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Der Wirtschaftsstandort Deutschland braucht Schulen wie die ISA

Im Interview zum geplanten Börsengang: Marcus Wagner, Vorstand der ISA. Bild und Copyright: International School Augsburg.

Im Interview zum geplanten Börsengang: Marcus Wagner, Vorstand der ISA. Bild und Copyright: International School Augsburg.

05.03.2021 07:57 Uhr - Autor: GBC AG  GBC AG auf Twitter auf Twitter 

Die International School Augsburg (ISA) geht an die Börse. Noch bis zum 9. März können Investoren die Bildungs-Aktie zeichnen. Ausgegeben werden 639.580 Papiere, der Preis je Aktie liegt bei 12,50 Euro. So will die Schule rund 8 Millionen Euro in die Kasse holen. Am 18. März findet die Erstnotiz der Aktien im m:access der Börse München statt.

Im Gespräch mit GBC-Analyst Cosmin Filker erklärt Marcus Wagner, Vorstand der ISA, wie er das frische Geld nutzen will. Dabei spielt es auch eine Rolle, dass die ISA eine gemeinnützige Aktiengesellschaft ist. Schon früh hat die Schule, die rund 330 Schüler unterrichtet, auf eine cloudbasierte Digitalisierungsstrategie gesetzt. Für Wagner ist der Börsengang zugleich ein „Nachhaltigkeitsinvestment in das wichtige Thema Bildung“.


GBC AG: Herr Wagner, die ISA ist eine so genannte „International School“. Können Sie näher beschreiben was eine „International School“ von einer normalen Schule unterscheidet?

Marcus Wagner:
Eine International School dient mit einem weltweit einheitlichen pädagogischen Ganztags- und Gesamtschulkonzept insbesondere international mobilen Familien, damit deren schulpflichtige Kinder keine Brüche in der Schulbildung erleiden. Aber auch Eltern aus der Region erkennen zunehmend die Bedeutung von Englisch als Schulsprache und einem hochwertigen, transnationalen Bildungskonzept, das keinen Schüler und keine Schülerin zurücklässt und mit einer weltweit anerkannten Hochschulzugangsberechtigung abschließt. Auch die Tatsache, dass das „Schulkonzept“ der ISA und das Englischlernen schon im Kindergarten bei den Dreijährigen beginnt, findet immer größeren Zuspruch.

GBC AG: Also lässt es sich schlussfolgern, dass die ISA eine hohe Bedeutung für die regionale Wirtschaftsförderung und für den Wirtschaftsstandort Deutschland allgemein hat?

Marcus Wagner:
Das ist richtig und die IHK Schwaben hat das bereits 2005 bei der Gründung der ISA so erkannt. Heute nutzen praktisch alle international operierenden Unternehmen im Wirtschaftsraum A³-Augsburg und München die ISA für die Kinder ihrer internationalen Fach- und Führungskräfte. Aber auch wenn es darum geht, Spitzensportler für unsere Bundesligaclubs FC Augsburg und die Augsburger Panther oder Spitzenmusiker, -ärzte, -ingenieure oder -wissenschaftler für die neue medizinische Fakultät der Universität Augsburg oder den Augsburg Innovationspark anzuwerben, ist die ISA von Bedeutung. Der Wirtschaftsstandort Deutschland braucht Schulen wie die ISA, die mit renommierten Akkreditierungen und hochwertiger Bildung qualifizierte Fachkräfte anziehen.

GBC AG: Wie sieht es mit der Anerkennung des Schulabschlusses in Deutschland aus? Stellt der Abschluss auch eine allgemeine Hochschulreife wie das Abitur dar?

Marcus Wagner:
Die Abschlüsse der ISA, das IGCSE und das IB Diploma, sind in Deutschland sowohl als Mittlere Reife als auch als „Abitur“, sprich allgemeine Hochschulreife, anerkannt. Die logische Voraussetzung dafür ist, dass die Fächerwahl den Anerkennungsvoraussetzungen Deutschlands entspricht. Das gilt aber nur für Deutschland. Ansonsten eröffnet das IB-Diploma aufgrund seines hohen Renommees international auch mit anderen Fächerkombinationen das Studium. Wenn man einmal im Ausland mit dem Studium begonnen hat und nach Deutschland zurückwechseln will, ist dies meist dann ohne die Abitur-Fächerkombination möglich.

GBC AG: Die ISA hat die Rechtsform einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft. Welche Besonderheiten gehen damit einher?

