Schwellenländerbörsen weisen im Oktober 2020 eine Outperformance aus - Commerzbank Kolumne


06.11.2020 09:54 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nachdem die Schwellenländerbörsen im September 2020 eine Outperformance sowohl gegenüber dem MSCI Developed Market-Index als auch gegenüber dem MSCI Welt-Index ausgewiesen haben, setzte sich dieser Trend im Oktober 2020 fort. Im Berichtsmonat gewann der MSCI EM-Index 2,0%, während der MSCI Developed Market-Index um 3,1% und der MSCI Welt-Index um 2,5% nachgaben. Aufgrund der beiden starken Monate (Sep./Okt.) verwandelte sich die Underperformance der EM (-1,0%) gegenüber dem MSCI Welt-Index (-2,5%) seit Jahresbeginn (Jan. bis Okt. 2020) in eine Outperformance.

Verantwortlich für die Outperformance der EM-Aktien zeichnete wie schon im Vormonat vor allem die relativ gute Performance in der Region Asien ex-Japan (+2,8%), die damit erneut die Regionen EMEA (-4,5%) und Lateinamerika (-1,2%) hinter sich ließ. Vor allem der MSCI China-Index (+5,3%) legte dank guter Makrodaten und positiver Signale vom Volkskongress kräftig zu. Der Renminbi gewann ggü. dem USD 1,5%. Auch die Börse in Indien (+0,9%) tendierte aufgrund des gefragten Banken- und Softwaresektors (+10,2% bzw. +5,1%) freundlich. Die schwache Börsenentwicklung der Regionen EMEA und Lateinamerika setzte sich fort. Belastend wirkten hier u.a. steigende Covid-19-Zahlen sowie der fallende Ölpreis.

Auf EM-Sektorenebene wies der Energiebereich (-7,4%) die schwächste Performance aus. Gefragt waren dagegen die Bereiche Communication Services (+6,2%) sowie Gebrauchsgüter (+5,2%). Die EM-Firmengewinnschätzungen für 2020/2021 wurden im Oktober 2020 um 1,9% bzw. um 2,2% nach oben revidiert. Auf regionaler Basis (2020) gab es die größten positiven Ergebnisrevisionen für die Region EM Asien (+2,4%; Lateinamerika: -1,9%). EM-Aktienfonds wiesen im Oktober 2020 (per 28.10) Nettozuflüsse in Höhe von 4 Milliarden USD auf. Das war der beste Monat seit Januar 2020.

Anleihen


Deutschland: Auftragseingänge Industrie (Sep.), 8 Uhr
USA: ADP-Arbeitsmarktbericht (Okt.), 14:30 Uhr

Trotz der gestern fortgesetzten Hängepartie bei der Stimmenauszählung zur US-Präsidentschaftswahl konnten sichere Staatsanleihen wie Bundesanleihen oder US-Treasuries nicht profitieren und verbuchten leichte Kursverluste. Hingegen waren Staatstitel der Euro-Peripherie gefragt – hier gingen die Risikoaufschläge gegenüber Bundesanleihen weiter zurück. Der Euro, der seit Ende Oktober gegenüber dem US-Dollar gute 2 Cent verlor, konnte seit Montag diese Verluste fast wieder aufholen. Die EU-Kommission veröffentlichte gestern ihre Herbstprognose. Sie rechnet damit, dass die europäische Wirtschaft die pandemiebedingten Einbrüche wohl erst Ende 2022 wieder ausgeglichen haben wird. Leider wurde der sehr starke Aufschwung im Sommer durch die aktuell zweite Coronawelle wieder unterbrochen. Zwar erwartet die EU-Kommission für 2020 nun einen Einbruch des Bruttoinlandprodukts (BIP) im Euroraum von 7,8% und damit weniger stark als noch im Juli mit 8,7% prognostiziert. Dafür fällt aber die vorhergesagte BIP-Erholung im Euroraum für 2021 mit 4,2% (Juli-Prognose: 6,1%) deutlich geringer aus. Die Wachstumsprognose für 2022 liegt nun bei 3%. Allerdings weisen die einzelnen Volkswirtschaften zum Teil erhebliche Unterschiede auf. Während zum Beispiel das deutsche BIP dieses Jahr voraussichtlich um 5,6% einbrechen wird, könnte das Minus für Spanien sogar 12,4% betragen. Die US-Notenbank Fed beschloss auf ihrer Sitzung keine Änderungen. Nachdem gestern die Auftragseingänge in der deutschen Industrie den Aufwärtstrend auch im September fortsetzten, überraschte die Produktion heute früh mit einem Anstieg um 1,6% M/M negativ, denn der Markt hatte einen Zuwachs von 2,5% erwartet. Damit liegt die deutsche Industrieproduktion immer noch 7,3% unter Vorjahresniveau.

Aktien


Allianz, 3. Quartal
Rheinmetall, 3. Quartal

Die europäischen Aktienmärkte präsentieren sich auch am Tag nach der US-Wahl trotz des offenen Ausgangs in guter Verfassung. Investoren könnten mit einem demokratischen US-Präsidenten gut leben, zumal der Senat von Republikanern dominiert werden dürfte. Zudem beflügelte die Hoffnung auf ein nahes US-Konjunkturpaket. Bei den relevanten europäischen Aktienindizes ragte v.a. Spanien (+2,1%) und Italien (+2,0%) heraus. Der DAX 30 verbuchte letztendlich ein Plus von 2% mit 12.568 Punkten. Delivery Hero war als Krisengewinner einmal mehr an der Spitze (+8,1%), während MunichRe die Anleger mit ihrer Berichterstattung enttäuschte (-3,3%). Innerhalb Europas waren insbesondere zyklische Konsum- (+2,3%) und Technologietitel (+2,0%) gefragt. Im MDax (+1,0%) stach ProSiebenSAT.1 Media (+8,9%) dank des erfreulichen Q3-Berichts positiv hervor, während GEA Group (-5,9%) Einbußen hinnehmen musste. Auch der Euro Stoxx 50 stieg (+1,7%) mit Linde an der Spitze (+5,7%), ING (-4,8%) bildete das Schlusslicht. Zuversicht herrschte auch an der Wall Street. Der Dow Jones legte um rd. 2% zu. Damit summiert sich das Plus seit Ultimo Oktober (Freitag) bereits auf gut 7%. Auch der marktbreite S&P 500 zeigte ein Plus von 2% und der Nasdaq 100 stieg sogar um 2,6% auf knapp 12.080 Punkte. Der US-Chipkonzern Qualcomm überraschte mit überragenden Zahlen und angehobenem Ausblick, worauf die Aktie rd. 13% sprang. Im S&P 500 bewegten sich sämtliche Branchen im Plus. Basismetalle führten die Hitliste (+4,1%) an, gefolgt von Finanz- (+2,6%) und Industriewerten (+2,1%). Asiens Börsen uneinheitlich: Während Chinas Festlandaktien (CSI 300) nahezu unverändert sind, legte der Nikkei 225 um 0,9% zu. Nach der 1.000-Punkte Rally (rd. 9%) dürfte der Dax heute eine Verschnaufpause einlegen. Schönes Wochenende!
Daten zum Wertpapier: Konjunktur

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