K+S & Co.: Hoffnungen auf kräftige Preiserholung für Kaliumchlorid schwinden - Commerzbank Kolumne

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13.11.2020 09:41 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Preise für Kaliumchlorid (Einsatz in der Düngemittelindustrie) sind seit Jahren schwach. Obwohl vier Kali-Produzenten (Belaruskali, Nutrien, Uralkali, Mosaic) rd. zwei Drittel des globalen Angebots kontrollieren, haben sie ihre Produktion nicht genügend der niedrigeren Nachfrage anpassen können wollen. Für 2020 wird die weltweite Kaliproduktion auf rd. 66 Mio. t geschätzt (globale Auslastungsquote: rd. 70-75%), 2021 werden 66-68 Mio. t erwartet. Verglichen mit dem letzten Preishoch in 2009 (rd. 680 USD/kg, Standardqualität, FOB Vancouver, d.h. exklusive Fracht und Versicherung), notierte der Kalipreis zuletzt nur noch knapp über 200 USD/kg. Zwischenzeitlich aufkommende Hoffnungen, dass Streiks in den Kaliminen von Belaruskali zur Angebotsverknappung und damit zu Preiserhöhungen führen würden, haben sich nicht erfüllt. Gegen eine durchgreifende Preiserholung für Kaliumchlorid sprechen zum einen niedrige Getreidepreise (v.a. Mais und Sojabohnen). Zum anderen sind die Kalivorräte in China (größter Kali-Importeur, vor Indien) mit rd. 3,4 Mio. t sehr hoch. Darüber hinaus dürften mittelfristig weitere Kapazitäten auf den Markt kommen (Hochfahren der kanadischen Kalimine von K+S: Kapazität von 2,9 Mio. t/Jahr, finale Genehmigung des Jansen-Projekts von BHP soll 2021 erfolgen: Kapazität von 4 Mio. t/Jahr). Zuletzt berichtete K+S, dass es seine langfristigen Kalipreis-Annahmen gesenkt hat, wodurch im Konzern hohe Wertberichtigungen auf die Kali-Assets zu Lasten des dritten Quartals vorgenommen werden müssen. Angesichts der hohen Nettoverschuldung von K+S hätte man sich diese Bilanzbereinigung sicherlich gerne erspart. Somit indiziert dieser Schritt, dass auch das Unternehmen in absehbarer Zeit nicht mit einer nennenswerten Kalipreiserholung rechnet.

Anleihen


Frankreich: Verbraucherpreise, final (Okt), 08:45 Uhr
Euroraum: BIP, 2. Schätzung (Q3), 11:00 Uhr
USA: Erzeugerpreise (Okt), 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen, Michigan (Nov), 16:00 Uhr

Die Hoffnung auf die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffs hatte in den letzten Tagen für eine deutliche Stimmungsaufhellung an den Finanzmärkten gesorgt – gestern folgte eine Gegenbewegung. Die in vielen Regionen hohen Infektionszahlen rückten wieder in den Mittelpunkt. Mit 142.000 neuen Infektionen erreichte die USA einen Rekordwert. Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen von 0,96% auf 0,88%. Die realwirtschaftlichen Folgen eines Impfstoffs stehen ohnehin auf einem anderen Blatt. Da wir auch bislang schon in unserem Basisszenario von einer Impfung der Bevölkerung im Jahresverlauf 2021 ausgegangen sind, hat sich an unserer Einschätzung wenig geändert. Allerdings könnte der Stimmungsaufschwung der letzten Tage sich positiv auf die Investitionsneigung auswirken – bzw. bei den Konsumenten die Konsumneigung ankurbeln. Deshalb könnte das mehr oder weniger vorangekündigte Maßnahmenpaket der EZB im Dezember etwas kleiner ausfallen – konkret ist eine Zinssenkung weniger wahrscheinlich geworden. Voraussetzung dafür, dass die Notenbanken expansiv ausgerichtet bleiben, ist ein niedrigbleibender Inflationsdruck. Nachdem im Sommer in den USA aber auch im Euroraum die Preise etwas anzogen – weil z.B. Hotelübernachtungen wieder teurer wurden – pendeln die Preise angesichts der stockenden Erholung nun wieder zurück. In den USA blieb das Preisniveau im Oktober unverändert gegenüber dem Vormonat, nach einem Anstieg um +0,2% im September. Die Jahresrate schwächte sich von 1,4% auf 1,2% ab und entfernte sich damit von dem 2%-Ziel der USNotenbank. Vor allem die langsamer steigenden Mieten bremsen den Preisauftrieb.

Aktien


Deutsche Wohnen, Nordex, Salzgitter, Q3

Die Aktienmärkte verdauten gestern die starken Zugewinne der Vortage und gaben tendenziell leicht nach. Im Dax belief sich das Minus auf 1,2%, im europäischen Stoxx 600 war es ein knappes Prozent im negativen Territorium. Lediglich der niederländische Markt landete noch in der Gewinnzone. Bei den Sektoren gab es mit dem Telekomsektor (+0,8%) ebenfalls nur einen Gewinner. Unter den Titeln im Stoxx 600 war damit wenig überraschend die niederländische KPN Telekom (+6,3%) ganz vorn. Dagegen lagen Finanzen (-0,9%) und der zyklische Konsum (-1,2%) am Ende. Im DAX waren Zahlen von Unternehmen ein wichtiger Treiber: Bei Siemens (-3,2%) enttäuschte der Ausblick. RWE (+0,4%) lag stabil im Quartal wie im Markt. Gute Zahlen wurden bei der Deutschen Telekom (+0,4%) kaum honoriert. Bester DAX-Wert (+1%) war Continental. In den USA gaben die großen Indizes ebenfalls um 1% ab. Es fehlte an neuen Impulsen, die Unsicherheit um die Wahlauszählung hält an und ein neues Corona-Hilfspaket noch in diesem Jahr wird immer weniger wahrscheinlich. Daher kam es zu Gewinnmitnahmen. Bei Gebrauchsgütern und Telekom hielt sich das Minus noch in Grenzen, Energie war mit -3,3% der schwächste Sektor im S&P 500. United Health (+0,8%) verbuchte im Dow Jones die einzigen erwähnenswerten Zuwächse, dagegen lagen Boeing (-3%) und Intel (-3%) ganz hinten. An der Nasdaq büßte Fox Corp (-6,6%) für den Entzug präsidialer Gnaden. Impfstoffhersteller CureVac (+13%) meldete Forschungs- und Kursfortschritte. Die ungünstigere Stimmung schlägt heute auch auf Asien durch. Japan und China melden Verluste um 1%. Ausnahme bildet Korea (+1%) mit neuem Jahreshoch dank starker Technologiewerte. Die Markteröffnung in Europa wird etwas niedriger erwartet.
Daten zum Wertpapier: K+S
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WKN: KSAG88
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