Am Morgen: LafargeHolcim, Syngenta und EZB im Fokus - Nord LB Kolumne

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02.11.2020 08:53 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Inflation in der Euro-Zone ist im Oktober bereits den dritten Monat in Folge ins Minus gerutscht. Die Verbraucherpreise fielen um 0,3% binnen Jahresfrist, wie es in einer ersten Schätzung hieß.

Die deutsche Wirtschaftsleistung hat sich im dritten Quartal noch stärker als erwartet von dem vorherigen Einbruch erholt. Das reale Bruttoinlandsprodukt legte um 8,2% in einem Rekordtempo zum Vorquartal zu, was jedoch vor allem dem Aufholeffekt nach der ersten Coronawelle zuzuschreiben ist. Zum Vorkrisenniveau bleibt noch ein gehöriger Abstand, und zumindest kurzfristig ist ein abruptes Abbremsen des Aufholprozesses wahrscheinlich. Mit der grassierenden zweiten Welle sind neue dunkle Wolken am winterlichen Konjunkturhimmel aufgezogen. Die EZB hat den Ernst der Lage erkannt und für den Dezember ein neues Maßnahmenbündel zur Stabilisierung der Wirtschaft angekündigt.

Die Wirtschaft der Eurozone hat sich im Sommer wie erwartet sehr rasant von dem Coronaschock im Frühjahr erholt. Das reale Bruttoinlandsprodukt hat mit einer Rekordwachstumsrate von 12,7% gegenüber dem Vorquartal einen Gutteil des Einbruchs im ersten Halbjahr wettmachen können, bleibt jedoch noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Niedrige Infektionszahlen und staatliche Lockerungen haben diesen dynamischen Aufholprozess möglich gemacht. Gleichwohl sind mit der grassierenden zweiten Welle am europäischen Konjunkturhimmel erneut dunkle Wolken aufgezogen.

Rentenmarkt
Besser als erwartet ausgefallene Wachstumsdaten aus der Eurozone haben zu keinen nennenswerten Veränderungen bei den Kursen der Bundesanleihen geführt. US-Staatsanleihen blieben über weite Strecken wenig verändert. Zum Handelsschluss geben die Kurse allerdings etwas nach.

Aktienmarkt
Der dt. Aktienmarkt beendete seine schwache Woche mit weiter nachgebenden Kursen. Die altbekannten Belastungsfaktoren drücken auch weiterhin auf die Marktstimmung. DAX -0,36%, MDAX -0,31%, TecDAX -0,77%.

Die Wall Street wurde zum Wochenausklang von erneut aufflammenden Sorgen der Anleger heimgesucht. Für ein deutliches Minus sorgten Kursverluste bei den zuletzt hoch gehandelten Tech-Titeln, Rekordwerte bei den Neuinfektionen sowie der Endspurt im US-Wahlkampf. Dow Jones -0,6%, S&P 500 -1,2%, Nasdaq-Comp. -2,5%. Nikkei-225 etwas leichter bei 22.295,48 Punkten.

Unternehmen
Der Zementriese LafargeHolcim hebt nach einem guten Geschäftsverlauf in Q3 den Ausblick für das Gesamtjahr 2020 an. Neu erwartet der Konzern einen Free Cash Flow von über 2,75 Mrd. SFR. Bisher hatte der Weltmarktführer über 2 Mrd.angepeilt. In Q3 sei der bereinigte Umsatz zwar um 2,6% auf 6,5 Mrd. SFR gesunken. Das operative Ergebnis (wiederkehrender EBIT) zog aber unter anderem dank Kostensenkungen um 10% auf 1,45 Mrd. SFR an. Analysten hatten mit einem Quartalsumsatz von 6,3 Mrd. SFR und einem Betriebsergebnis (wiederkehrender EBIT) von 1,34 Mrd. SFR gerechnet.

Bei der Syngenta Group hat das Geschäft in Q3 2020 angezogen. Trotz Gegenwind durch die Corona-Krise steigerte der Agrochemiekonzern den Umsatz in den Sommermonaten um 5% auf 5,36 Mrd. USD. Wachstumslokomotive war das Pflanzenschutzgeschäft in Asien, wo das Unternehmen von besserem Wetter in Australien und der Zulassung eines Pilzbekämpfungsmittels in China profitierte. In Nordamerika war unter anderem Soja-Saatgut gefragt. Das operative Ergebnis (EBITDA) legte um 1% auf 733 Mio. USD zu.

Devisen
Der europäischen Gemeinschaftswährung gelang es auch am letzten Handelstag der Woche nicht, über die Marke von 1,17 USD zu klettern. Belastet wurde der Euro zuletzt durch die Aussicht auf eine noch lockerere Geldpolitik im Währungsraum.

Öl / Gold
Die Talfahrt bei den Ölpreisen setzte sich zum Wochenabschluss fort. Es fehlen offensichtlich preisunterstützende Neuigkeiten, sodass die Sorge um die Weltwirtschaft weiterhin die Kurse unter Druck setzt. Der Goldpreis blieb auch am Freitag schwach und schaffte es nicht, dass Minus der letzten Tage auszubügeln. Die nächste stärkere Unterstützung befindet sich bei 1.800 USD.

Daten zum Wertpapier: EZB

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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