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Anleihen: Selbstbewusst, aber nicht selbstgefällig - AXA IM

Die US-Notenbank Federal Reserve, kurz „Fed” genannt. Bild und Copyright: Mark Van Scyoc / shutterstock.com.

Die US-Notenbank Federal Reserve, kurz „Fed” genannt. Bild und Copyright: Mark Van Scyoc / shutterstock.com.

19.02.2021 11:17 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Entwicklung der langfristigen Renditen ist für Anleiheinvestoren im Besonderen und für die Bewertung von Vermögenswerten im Allgemeinen von zentraler Relevanz. Chris Iggo, AXA IM CIO Core Investments, analysiert daher die aktuelle Marktsituation und beschreibt, warum er gegenwärtig eine gewisse Hysterie wahrnimmt. Die Fed müsse den Märkten versichern, dass sie die Dinge im Griff hat.

„Die Renditen sind gestiegen, weil es eine gewisse Reflations-Mentalität an den Märkten gibt. Diese wird durch die Wachstumserwartungen und eine größere Inflationstoleranz der Zentralbanken getrieben. Die langfristigen Zinssätze und das Gewinnwachstum sind zwei zentrale Treiber von Märkten und Anlegerstimmungen – und in den vergangenen Monaten haben beide Faktoren das Thema Reflation unterstützt. Die leichte Versteilung der US-Treasury-Kurve und die überraschend starken Gewinnmeldungen der Unternehmen haben sich positiv auf Risikoanlagen ausgewirkt. Meiner Meinung nach sind die Renditen jedoch weit davon entfernt, dem Wachstum oder der Aktienmarktentwicklung zu schaden. Die Gewinne steigen und langfristige Trends treiben die Aktienerträge. Dennoch sei erwähnt, dass es nicht die Zeit für Selbstgefälligkeit ist. Die Gesamtinflation könnte in den kommenden Monaten durchaus anziehen und Anleiheinvestoren verschrecken. Die Fed muss den Märkten daher versichern, dass sie die Dinge im Griff hat. Die Botschaft muss lauten: Die Inflation müsste schon deutlich länger höher sein, um das geldpolitische Vorgehen zu beeinflussen.“

Die Lektion aus 2013

„Bei allen Gedanken rund um die Renditen, ist wichtig, dass die Zentralbanken um die Entwicklungen aus dem Jahr 2013 wissen. Die 10-jährige Rendite stieg damals zwischen Mai und September um 140 Basispunkte. Die Erwartung war, dass die Fed ihre Asset-Käufe zurückfahren würde. Und damals hielt die Fed nur etwa 20 Prozent der ausstehenden Staatsanleihen - heute sind es 34 Prozent. Die Renditen stiegen, die Kreditspreads weiteten sich aus, und der Aktienmarkt erlitt zwischen Mai und Juni einen Rücksetzer von 6 Prozent. Heutige Aussagen der Fed deuten jedoch darauf hin, dass sie gut darauf vorbereitet ist, auf jegliche Markterwartungen bezüglich eines Taperings zu reagieren. Nach dem Anstieg der Renditen im Jahr 2013 kehrten diese erst Anfang 2015 auf das Niveau vor dem Tantrum zurück. Eine vergleichbare Phase höherer langfristiger Renditen während unsicheren Zeiten ist heute sicherlich nicht im Sinne der Fed.“

Den Blick auf das Wesentliche richten

„Die Renditen von Staatsanleihen könnten zwar weiter steigen und die Erträge von Fixed Income-Strategien untergraben. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass ein mehrjähriger Bärenmarkt für Anleihen droht. Wenn die Renditen steigen und die Lage unruhig wird, sollte eine längere Duration in den Fokus rücken – die Renditen werden wieder sinken. Strategisch ist für langfristige Anleger wichtiger, die grundlegenden Themen nicht zu verpassen: etwa das enorme Wachstum bei elektronischen Fahrzeugen und die Themen "Zero Carbon" und "Digital", die sich vielfach überschneiden. Die Welt hat einen enormen Bedarf an Technologie und erneuerbaren Energien. Dies wird noch jahrelang so bleiben.“

Daten zum Wertpapier: Federal Reserve (Fed)

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne von AXA Investment Managers. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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