Aktienmarkt Türkei: Leichte Gewinnmitnahmen nach sehr starkem Dezember - Commerzbank


05.02.2021 09:28 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Nachdem der türkische MSCI Index im Dezember 2020 vor allem aufgrund einer deutlichen Erholung der Lira und der weiteren Leitzinserhöhung der Notenbank um 200 Basispunkte um kräftige 20,4% gestiegen war, folgten im Januar 2021 leichte Gewinnmitnahmen. Der MSCI Türkei-Index gab um 3,5% nach. Die Lira zeigt sich weiterhin stabil. Seit Jahresbeginn (per 3. Februar 2021) notiert sie gegenüber dem USD um fast 4% im Plus. Der in Lira denominierte türkische Leitindex BIST 100 gewann seit Jahresbeginn rd. 3%. Damit setzte sich der Stabilisierungstrend fort. Im Jahr 2020 büßte der MSCI Türkei-Index rd. 9,9% ein und erzielte damit eine deutliche Underperformance (MSCI EM-Index: +15,8%). Die türkische Notenbank hob am 19. November 2020 endlich den Leitzins (Reposatz) um 475 Basispunkte auf 15% an und beendete die Liquiditätssteuerung mittels anderer Fazilitäten. Somit wurde das zinspolitische Instrumentarium vereinfacht. Das war von vielen Investoren gefordert worden, nachdem sich der Abwertungsdruck auf die Lira noch einmal massiv verstärkt hatte. Im Dezember 2020 folgte eine weitere Erhöhung des Leitzinses um 200 Basispunkte auf nunmehr 17 Prozent. Die beiden restriktiven Schritte der Notenbank erhöhen die Transparenz der Geldpolitik und schaffen einen glaubwürdigeren Rahmen für die künftige Notenbankpolitik. Das Bekenntnis zu einer straffen Geldpolitik sowie das Ziel einer einstelligen Inflation (Januar 2021: +15% J/J) sorgen für ein erhöhtes Vertrauen. Dies wird von der Mehrheit der Anleger geschätzt, wie die kräftige Aufwertung der Lira gegenüber dem USD in den vergangenen Wochen zeigt. Auf Basis des für das Jahr 2021 geschätzten Wachstum der Unternehmensgewinne in Höhe von 43,6% (J/J) ergibt sich für die türkische Börse ein KGV von 8,9. Damit zählt der türkische Aktienmarkt weiterhin zu den günstigeren Börsen. Wir bestätigen unser Votum für die türkische Börse mit Neutral.

Anleihen


Deutschland: Auftragseingänge (Dez), 8:00 Uhr
USA: Arbeitsmarktbericht (Jan), 14:30 Uhr
USA: Handelsbilanz (Dez), 14:30 Uhr

Die Renditen von Bundesanleihen sind gestern den sechsten Tag in Folge angestiegen. Mit -0,45% lag die Rendite für zehnjährige Papiere zeitweise leicht über dem letzten Hochpunkt Mitte Januar und erreichte – getrieben von steigenden Inflationserwartungen – den höchsten Stand seit Oktober 2020. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen vollzog eine ähnliche Bewegung und stieg auf fast 1,16%, gegenüber dem letzten Tief Ende Januar ist dies ein Anstieg um 16 Basispunkte. Da ebenfalls der US-Dollar zum Euro und gegenüber anderen Währungen zulegte, wird wohl auch die Aussicht auf ein umfangreiches US-Konjunkturpaket eine Rolle spielen. Nach den guten Zahlen des ADP-Berichts wird erwartet, dass auch der amtliche Arbeitsmarktbericht einen deutlichen Stellenzuwachs in den USA im Januar zeigen wird. Jedoch können beide Berichte von Monat zu Monat deutlich divergieren. Die gestern gemeldeten Erstanträge waren mit 779.000 in der Woche zum 30. Januar erneut hoch. Die Zahl der Leistungsempfänger insgesamt ist jedoch von Ende Dezember bis zum 24. Januar um gut 400.000 zurückgegangen. Die Auftragseingänge sind in Deutschland im Dezember erstmals seit Mai zurückgefallen. Der Rückgang betrug 1,9% zum Vormonat – nach einem Plus von 2,7% im November. Trotz des Rückgangs haben sich die Bestellungen in den letzten Monaten sehr positiv entwickelt und liegen 6,4% über dem Niveau vor der Pandemie. Die Einzelhandelsumsätze im Dezember im Euroraum fielen mit +2% zum Vormonat zwar besser als erwartet aus. Der kräftige Rückgang von 5,7% im November konnte aber nicht wettgemacht werden. Für Januar dürfte trotz Hochkonjunktur bei den Onlinehändlern ein erneuter Rückgang sicher sein.

