Am Morgen: Deutsche Post, Linde, Porsche und CA Immo im Fokus - Nord LB Kolumne

Zyklische Titel haben dem DAX zu einem neuen Rekord im Handelsverlauf verholfen. Auch die anderen Indizes bewegten sich deutlich im Plus. Bild und Copyright: Video Media Studio Europe / shutterstock.com.

Zyklische Titel haben dem DAX zu einem neuen Rekord im Handelsverlauf verholfen. Auch die anderen Indizes bewegten sich deutlich im Plus. Bild und Copyright: Video Media Studio Europe / shutterstock.com.

09.03.2021 09:06 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die deutsche Produktion ist im Januar überraschend deutlich zurückgegangen. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 2,5% weniger her als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Im Dezember war die deutsche Wirtschaft noch mit +1,9% (rev.) den achten Monat in Folge gewachsen. Im Vergleich zum Januar 2020 lag die Produktion um 4,2% niedriger. Die Industrie drosselte die Erzeugung um 0,5%, beim Bau gab es u.a. wegen der ungünstigen Witterung ein Minus von 12,2%. Nur die Versorger schafften ein Plus von 0,6%.

Die Produktionserwartungen der deutschen Industrie hellten sich im Februar den dritten Monat in Folge auf. Das entsprechende Ifo-Barometer stieg auf 20,7 (Jan.: 9,4) Punkte. Innerhalb der Branchen ist die Erwartung dabei sehr unterschiedlich. Während die Automobilindustrie sich sehr zuversichtlich zeigt, erwartet die Bekleidungsindustrie die Produktion wegen der Corona-Beschränkungen zu reduzieren.

Börsianer bewerten die Konjunktur im Euroraum so optimistisch wie seit über einem Jahr nicht mehr. Das entsprechende Sentix-Barometer kletterte im März auf plus 5,0 (Feb.: -0,2) Punkte, wie aus der Umfrage unter mehr als 1.200 Anlegern hervorgeht. Die Börsenexperten bewerten sowohl die Lage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser.

Rentenmarkt
Belastet von den freundlichen Aktienmärkten ging es für Bundesanleihen zum Wochenstart bergab. Der zunehmende Konjunkturoptimismus hat die Renditen der USAnleihen weiter ansteigen lassen.

Aktienmarkt
Zyklische Titel haben dem DAX zu einem neuen Rekord im Handelsverlauf verholfen. Auch die anderen Indizes bewegten sich deutlich im Plus. DAX +3,31%, MDAX +1,94%, TecDAX +0,99%. Continental legten 5,31% zu, für BMW ging es um 5,25% bergauf. Getoppt wurden beide Titel nur noch von Linde (+6,40%) und Deutsche Post (+6,48%).

An der Wall Street gab es bei Technologieaktien erneut Gewinnmitnahmen. Dow Jones +0,97%, S&P-500 -0,54%, Nasdaq-Comp. -2,41%. Nikkei 225 freundlicher bei 29.027,94 Punkten.

Unternehmen
Der Sportwagenbauer Porsche erhöht die Beteiligung am kroatischen Spezialisten für E-Autos und Supersportwagen Rimac von 15 auf 24% und legt dafür 70 Mio. EUR auf den Tisch. Porsche war 2018 bei dem Unternehmen eingestiegen, welches HightechKomponenten für die Elektromobilität – darunter HochleistungsAntriebe und Batteriesysteme entwickelt und produziert. Die kroatische Firma werde Porsche bei der Entwicklung von Komponenten unterstützen, erklärte Porsche-Finanzchef Meschke. Erste Aufträge von Serien-Komponenten seien bereits erteilt. Firmenchef Rimac erklärte, die Partnerschaft helfe dem Unternehmen sich zu entwickeln und zu wachsen.

Der Vorstand der österreichischen Immobilienfirma CA Immo hält die Offerte des US-Finanzinvestors Starwood Capital für zu niedrig. Der Angebotspreis liege unter dem fundamentalen "stand-alone"-Wert der CA-Immo-Aktie und spiegele nicht das Wertentwicklungspotenzial des Unternehmens wider, hieß es vom Vorstand. Grundsätzlich sei Starwood als Investor aber zu begrüßen, hieß es. Starwood Capital hält schon etwas weniger als 30% an CA Immo. Der Aufsichtsrat von CA Immo erklärte, sich den Einschätzungen des Vorstands vollumfänglich anzuschließen. Der Hedgefonds Petrus Advisers, der nach eigenen Angaben 3,5% an CA Immo hält, lehnt das Angebot wegen des zu niedrigen Angebotspreises ab.

Devisen
Die weiter gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass das USKonjunkturpaket auf den Weg gebracht und das Wachstum inkl. der Inflation ankurbeln wird, hat dem US-$ weitere Vorteile gegenüber dem Euro verschafft, der so billig ist wie zuletzt im November 2020.

Öl / Gold
Wachstumshoffnungen in den USA aber vor allem ein weiterer Angriff von Huthi-Rebellen auf Ölförderanlagen in Saudi-Arabien haben die Ölpreise (Brent über 70 US-$) zunächst deutlich anziehen lassen. Im weiteren Verlauf kamen die Notierungen wieder etwas von den Top-Ständen zurück. Gold verliert angesichts steigender Aktienmärkte und des starken US-$ immer mehr an Glanz.

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