so Christoph Schlienkamp, stv. Vorstandsvorsitzender des DVFA. Bild und Copyright: Video Media Studio Europe / shutterstock.com.

14.03.2021 09:44 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der Berufsverband der Investment Professionals hat seine Mitglieder befragt, wie sie zu SPACs (Special Purpose Acquisition Company) als Anlageform stehen. Anlass der aktuellen Befragung ist das steigende Emissionsvolumen in den USA, wo SPACs inzwischen sogar die Zahl regulärer IPOs übertroffen haben. 2020 hat es in den USA knapp 250 SPAC-Börsengänge gegeben. 72 Prozent der DVFA Investment Professionals haben grundsätzlich nicht vor, in SPACs zu investieren, 28 Prozent würden darin anlegen.

Zur Entwicklung europäischer SPACs

In Europa ist mit „Lakestar“ der erste SPAC an der Frankfurter Börse im Handel gestartet. Der nach Europa kommende Wall-Street-Trend wird sich festigen, davon geht die Mehrheit der DVFA Investment Professionals aus. 65% der Befragten meinen, dass es in Zukunft mehr SPACs auch am deutschen Kapitalmarkt geben wird. 14 Prozent teilen diese Auffassung nicht, 21 geben keine Einschätzung ab.

Umfrage unter DFVA-Mitgliedern: Gehen Sie davon aus, dass es künftig mehr SPACs auch am deutschen Kapitalmarkt geben wird?

Grafik: DVFA e.V.

Auswirkungen auf den Markt

Weiter wurde gefragt, ob die Zunahme von SPACs ein Zeichen für die Überhitzung des Marktes sein könnte. Dies bejahen 62 Prozent, 19 Prozent glauben dies nicht, weitere 19 wissen es nicht einzuschätzen. Zahlreiche Befragungsteilnehmer kommentierten, dass die bloße Anzahl an SPAC-Listings kein negativer Indikator sein muss. Ausschlaggebend dürfte werden, welche Zielfirmen durch SPACs erworben werden und inwiefern deren Performance den Erwartungen der Investoren entspricht. Grundsätzlich ist zu beobachten, dass offensichtlich ausreichend gut aufgestellte Kandidaten als Übernahmeziele vorhanden sind. Bewertungen werden durch die Erweiterung des Käuferumfelds durch SPACs nicht weniger herausfordernd.

US-SPACs und europäischer IPO-Markt

Auf die Frage, ob sie den europäischen IPO-Markt von den Entwicklungen in den USA tangiert sehen, ergab sich hingegen ein sehr differenziertes Meinungsbild. Für „Ja, moderat“ votieren 24 Prozent. 36 Prozent meinen „vielleicht“ und 37 „Nein“. Nur 3 Prozent sehen hier eine starke Beeinflussung.

Struktur europäischer und amerikanischer SPACs

In der Praxis gibt es offensichtlich in den USA strukturelle Vorteile für SPACs im Vergleich zu einer Notiz in Europa. Während US-SPACs den Anlegern die Möglichkeit geben, ihre Anteile zurückzugeben, wenn ihnen eine geplante Akquisition nicht gefällt, sind sie bei den in Europa notierten SPACs typischerweise dazu verpflichtet, sich zu beteiligen. Noch ein Problem besteht darin, dass der Handel bei europäischen SPACs oft nach der Vereinbarung einer Übernahme bis zu deren Abschluss ausgesetzt wird, so dass die Investoren temporär illiquide Assets haben.

Gefragt wurde, ob die europäische Struktur auch künftig beibehalten werden soll. Eine Mehrheit von 56 Prozent plädiert dagegen, 17 Prozent der Befragten sprechen sich für Beibehaltung der Struktur aus. Knapp ein Drittel ist sich unschlüssig in der Einschätzung.

„Die Entwicklung der SPACs in Europa hängt sicher vom Marktumfeld und der formalen Ausgestaltung ab. Wir werden wohl einen Anstieg bei dem – übrigens nicht neuen – Investment sehen, auch wenn eine Mehrheit die Anlage im Moment noch nicht im Fokus hat“, meint Christoph Schlienkamp, stv. Vorstandsvorsitzender des DVFA.

Die DVFA Monatsfrage wendet sich an die 1.400 Mitglieder des Verbandes und widmet sich Themen, die in der Finanzbranche diskutiert werden. Die Ergebnisse der Umfrage werden regelmäßig an jedem zweiten Dienstag im Monat veröffentlicht.
Daten zum Wertpapier: HomeToGo (ehem. Lakestar SPAC)
Zum Aktien-Snapshot - HomeToGo (ehem. Lakestar SPAC): hier klicken!
Ticker-Symbol: LRS1
WKN: A2QM3K
ISIN: LU2290523658

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der DVFA e.V.. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie mehr zum Thema HomeToGo (ehem. Lakestar SPAC) im Bericht vom 22.02.2021

Lakestar SPAC I: Erfolgreicher Start in Frankfurt

Seit heute notieren die Aktien von Lakestar SPAC I im General Standard an der Frankfurter Börse. Ausgegeben wurden die Aktien zu je 10,00 Euro. Der erste Kurs liegt am Morgen bei 11,15 Euro. Auf Xetra geht der Börsenneuling mit 11,448 Euro aus dem Handel. Das Tagestief liegt bei 10,75 Euro, das Hoch steht bei 11,60 Euro. Mit dem beim Börsengang eingesammelten Geld will Lakestar SPAC I ein Unternehmen im Bereich Technologie zu kaufen. Dabei schaut man sich bei solchen Gesellschaften um, die einen Fokus auf SaaS (software as a service), FinTech, Transport und Logistik, HealthTech oder DeepTech haben. Hinter Lakestar SPAC I steht Klaus Hommels als Gründer und Vorsitzender des Aufsichtsrats. CEO ist Stefan Winners. Inga Schwarting ist Chief Investment Officer (CIO) von Lakestar SPAC I. Klaus Hommels: „Der heutige Tag ist ein Meilenstein - für unseren Lakestar SPAC I und für Europa. Wir glauben, dass die Frankfurter Börse für Technologieunternehmen sehr ... diese News weiterlesen!

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