Aktien


Aurubis, Ergebnis Q1
BNP Paribas, Sanofi, Jahresergebnis
Intesa Sanpaolo, Lindem Ergebnis Q4

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Handelstag überwiegend freundlich. Die Indexveränderungen hielten sich vormittags zumeist in recht engen Grenzen, bevor dann am Nachmittag mehr Kaufinteresse in den Handel kam. Tagesgewinner auf Indexebene waren die Börsen in Italien und Spanien mit einem Plus von 1,7% bzw. 1,4%. Der Dax gewann 0,9% und schloss damit über der Marke von 14.000 Punkten. Im Fokus der Anleger stand insbesondere das erste Börsendebüt des Jahres von Auto1. Der erste Kurs lag mit 55 Euro um rund 45% über dem Ausgabepreis von 38 Euro (oberes Ende der Zeichnungsspanne). Somit ist der Online-Autohändler an der Börse fast 12 Mrd. Euro wert. Die Notierung von Daimler (+2,1%) legte nach der überraschenden Ankündigung vom Mittwoch, die LKW-Sparte abzuspalten, weiter zu. Die Aktie von Bayer gewann nach einer Glyphosat-Teileinigung 5,3%. Die Stimmung bei der Aktie von Fresenius Medical Care ist nach der jüngsten satten Gewinnwarnung weiter angeschlagen; der Kurs von FMC gab um weitere 0,6% nach (-16,5% seit Jahresbeginn), erholte sich aber spürbar vom Tagestief. Auf europäischer Sektorenebene waren vor allem Bankwerte gesucht, die im Schnitt um 2,6% zulegten. Versorgeraktien und Energiewerte zählten dagegen zu den Tagesverlierern. Die US-Börsen tendierten freundlich. Der S&P 500-Index (+1,1%) stieg nach guten Makrodaten und besseren Coronavirus-Trends auf ein Rekordhoch. Die Aktie von Gamestop erlitt schwere Verluste. Auf Sektorenebene lagen Finanzwerte (+2,3%) vorne. Dagegen gaben Rohstoffaktien als Tagesverlierer im Schnitt um 0,5% nach. Die Börsen in Asien tendierten u.a. wegen der Aussicht auf ein US- Konjunkturpaket überwiegend freundlicher. Der Nikkei 225-Index legte um 1,5% zu. A-Aktien (China) gaben dagegen leicht nach.
Daten zum Wertpapier: Konjunktur

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie mehr zum Thema Konjunktur im Bericht vom 05.02.2021

Am Morgen: Deutsche Bank, Infineon, Hannover Rück und Roche im Fokus - Nord LB Kolumne

Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts erwarten die deutschen Unternehmen noch monatelange Einschränkungen des öffentlichen Lebens und ihrer eigenen Geschäfte. Die Firmen gehen im Schnitt davon aus, dass es noch 7,4 Monate lang Restriktionen des öffentlichen Lebens geben wird und rechnen erst in 10,3 Monaten mit einer Normalisierung ihrer eigenen Geschäfte. „Beide Zahlen liegen nur wenig niedriger als im Dezember. Die anlaufenden Impfungen haben sich noch nicht entscheidend ausgewirkt”, hieß es.

Die deutschen Maschinenbauer haben zum Jahresende wieder mehr Aufträge aus dem In- und Ausland einsammeln können. Wie der Branchenverband VDMA mitteilte, sind im Dezember die Aufträge gegenüber dem Vorjahresmonat um 7% gestiegen. Damit ergibt sich für Q4 ein Plus von 4%, für das Gesamtjahr Corona-bedingt allerdings ein Minus von 11%. Der VDMA warnte vor möglichen Rückschlägen. „Die Erholung, die im Herbst 2020 begonnen hat, setzt sich fort, aber sie steht ... diese News weiterlesen!

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