Überraschende Inflationsentwicklung mit weiterem Potential - Commerzbank Kolumne

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13.01.2021 09:12 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Inflationsraten finden derzeit wenig Beachtung, da sie niedrig sind. Allerdings sind sie nicht so niedrig wie prognostiziert, wie die Überraschungsindizes im neben-stehenden Chart verdeutlichen. Vor allem die zuletzt gestiegenen Rohstoffpreise dürften den Trend weiter unterstützen und zu einem rascheren Wiederanstieg der Inflation sorgen. Ab dem 2. Quartal könnte sich der coronabedingte Nachfragestau (deutlich gestiegene Sparquoten) auflösen und der Inflationsentwicklung weitere Impulse liefern. Die Inflationsniveaus vor der Coronakrise dürften also rasch wieder erreicht werden, aber es besteht wohl auch darüber hinaus Überraschungspotential.

Anleihen


Euroraum: Industrieproduktion (Nov), 11:00 Uhr
USA: Verbraucherpreise (Dez), 14:30 Uhr

Der Druck auf die Staatsanleihen hielt gestern an. So stiegen die Renditen von Bundesanleihen weiter, jedoch relativ moderat. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen erhöhte sich auf minus 0,46%. Kräftigere Kursverluste musste die Euro-Peripherie hinnehmen, ausgehend von Italien. Italienische Bonds litten unter politischen Querelen. So drohte der ehemalige Ministerpräsident Renzi mit seiner Partei Italia Viva die Regierungskoalition zu verlassen. Uneinig ist man sich insbesondere über die Aufteilung der Coronahilfen des Wiederaufbaufonds. Ein weiterer Grund für die Kursverluste bei den Staatsanleihen ist die Angebotswelle. Neben saisonalen Faktoren spielt vor allem das höhere Angebot wegen der gestiegenen Verschuldung aufgrund der Coronakrise eine Rolle. Gestern wurden zwei EFSF-Anleihen (Anleihen des europäischen Rettungsfonds) mit einem Volumen von 5 Mrd. Euro emittiert. Die Nachfrage nach den zwei Anleihen mit einem Volumen von 5 Mrd. Euro hat rekordhohe 70 Mrd. Euro betragen und war damit 14-fach überzeichnet. Noch stärker als im Euroraum erhöhten sich gestern die Renditen von US-Treasuries, sie überstiegen im Hoch 1,18%, den höchsten Stand seit März 2020. Grund sind zum einen die gestiegenen Inflationserwartungen, hervorgerufen durch die Ankündigung höherer US-Staatsausgaben vom designierten US-Präsidenten Biden. Zum anderen die von Fed-Mit-gliedern begonnene Diskussion um eine Reduzierung der Anleihekäufe (Tapering). Dies hat vor allem Robert Kaplan ins Gespräch gebracht. Bullard und Rosengren finden es dagegen als zu früh für eine Tapering-Diskussion. Eine Reduzierung der Anleihekäufe wäre eine Belastung für den Rentenmarkt. Nach der Erholung des US-Dollar in den vergangenen Tagen aufgrund der gestiegenen US-Renditen, schwächte er sich gestern handelsgewichtet ab.

Aktien


Bayer, Pharma Media Day

Nach einem starken Jahresstart lassen es die Anleger an den europäischen Aktienbörsen etwas ruhiger angehen. Angesichts der anlaufenden Berichtssaison, des bevorstehenden Regierungswechsels in den USA sowie wichtigen Konjunkturdaten, die erst zum Wochenschluss veröffentlicht werden, fehlt es aktuell an notwendigen Impulsen für weitere Kursavancen. Darüber hinaus geben die weiter hohen Neuinfektionszahlen und neuen Kontaktbeschränkungen Anlass zur Sorge. Kursbewegungen gab es hauptsächlich auf Einzelwertebene, initiiert durch Analystenkommentare. So stiegen die Aktien von HeidelbergCement (+1,9%) nach einer Kaufempfehlung. Im MDax glichen die Titel von Teamviewer (+1,7%) die Kursverluste, die am Vortag nach Vorlage der Zahlen zum vierten Quartal 2020 entstanden waren, unter-stützt durch eine Kurszielanhebung, teilweise wieder aus. Favorit im Index für mittelgroße Werte waren indes die Anteil-scheine von Shop Apotheke (+8,7%), ebenfalls getrieben durch eine Kaufempfehlung einer Investmentbank. Auf Branchenebene legten im Euroraum Automobile (+1,7%) und Banken (+0,9%) am deutlichsten zu. Dagegen tendierten Haushaltsgüter, Immobilienaktien (jeweils -1,2%) und insbesondere Versorger (-1,6%) schwächer. Auch an der Wall Street schalteten die Anleger im Vorfeld der genannten Ereignisse einen Gang zurück. Lediglich der Dow Jones-Index konnte leicht zulegen. Deutlich mehr Bewegung gab es auf der Branchenebene. Mit den steigenden Ölpreisen stach vor allem der gering gewichtete Energiesektor (+3,5%) positiv hervor. Während auch andere zyklische Branchen vom aktuellen Umfeld profitierten, tendierten defensive Titel in der Breite schwächer. An den asiatischen Börsen gab es heute Morgen keine einheitliche Richtung. Während der Nikkei 225 zulegte, gaben die chinesischen Märkte nach. Die europäischen Börsen werden kaum verändert eröffnen.
Daten zum Wertpapier: Euro - Währung
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ISIN: EU0009652759

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