USA: Gut, dass die Inflationsrate trotz des Anstiegs tief bleibt - VP Bank Kolumne

VP Bank: „So sehr sich die Notenbanken höhere Inflationsraten wünschen, hinter vorgehaltener Hand dürften sich die Währungshüter über das Ausbleiben eines deutlichen Teuerungsdrucks freuen.” Bild und Copyright: Paul Brady Photography / shutterstock.com.

VP Bank: „So sehr sich die Notenbanken höhere Inflationsraten wünschen, hinter vorgehaltener Hand dürften sich die Währungshüter über das Ausbleiben eines deutlichen Teuerungsdrucks freuen.” Bild und Copyright: Paul Brady Photography / shutterstock.com.

13.01.2021 14:59 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Im Monatsvergleich ist ein Plus von 0.4 % bei den Konsumentenpreisen zu verbuchen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gilt: Die Inflationsrate steigt im August von 1.2 % auf 1.4 %. Ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise legt die Teuerung um unveränderte 1.6 % zu.

Die höheren Benzinpreise schlagen nun auf die Teuerung durch. Gegenüber dem Vorjahresmonat bleibt die Inflationsrate aber mit ihren 1.4 % trotz des Anstiegs auf verhältnismässig tiefem Niveau. Die unveränderte Kernteuerungsrate macht derweil deutlich, dass derzeit kein übergeordneter Preisdruck besteht. Der US-Arbeitsmarkt ist in Anbetracht der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie immer noch in einem desolaten Zustand. Lohnsteigerungen sind in solch einem Umfeld kaum möglich, weshalb zunächst keine deutlich höheren Kernteuerungsraten zu erwarten sind.

So sehr sich die Notenbanken höhere Inflationsraten wünschen, hinter vorgehaltener Hand dürften sich die Währungshüter über das Ausbleiben eines deutlichen Teuerungsdrucks freuen. Man stelle sich einmal vor, die Inflationsraten würden deutlich zulegen. Die Fed oder auch die EZB müssten in diesem Falle gegensteuern, möglicherweise ihre Wertpapierankaufprogramme zurückfahren. An den Finanzmärkten würde man parallel dazu anfangen, auf höhere Zinsen zu setzen. Dieses Szenario wäre für das aktuelle Finanzmarktgeschehen wohl Gift.

Ohnehin dürfte die Fed bereits mit Argwohn auf die gestiegenen Renditen schauen. Immerhin liegt die Rendite eines 10-jährigen US-Staatstitels bei gegenwärtig 1.12 %, was gegenüber dem Corona-Tief im August 2020 ein Plus von mehr als 60 Basispunkten impliziert. Da die 10-jährige Rendite gleichzeitig die Messlatte für langfristige Finanzierungen ist, könnte der Anstieg bereits negative realwirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen. Für den Renditeanstieg zeigen sich gestiegene Inflationserwartungen verantwortlich. Würden die gestiegenen Inflationserwartungen nun auch von der tatsächlichen Teuerungsentwicklung bestätigt werden, könnte dies sogleich zum nächsten Renditeanstieg führen. Die Washingtoner Währungshüter dürften deshalb heilfroh darüber sein, dass die Inflationsrate mit 1.3 % verhältnismässig niedrig ausfällt.

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