USA: ISM PMI Manufacturing – bitte anschnallen, wir sind im Steigflug! - Nord LB

Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

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01.03.2021 17:26 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

In den USA sind heute aktuelle Zahlen zur Entwicklung des ISM PMI Manufacturing gemeldet worden. Dieser wichtige Stimmungsindikator konnte am aktuellen Rand überraschenderweise recht klar steigen und damit sogar knapp über die Marke von 60 Punkten springen. Genauer gesagt wurde für den Berichtsmonat Februar ein Wert von 60,8 Zählern veröffentlicht. Folglich wird von diesem Einkaufsmanagerindex auch weiterhin ein sehr kräftiges Anziehen der ökonomischen Aktivität in der US-Industrie signalisiert; die Dynamik der Aufwärtsbewegung hat sich zuletzt sogar noch erhöht. Damit scheinen die Belastungen durch die Coronavirus-Krise bei den Industrieunternehmen in den Vereinigten Staaten immer stärker in den Hintergrund zu treten.

Der Blick auf die Details der soeben gemeldeten Zahlen zeigt zunächst einen Anstieg der wichtigen Produktionskomponente. Diese notiert nun bei starken 63,2 Punkten und signalisiert damit, dass der in der US-Industrie tastsächlich realisierte Output im Februar signifikant zulegen konnte. Dies ist ohne jeden Zweifel eine positive Nachricht. Belastungen durch die Kältewelle zeigen sich hier also interessanterweise nicht.

Die leicht in die Zukunft blickende Auftragskomponente zog am aktuellen Rand auf ebenfalls sehr erfreuliche 64,8 Zähler an. Die befragten Firmen können somit in sich sehr schnell füllende Order-Bücher blicken. Dies ist ebenfalls erfreulich.

Die Preiskomponente legte im Februar auf beachtliche 86,0 Punkte zu und deutet damit stark steigende Einkaufspreise bei den Industrieunternehmen in den USA an. Im Normalfall wäre dies wohl allenfalls ein dezenter Warnhinweis an die Märkte, dass das Thema Inflation nicht völlig aus dem Blick verloren werden sollte. Angesichts der momentanen Stimmung bei den Rentenhändlern, die beginnen, sich zunehmend größere Sorgen bezüglich möglicher Inflationsgefahren in den Vereinigten Staaten zu machen, mag die Marktrelevanz der Prices-Paid-Zeitreihe des ISM PMI Manufacturing momentan aber vielleicht doch höher sein. In jedem Fall trägt die aktuelle Entwicklung zur Nervosität an den Finanzmärkten bei.

Die Arbeitsmarktkomponente konnte im Berichtsmonat Februar immerhin auf 54,4 Punkte zulegen. Ganz offenkundig suchen die befragten Firmen zunehmend neues Personal. Dies ist natürlich eine gute Nachricht für den US-Arbeitsmarkt.

Die verbalen Rückmeldungen der Einkaufsmanager in der US-Industrie deuten zumindest in manchen Branchen bereits auf eine Knappheit an qualifiziertem Personal hin. Zudem wird generell ein Mangel an Vorprodukten diagnostiziert, was offenbar in vielen Bereichen zu klar steigenden Preisen führt. Diese Anmerkungen sind natürlich keinesfalls geeignet, um die Inflationssorgen am US-Rentenmarkt zu dämpfen.

Fazit: Der ISM PMI Manufacturing deutet ein signifikantes Anziehen der ökonomischen Aktivität in der US-Industrie an. Zudem konnte die Preiskomponente weiter zulegen. Diese Nachrichten sind offenkundig nicht geeignet, die Inflationssorgen am US-Rentenmarkt zu dämpfen. Immerhin sind die Renditen von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren nach der Meldung der Zahlen nicht deutlich angezogen, was ein Hinweis darauf sein kann, dass das Fixed-Income-Segment schon eine Menge an Ungemach an der makroökonomischen Preisfront einpreist.

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