Brasilien das neue Venezuela? - Commerzbank Kolumne


24.02.2021 09:16 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der ehemalige Chef der brasilianischen Notenbank Gustavo Franco schrieb „Guten Abend, Venezuela!“. Der Hintergrund: Präsident Bolsonaro ersetzte den Chef des Ölkonzerns Petrobras durch einen ehemaligen General, da ihm unpopuläre Preiserhöhungen nicht gefielen. Zudem kündigte er an, auch im Stromsektor „seinen Finger hineinzustecken“. Offensichtlich will Bolsonaro seine Wiederwahl 2022 durch weitere populistische Maßnahmen sichern und hat nun die Benzin- und Strompreise im Visier. Internationale Investoren dürfte diese Entwicklung abschrecken, was angesichts der hohen und rasant steigenden Staatsverschuldung zu einer Krise führen könnte.

Anleihen


Deutschland: BIP, Detailergebnis (Q4), 08:00 Uhr
Frankreich: Geschäftsklima, INSEE (Feb), 8:45 Uhr
USA: Neubauverkäufe (Januar), 16:00 Uhr

Bundesanleihen erlitten am Dienstag deutliche Kursverluste. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatstitel erhöhte sich von minus 0,34% auf bis knapp über minus 0,29%. Somit zeigte die von EZB-Chefin Lagarde am Montag geäußerte Warnung an die Finanzmärkte erst einmal keine Wirkung. In ihr stellte die EZB-Chefin klar, dass die Notenbank sehr darauf bedacht sei, im Euroraum weiter für günstige Finanzierungsbedingungen – also ein niedriges Zinsniveau – zu sorgen. Lagarde merkte in diesem Zusammenhang insbesondere an, dass man die Entwicklung der längerfristigen Renditen genau im Blick habe. Hintergrund von Lagardes Bemerkungen ist der jüngste kräftige Zinsanstieg an den Rentenmärkten, welcher der lockeren geldpolitischen Haltung der EZB entgegensteht. Der Zinsanstieg wird unter anderem von Inflationserwartungen in den USA angetrieben. Dort sorgen nicht nur der zügige Fortgang der Impfkampagne und rückläufige Neuinfektionen für Auftrieb. Auch das anvisierte Konjunkturpaket der US-Regierung in Billionenhöhe lässt die Wachstums- und Inflationserwartungen steigen. Aus der halbjährlichen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats von US-Notenbankchef Powell geht hervor, dass die ultra-expansive Geldpolitik der Notenbank Fed noch für geraume Zeit Bestand haben wird. Hinsichtlich des geplanten umfangreichen Fiskalpakets der Demokraten vermied Powell jedoch eine klare Positionierung. Während die Stimmung bei den US-Unternehmen bereits wieder prächtig ist, äußerten sich die Konsumenten bisher eher skeptisch. Im gestern veröffentlichen Verbrauchervertrauen zeigt sich jedoch eine Verbesserung. Die Stimmung unter den US-Konsumenten hellte sich im Februar gegenüber dem Vormonat überraschend kräftig auf.

Aktien


Aareal Bank, Jahreszahlen
Iberdrola, Jahreszahlen
Nvidia, Ergebnis Q4
Reckitt Benckiser, Jahreszahlen
Telefonica Deutschland, Jahreszahlen

An den europäischen Aktienbörsen trübte sich auch am zweiten Handelstag der Woche die Stimmung weiter ein. Nachdem am Vortag im US-Handel mit der Informationstechnologie vor allem der Highflyer der bisherigen Pandemie-Phase unter Druck geraten war, waren es auch hierzulande die Corona-Gewinner, die besondere Kursverluste verzeichneten. Im Dax 30 standen so die Aktien der Deutschen Post (- 3,4%) und Infineon (-3,1%) am Ende der Kursliste. Noch eindeutiger war der Kursverlauf bei Hellofresh (-4,2%) und Shop Apotheke (-4,0%) im MDax oder bei home24 (-8,4%) im SDax. Relativ unauffällig entwickelten sich hingegen die Titel von Fresenius (-0,7%) und FMC (-0,6%) nach der Präsentation ihrer finalen Jahreszahlen. In diesem Umfeld konnten selbst Adidas (-0,2%) nicht von der Wiederaufnahme ihrer Dividendenzahlungen profitieren. Auch im EUROSTOXX 600 standen insbesondere Technologietitel (-1,7%) unter Druck, während die Banken (+1,2%) und Versicherungen (+0,7%) an ihrem Aufwärtstrend anknüpfen konnten. An der Wall Street setzte sich die außergewöhnliche Kursschwäche der technologielastigen Nasdaq-Indizes zur Eröffnung weiter fort, allerdings konnten die Verluste im weiteren Handelsverlauf fast komplett aufgeholt werden. Im marktbreiten S&P 500 wiesen erneut Energietitel (+1,6%) die beste Entwicklung auf, während IT (-0,3%) letztendlich wenig verändert schloss. Bei den Einzeltiteln im Dow Jones stachen die Aktien von Home Depot (-3,1%) negativ hervor. Die Baumarktkette hatte keine konkreten Aussagen zum weiteren Jahresverlauf gegeben. Die asiatischen Börsen verzeichnen heute Morgen in der Breite deutlichere Verluste.
Daten zum Wertpapier: Konjunktur

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie mehr zum Thema Konjunktur im Bericht vom 24.02.2021

DAX taumelt, stürzt aber noch nicht - Donner & Reuschel

Der DAX konnte nun viermal in Folge nicht wieder in einen kurzfristigen Aufwärtsmodus zurückkehren. Die untere Linie verläuft nun bei rund 14.055 Punkten. Die heutigen Konjunkturdaten werden wenig Impulse bieten. Die US-Neubauverkäufe werden rückläufig prognostiziert. Die Zahlen zum deutschen Wirtschaftswachstum (BIP) ebenso. Rückschlüsse auf die mittelfristige Inflationserwartung erhofft man sich von der Anhörung Jerome Powells vor dem US-Repräsentantenhauses. Die Slow-Stochastik zeigt sich kurzfristig neutral. Das Momentum oszilliert wieder unterhalb der Nulllinie. Der Trendfolgeindikator MACD ist ebenso neutral zu werten. Der mittelfristige charttechnische Trend ist erst ab Notierungen unterhalb der 13.500 gefährdet. Der Langfristtrend bleibt trotz der aktuellen Schwächephase weiterhin intakt. Seitens des Ichimoku-Indikators bestätigt sich das auch für heute. Der DAX-Chart verläuft zwar weiterhin oberhalb der Wolke („Kumo“), hat diese allerdings gestern schon ... diese News weiterlesen!

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