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USA: Inflation wird anziehen – aber nicht so stark und nachhaltig wie befürchtet! - Nord LB

Bild und Copyright: Rob Crandall / shutterstock.com.

Die Preisentwicklungen spielten in 2020 kaum eine Rolle. Die Federal Reserve orientierte die Geldpolitik nur an den konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Das wandelt sich nun. Bild und Copyright: Rob Crandall / shutterstock.com.

10.03.2021 15:31 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Soeben wurden vom Bureau of Labor Statistics aktuelle Daten zu den Konsumentenpreisen (CPI) in den USA bekanntgegeben. Zum mittlerweile neunten Monat in Folge zog das Preisniveau an. Im Berichtsmonat Februar wurde ein Plus von 0,4% M/M gemeldet. Die Inflationsrate, die im Mai letzten Jahres auf bis zu 0,1% Y/Y gefallen war, stieg auf 1,7% Y/Y. Die Verbraucherpreise exklusive Nahrung und Energie verzeichneten ein Plus von nur 0,1% M/M. Die Jahresrate fiel auf 1,3%.

Die Preisentwicklungen spielten in 2020 kaum eine Rolle. Die Federal Reserve orientierte die Geldpolitik nur an den konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Das wandelt sich nun.

Der Fokus ist mittlerweile ein etwas anderer: Die Marktteilnehmer blicken zunehmend mit Anspannung auf eine von ihnen in Zukunft erwartete höhere Inflationsrate. Einige befürchten sogar einen rasanten und langanhaltenden Anstieg. Diese angepassten Einschätzungen spiegeln sich im deutlichen Anziehen der Rendite der 10J US-Treasuries von 0,90% Ende 2020 auf zuletzt 1,60% wider.

Mehrere Gründe sind für gestiegene US-Renditen aufzuführen: Erstens dürfte die expansiver ausgerichtete Fiskalpolitik der neuen Regierung ein höheres Wertpapierangebot implizieren. Zweitens werden mit den in den USA zügig voranschreitenden Impfungen die Perspektiven für eine konjunkturelle Aufhellung immer besser. Eine konjunkturelle Boomphase könnte im Anschluss an die Pandemie also bevorstehen. Dies gilt umso mehr, da die hochgeschnellte Sparquote nur darauf wartet, eine konsumtive Verwendung in den US-Malls zu finden. Drittens muss deswegen und aus Gründen der höheren Staatsausgaben und damit Staatsverschuldung mit einem Anziehen der Inflation gerechnet werden. Erhöhte Inflationserwartungen treiben die Zinsen also auch in die Höhe.

Unterschieden werden sollte aber zwischen kurz- und mittelfristigen Inflationsgefahren: Aufgrund absehbar statistischer Basiseffekte ist ein Hochschießen der US-Inflationsrate im II. Quartal auf über 3% unvermeidbar. Hinzu kommen bereits spürbar höhere Energiepreise sowie ein verstärkter Konsum (hohe Sparquote, staatliches Finanzpaket). Im Anschluss daran und damit mittelfristig sehen wir aber ein wieder langsames Nachgeben der Inflationsrate. Denn diese Pandemie wird Blessuren beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt mit sich bringen. Die zu erwartende Erholungsphase wird – nach ersten euphorischen Monaten – also gemäßigt ausfallen, so dass es bei unserer Annahme einer noch länger zu erwartenden Aufrechterhaltung einer akkomodierenden Fed-Geldpolitik bleibt. Die heutigen Zahlen bestätigen zudem, dass außerhalb des Energiebereichs kaum signifikante Preiszuwächse zu beobachten waren! Steigende US-Renditen sind also wahrscheinlich, tendenziell sollten sie aber nur moderat anziehen.

Fazit: Die US-Konsumentenpreise stiegen im Februar um 0,4% M/M, so dass die Inflationsrate auf 1,7% zulegte. Spielten die Preisdaten in 2020 keine Rolle, dürften sie in 2021 stärker beachtet werden: So rechnen wir mit einem Anziehen der US-Inflationsrate im Verlauf des II. Quartal auf über 3%! Erhöhte Inflationssorgen treiben derzeit auch die US-Renditen höher. Unterschieden werden sollte aber zwischen kurz- und mittelfristigen Effekten: Aufgrund von absehbaren statistischen Basiseffekten wird es zu diesem Hochschießen der US-Inflationsrate kommen. Im Anschluss daran und damit mittelfristig sollte aber angesichts absehbarer Blessuren beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt die Inflationsrate auch wieder nachgeben. Die zu erwartende konjunkturelle Erholungsphase dürfte – nach ersten Monaten einer möglichen Euphorie – also gemäßigt ausfallen. Die heutigen Zahlen bestätigen zudem, dass außerhalb des Energiebereichs kaum signifikante Preiszuwächse zu beobachten waren! Steigende US-Renditen sind also wahrscheinlich, tendenziell sollten sie aber perspektivisch eher nur moderat anziehen.

Daten zum Wertpapier: Federal Reserve (Fed)

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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