Marcus Wagner:
Die Gemeinnützigkeit bedeutet zunächst, dass die ISA eine hochwertige Bildungsdienstleistung zum Nutzen der Allgemeinheit erbringt. Mit der Gemeinnützigkeit gehen einige interessante Eigenschaften einher. So dürfen gAG’s u.a. keine Dividenden ausschütten, sind von der Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit, haben Zugang zu Fördermitteln und Spenden (mit Spendenbescheinigung) und werden durch die Abgabenordnung zu schlanken Verwaltungsstrukturen angehalten. Wie man leicht erkennen kann, bilden die oben genannten Aspekte großes Potenzial durch das zusätzlich verfügbare investive Kapital, das zur langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes beiträgt. Das ist besonders interessant, wenn die gAG an einer Börse notiert ist, weil diese Unternehmenswertsteigerungen typischerweise mit einer kontinuierlichen Steigerung des Aktienwertes belohnt werden. Gleichzeitig helfen die Investitionen in echte Sachwerte wie Immobilien dabei, die Kapitalanlage abzusichern.

GBC AG: Wie hoch waren die Einnahmen der vergangenen Jahre und wie setzen sich diese zusammen?

Marcus Wagner:
Seit der Gründung im Jahr 2005 als 50.000 € GmbH hat sich der Umsatz der ISA durch ein stetes Wachstum kontinuierlich auf 6,24 Mio. € im Geschäftsjahr 2019/20 gesteigert. Besonders außergewöhnlich ist m.E., dass die Schule von der Gründung weg “schwarze Zahlen geschrieben hat”; nur in den zwei Jahren als die Schule durchgängig wurde, ist dies nicht ganz gelungen. Knapp 80 Prozent der Einnahmen macht das Schulgeld aus, 18-20 Prozent kommen aus Fördermitteln und 1-2 Prozent aus Spendeneinnahmen.

GBC AG: Mit dem geplanten IPO soll ein Teil der Finanzierung des neuen Schulcampus gedeckt werden. Was sind die Hintergründe für den neuen Schulcampus und wie sehen die Finanzierungseckdaten aus?

Marcus Wagner:
Das beschriebene, kontinuierliche Wachstum führt bereits heute zu einer hohen Auslastung an unserem jetzigen Standort, der kaum weiteres Wachstum zulässt und auch keine Möglichkeit bietet, das Dienstleistungsangebot z.B. um eine Kindertagesstätte oder ein Internat auszubauen. Deshalb haben wir uns natürlich sehr darüber gefreut, dass uns die Stadt Gersthofen bereits eines ihrer “Filet-Grundstücke” angeboten hat, das über eine ausgezeichnete verkehrstechnische Anbindung sowohl im ÖPNV als auch im Individualverkehr verfügt und die ISA quasi zur dritten Internationalen Schule auch für München werden lässt. Finanziert werden soll das Campus-Projekt, das wir mit ca. 32 Mio. € kalkulieren, zum einen durch Eigenmittel in Höhe von 10 Mio. €, wovon knapp 8 Mio. € aus dem Börsengang kommen sollen. Darüber hinaus dürfen wir mit Förderung durch den Freistaat Bayern rechnen, die bis zu 16 Mio. ausmachen kann. Die verbliebenen 6 Mio. € sollen über Fremdkapital oder fremdkapitalähnliche Produkte gedeckt werden.

GBC AG: Wie geht die ISA mit der aktuellen Covid-19-Situation um?

Marcus Wagner:
Glücklicherweise hat die ISA bereits vor über drei Jahren konsequent auf eine cloudbasierte Digitalisierungsstrategie gesetzt. Das hat uns bereits den ersten Lockdown und alles, was danach kam, ohne Probleme mit maximal möglichem, regulären Unterricht überstehen lassen. Egal, ob Online-, Hybrid oder Präsenzunterricht, die ISA war und ist optimal vorbereitet. Trotzdem freuen wir uns wirklich schon sehr darauf, unsere Schüler möglichst bald wieder “live” an der Schule zu sehen.

GBC AG: Besonders auch für Investoren, die beim Investment auch ESG-Kriterien, also das Thema Nachhaltigkeit beachten, dürfte die ISA sehr interessant sein. Welche ESG-Bausteine stehen bei Ihnen im Vordergrund?

