Eine grüne Erholung in Europa? - DWS Kolumne

Gebäude sind für etwa 36 Prozent der Kohlenstoffemissionen der EU verantwortlich. Arbeitsmarktpolitisch hat der Bausektor zudem den Charme, sehr beschäftigungsintensiv zu sein. Bild und Copyright: Sergii Molchenko / shutterstock.com.

Gebäude sind für etwa 36 Prozent der Kohlenstoffemissionen der EU verantwortlich. Arbeitsmarktpolitisch hat der Bausektor zudem den Charme, sehr beschäftigungsintensiv zu sein. Bild und Copyright: Sergii Molchenko / shutterstock.com.

01.11.2020 09:29 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die im Green Deal geplante Renovierungswelle könnte nicht nur zur wirtschaftlichen Erholung in der EU beitragen, sondern zugleich den Klimawandel bekämpfen.

Als die globale Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren die Märkte in Atem hielt, rückten Klimaverpflichtungen in den Hintergrund. Dies wird vor allem am Scheitern des UN-Klimagipfels von Kopenhagen 2009 und in der Rücknahme der staatlichen Förderprogramme für erneuerbare Technologien sichtbar. Dieser Mangel an politischem Willen spiegelte wahrscheinlich eine Reihe von Faktoren wider, darunter vielleicht auch eine gewisse Skepsis gegenüber der wissenschaftlichen Grundlage der Klimadebatte. Darüber hinaus ging sicherlich die Sorge um, dass die klimaschonenden Maßnahmen die wirtschaftliche Erholung beeinträchtigen könnten.

Gute zehn Jahre später befinden wir uns erneut in einer schweren wirtschaftlichen Rezession, in der jedoch auch dank diverser Klimaaktivisten eine sehr viel breitere und leidenschaftlichere öffentliche Debatte über den Klimawandel stattfindet. Seine Bekämpfung gilt nicht länger als wirtschaftlicher Luxus. Sicherlich birgt der Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft Risiken und Chancen für die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Eine solche Gelegenheit scheint die Renovierungswelle im Zuge des Green Deals zu bieten. Der Deal zielt darauf ab, den CO2-Fußabdruck von Geschäfts- und Wohngebäuden in Europa drastisch zu reduzieren. Gebäude sind für etwa 36 Prozent der Kohlenstoffemissionen der EU verantwortlich. Arbeitsmarktpolitisch hat der Bausektor zudem den Charme, sehr beschäftigungsintensiv zu sein.

Die Investitionen zur Optimierung der Energieeffizienz stagnieren jedoch und wachsen derzeit nicht mit den erforderlichen Raten, um die Investitionsziele des Paris Abkommens zu erreichen, wie sie in unserem Chart der Woche dargestellt sind (1).

Die Investitionen zur Optimierung der Energieeffizienz stagnieren jedoch und wachsen derzeit nicht mit den erforderlichen Raten, um die Investitionsziele des Paris Abkommens zu erreichen, wie sie in unserem Chart der Woche dargestellt sind.
Aus Kapitalmarktperspektive könnte eine breite Gebäudesanierungsinitiative sich in so verschiedenen Vermögensklassen wie nachhaltige Aktien, Immobilien, Infrastruktur, grüne Anleihen, Asset Backed Securities und spezielle nachhaltige Investmentfonds widerspiegeln (2).

Die Geschichte endet also nicht mit dem gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen, sondern setzt sich mit dem Pariser Abkommen fort. Und der Green Deal der EU-Kommission ist genau für die im Chart dargestellte Erfüllung der im Pariser Abkommen geplanten nachhaltigen Investitionen zuträglich. Natürlich bleibt es eine offene Frage, ob ein EU-weiter einheitlicher Ansatz wirklich der beste Weg ist, diese Probleme mittelfristig zu lösen, etwa im Hinblick auf ökonomische Divergenzen und unterschiedliche Immobilienzyklen der Mitgliedstaaten. Gerade in Deutschland sind zudem steigende Baukosten ein sensibles Thema.

1) IEA 2019; EEFIG 2020
2) Sustainable Energy Trends: Small is Beautiful
Daten zum Wertpapier: DWS
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Ticker-Symbol: DWS
WKN: DWS100
ISIN: DE000DWS1007

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der DWS. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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