Am Morgen: CTS Eventim, Knorr-Bremse, ThyssenKrupp und ABB im Fokus - Nord LB Kolumne

Bild und Copyright: Marcel Paschertz / shutterstock.com.

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20.11.2020 08:08 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

EZB-Präsidentin Lagarde hat die EU-Länder aufgefordert, ihren Streit über das EU-Budget zu beenden und dringend benötigte Corona-Hilfen zügig auszuzahlen. Polen und Ungarn hatten ihr Veto gegen das Finanzpaket eingelegt. Lagarde zeichnete angesichts der zweiten Pandemie-Welle zudem ein eher düsteres Bild der kurzfristigen Konjunkturaussichten. "Es wird erwartet, dass die Wirtschaft der Euro-Zone durch den raschen Anstieg der Infektionszahlen und der Wiedereinführung von Eindämmungsmaßnahmen schwer getroffen wird," sagte sie. Lagarde bekräftigte darüber hinaus, dass die Notenbank ihre Geldpolitik entsprechend der Lage neu justieren werde.

Rentenmarkt
Die Ankündigung der EZB-Präsidentin, auf der nächsten Notenbanksitzung die geldpolitischen Instrumente auf Basis der dann aktuellen Informationen anpassen zu wollen, hat bei deutschen Staatsanleihen zu steigenden Notierungen geführt. Angesichts erhöhter Corona-Neuinfektionen mit entsprechenden Beschränkungen haben einige Anleger den sicheren Hafen der US-Anleihen bevorzugt und für leichte Kursgewinne gesorgt.

Aktienmarkt
Am Donnerstag tendierten die Kurse am deutschen Aktienmarkt uneinheitlich. Während die Technologiewerte freundlich aus dem Handel gingen, gab es insbesondere bei den DAX-Werten Abschläge. Die sich in einigen Ländern wieder verschärfende Corona-Lage ließ die Anleger vorsichtiger werden. DAX -0,88%, MDAX -0,19%, TecDAX +0,54%.

Die Aussicht auf neue Gespräche zwischen Demokraten und Republikanern zu einem weiteren Corona-Hilfspaket hat die Kurse an den US-Börsen leicht ansteigen lassen. Von konjunktureller Seite kamen dagegen keine Impulse. Während sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im November weniger deutlich als erwartet eintrübte, stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend an. Dow Jones +0,15%, S&P 500 +0,39%, Nasdaq-Comp. +0,87%. Der Nikkei-225 beendete die Woche bei 25.527 Pkt. (-0,42%).

Unternehmen
Der Ticketvermarkter und Konzertveranstalter CTS Eventim litt auch in Q3 massiv unter den Corona-bedingten Beschränkungen. So sackte der Konzernumsatz um 92% auf 30,24 Mio. EUR ab, operativ (normalisiertes EBITDA) stand ein Verlust von 15 (Vorjahr: +65,2) Mio. EUR zu Buche. Auf eine Jahresprognose verzichtet das Unternehmen aus verständlichen Gründen weiter.

Der Lkw- und Bahn-Zulieferer Knorr-Bremse sieht sich auf Kurs zu seinen Gesamtjahres-Finanzzielen. Der Umsatz werde 2020 infolge der Corona-Krise auf 5,9 bis 6,2 (6,9) Mrd. EUR zurückgehen, teilte der Konzern mit. Die Umsatzrendite (operative EBITDA-Marge) werde auf 16,5 bis 17,5% (18,8%) sinken. In den ersten 9 Monaten ging der Umsatz um 13,6% auf 4,59 Mrd. EUR zurück, der Betriebsgewinn (EBITDA) brach auf 804,2 (982,2) Mio. EUR ein, was einer Marge von 17,5% entspricht.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Geschäfte von Thyssenkrupp im GJ 2019/2020 (30.09.) maßgeblich beeinträchtigt. Sowohl Auftragseingang (-17% auf 28,2 Mrd. EUR) als auch Umsatz (-15% auf 28,9 Mrd. EUR) verzeichneten vor allem durch einen Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie deutliche Rückgänge zum Vorjahr. Das ber. EBIT lag bei -1,6 Mrd. EUR (Vorjahr: -110 Mio. EUR). Der Konzern will aufgrund der CoronaAuswirkungen und der langfristigen Marktentwicklung nun statt geplanten 6.000 Stellen insgesamt 11.000 Arbeitsplätze abbauen. Für das GJ 2020/2021 rechnet Thyssenkrupp beim Umsatz mit einem Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das bereinigte EBIT soll bei einem Verlust im mittleren dreistelligen Millionenbereich auslaufen, der Jahresfehlbetrag bei über 1 (-5,5) Mrd. EUR liegen.

Der schweizerische Elektrokonzern ABB will im Rahmen seiner Portfolioüberprüfung Teilbereiche verkaufen. ABB will sich von Bereichen mit einem Umsatz von insgesamt 1,75 Mrd. US-$ (ca. 6% des Gesamtumsatzes) trennen, teilte der Konzern mit.

Devisen
Die Aussagen der EZB-Präsidentin und schwächere Aktienmärkte haben den Euro nur kurzfristig belastet. Am Ende sprang nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten ein kleines Plus heraus.

Öl / Gold
Angebliche Querelen innerhalb der OPEC+ im Hinblick auf die Produktionsmengen haben die Ölpreise nur temporär belastet. Der Glanz des Goldes verblasste weiter. Dabei wurde die technische Unterstützung um 1.860 US-$ erneut getestet.

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