Marcus Wagner:
Wenn Sie so möchten, sind bei der ISA eigentlich alle ESG-Kriterien relevant und erfüllt und darüber hinaus entspricht die ISA auch den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, den sog. SDGs, insbesondere natürlich dem Nachhaltigkeitsziel Nr. 4 “hochwertige Bildung”. Konkret ist nicht nur im pädagogischen Konzept der IB, sondern auch in unserer täglichen Umsetzung das ESG-Kriterium “Environment” (Umwelt) von großer Bedeutung. Wir sind Umweltschule. Im Bereich “Social” (Soziales) sehen wir unser Engagement als aktives Mitglied der Charta der Vielfalt und der Gemeinwohlökonomie-Initiative. Wie Sie sich vorstellen können, sind Vielfalt und Diversität an einer Internationalen Schule mit rund 40 verschiedenen Nationalitäten schon fast “systemimmanent”. Die Rechtsform der gAG spielt u.E. gerade im Bereich “Governance” (Aufsichtsstrukturen) eine sehr große Rolle. Unser größtes Ziel ist es, durch diese Struktur das geschaffene Vermögen mit anderen teilen zu können und maximale Transparenz und Professionalität im wirtschaftlichen Betrieb und im Schulbetrieb zu erreichen.

GBC AG: Sie sind auch als Internationale Nachhaltigkeitsschule ausgezeichnet worden. Was bedeutet das für Sie?

Marcus Wagner:
Die Auszeichnung als Eco-School führt uns ja zurück zum ESG-Kriterium “Environment” (Umwelt). Für uns war es eine große Freude als relativ kleine Schule ausgezeichnet zu werden; vor allem weil die relevanten Projekte, die zur Auszeichnung geführt haben, alle von Schülern initiiert wurden. Das ist es, was wir uns wünschen. Umweltbewusstsein vom Dreijährigen bis zum Lehrer und zum Alumnus. Unsere Erde braucht dieses Engagement dringend.

GBC AG: Ganz aktuell wurden Sie auch vom Mittelstandswettbewerb TOP100 als TOP Innovator 2021 und als erste Schule als eines der innovativsten Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet. Was hat Ihrer Meinung nach die Jury zu dieser Entscheidung bewogen?

Marcus Wagner:
Für uns ist diese Auszeichnung etwas ganz Besonderes. Ich denke, wir konnten die Jury mit unseren innovativen Ansätzen bei der Digitalisierung der Schule sowie der innovativen Finanzierungsform als gemeinnützige AG überzeugen, mit der wir den Weg für die private Investition in hochwertige Bildung an der Börse ebnen.

GBC AG: Was sind die Rahmenbedingungen des Börsengangs und ab wann können Anleger zeichnen?

Marcus Wagner:
Ausgehend von unserem heutigen Grundkapital (pre IPO) über 3.260.900 Euro eingeteilt in 326.090 auf den Namen lautende Stückaktien (Stammaktien) bieten wir im Rahmen des IPO 639.580 auf den Namen lautende Stückaktien (Stammaktien) zu einem Ausgabekurs von 12,50 Euro an, was einem gesamten Emissionsvolumen von knapp 8,0 Mio. Euro entspricht. Die Aktien können direkt über die Haus- bzw. Depotbank, über die Zeichnungsbox der Börse München oder direkt über unsere Homepage unter https://investor.isa-augsburg.com gezeichnet werden. Das Bezugsangebot für unsere Bestandsaktionäre läuft von 22.2.-8.3., interessierte Anleger können von 23.2.-9.3. (12 Uhr) zeichnen.

GBC AG: Zum Schluss, können Sie kurz zusammenfassen, warum in die ISA investiert werden sollte?

Marcus Wagner:
Die Investition in die ISA Aktie ist unserer Ansicht nach nicht nur ein werthaltiges Investment mit Renditepotenzial, sondern gleichzeitig das erste Angebot überhaupt, privat in den einzigen Rohstoff Deutschlands - die Bildung - investieren zu können. Ich bin fest davon überzeugt, dass die ISA mit ihrer Bildungsaktie nicht das letzte Angebot gewesen sein wird, wenn wir hochwertige Bildung in Deutschland für die Zukunft sicherstellen und unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit als Technologiestandort nicht verlieren wollen.

Autor: Cosmin Filker, Aktienanalyst bei der GBC AG

Dieses Interview ist eine Kooperation zwischen 4investors.de und der GBC AG.

Daten zum Wertpapier: International School Augsburg (ISA)
WKN: A2AA1Q
ISIN: DE000A2AA1Q5
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Strategie-Zertifikat bezogen auf GBC Directors´ Dealings Value Strategy
WKN: UBS1GB
ISIN: CH0358664750

Mit Hilfe des Zertifikates der UBS AG können Anleger an der Insiderstrategie seit Juli 2017 partizipieren. Informationen dazu erhalten Sie unter www.insider-zertifikat.com.

Disclaimer: Der Text ist ein Beitrag der GBC AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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