Eurozone: Rückläufige Preise im Dezember - VP Bank Kolumne

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Die Corona-Pandemie und die verhängten Lockdowns führen zu ihren eigenen Gesetzmässigkeiten. In einigen Segmenten sind derzeit keine Preiserhebungen möglich, schlichtweg weil beispielsweise Hotels oder auch Freizeiteinrichtungen geschlossen sind. Bild und Copyright: telesniuk / shutterstock.com.

07.01.2021 12:22 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Preise in der Eurozone gehen nach einer vorläufigen Schätzung im Dezember um 0.3 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Von Inflation kann auch im Dezember keine Rede sein. Die Preisentwicklung ist weiterhin im Rückwärtsgang. Allerdings sind Inflationsdaten derzeit mit Vorsicht zu geniessen.

Die Corona-Pandemie und die verhängten Lockdowns führen zu ihren eigenen Gesetzmässigkeiten. In einigen Segmenten sind derzeit keine Preiserhebungen möglich, schlichtweg weil beispielsweise Hotels oder auch Freizeiteinrichtungen geschlossen sind. Die Statistikämter behelfen sich mit Preisfortschreibungen.

Auch für den einzelnen Bürger ist die Aussagekraft der offiziellen Preiserhebung derzeit begrenzt. Der Corona-Warenkorb sieht anders aus als der Warenkorb unter normalen Bedingungen. Im Homeoffice sinken die Ausgaben für Treibstoff auf ein Minimum, gleichzeitig bedarf aber vielleicht das heimische Büro einer besseren Ausrüstung. Die Ausgaben für Notebooks, Monitore, Tastaturen oder auch Router werden deshalb im Haushaltsbudget einen höheren Anteil einnehmen als es der amtliche Warenkorb eigentlich vorsieht.

Die Preisentwicklung wird jedoch in den kommenden Monaten Ausschläge erfahren. Die Zeit der rückläufigen Preise ist bereits im Januar vorbei. In Deutschland lief die Mehrwertsteuerreduktion im Dezember aus. Und noch ein weiterer deutscher Preistreiber wird auf die Teuerungsrate des Währungsraumes durchschlagen: Die seit 1. Januar geltende CO2-Abgabe verteuert Energiepreise in der grössten Volkswirtschaft der Eurozone spürbar.

Es folgt in den Frühjahrsmonaten ein Basiseffekt. Im Zuge der Corona-Pandemie und den verhängten Eindämmungsmassnahmen sank der Ölpreis im März 2020 um mehr als 50 %. Seit dem Tief im April ist beim Nordseeöl der Sorte Brent aber bereits ein Anstieg um beinahe das Dreifache zu verbuchen. Werden die Energiepreise also ab März mit dem Vorjahresniveau verglichen, hat dies für die Inflationsrate erhebliche Auswirkungen. Die Teuerungsrate wird merklich anziehen.

Die Freude über den erwarteten Preisanstieg hält sich bei der Europäischen Zentralbank (EZB) in Grenzen. Es handelt sich um statistische Effekte und nicht um einen nachhaltigen Inflationsanstieg. Für einen länger anhaltenden Preisanstieg bedarf es einer höheren wirtschaftlichen Dynamik basierend auf Strukturreformen. Solange dies nicht der Fall ist, wird die Inflationsentwicklung hinter den EZB-Zielen zurückbleiben.

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