EZB-Käufe und Jagd nach Rendite lassen Staatsanleiherenditen sinken - Commerzbank Kolumne

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20.10.2020 09:06 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Seit Monaten befinden sich die Renditen vieler Staatsanleihen im Euroraum im Sinkflug. Zwar hatte es zu Beginn der Coronakrise Ende März einen zwischenzeitlichen kräftigen Anstieg gegeben. Seit Ende April sinken die Renditen aber kontinuierlich. Die Renditen der Bundesanleihen haben sich in den vergangenen Monaten dagegen nur wenig verändert. Dementsprechend hat sich der Renditeabstand zwischen Bundesanleihen und vielen Staatsanleihen der Euro-Peripherie, der auch als Risikoaufschlag bezeichnet wird, verringert. Maßgeblich tragen die Käufe der EZB, aber auch die Jagd der Investoren nach Rendite, hierzu bei.

Anleihen


USA: Baubeginne/-genehmigungen (Sept.), 14:30 Uhr

Zum Wochenauftakt handelten Bundesanleihen gegenüber der Vorwoche relativ stabil. Dagegen verzeichneten Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie leichte Kursverluste. Dies spiegelt die erhöhte Nervosität der Marktteilnehmer bezüglich der steigenden Coronainfektionszahlen und der damit einhergehenden Maßnahmen der Politik zur Eindämmung des Virus wider. Immer mehr Einschränkungen kommen auf die Bürger zu – insbesondere das Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch der Einzelhandel beklagen die Beschränkungen bzw. verzeichnen drastische Umsatzeinbrüche. So nimmt es nicht wunder, wenn aus der EZB Stimmen zu hören sind, dass wegen der Coronapandemie aufgelegte Hilfsprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) weiter zu erhöhen. Die Währungshüter hatten das Programm zuletzt im Juni auf 1,35 Billionen Euro aufgestockt und die Käufe bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert. Immer mehr Marktteilnehmer erwarten, dass die EZB bis zum Jahresende beschließt, die Käufe erneut auszuweiten. Aus Sicht von EZB-Direktor Yves Mersch spielt das KrisenAnleihekaufprogramm PEPP inzwischen eine immer größere Rolle. Auf einer Veranstaltung am Montag äußerte er sich dahingehend, dass das Hilfsprogramm einen Renditeanstieg bei Staatsanleihen bekämpft und so eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen für Haushalte, Unternehmen und Banken verhindert habe. Gleichwohl blieben die Käufe ein Sonderinstrument, das an die Pandemie geknüpft sei. Während sich Europas Wirtschaft weiter massiv beeinträchtigt sieht, lässt China die Krise zunehmend hinter sich. Als erste große Volkswirtschaft der Welt hat China den virusbedingten Wachstumseinbruch wieder ausgebügelt. Im dritten Quartal wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um 4,9%. Chinas Führung sieht die Pandemie seit Monaten weitestgehend unter Kontrolle.

Aktien


Danone: Umsatz Q3
Kühne+Nagel: Ergebnis Q3
Procter & Gamble: Ergebnis Q1
UBS: Ergebnis Q3
Vinci: Umsatz Q3
Vivendi: Umsatz Q3

Die europäischen Aktienmärkte konnten ihren anfänglich positiven Wochenauftakt nicht lange durchhalten und sackten über den weiteren Tagesverlauf sukzessive ab. Im deutschen Leitindex Dax 30 standen die Titel der Deutschen Bank (+1,7%) vor den Papieren von Munich Re (+1,1%) an der Spitze des Kurstableaus. Der Rückversicherer hatte einen positiven Ausblick für eines seiner wichtigsten Wachstumsfelder, das Geschäft mit Cyber-Versicherungen, vorgelegt und erwartet zudem steigende Preise in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung. Im MDax konnten die Aktien der Deutschen Lufthansa (+5,7%) vorbörsliche Verluste abschütteln und setzten sich letztendlich vor den Anteilscheinen von Fraport (+4,8%) an die Indexspitze. Unter den Branchen im Euroraum wiesen Banken (+0,9%), Immobilienaktien (+0,7%) und Versicherungen (+0,5%) die beste Entwicklung auf, während vor allem Chemietitel (-0,9%) schwächer tendierten. Auch an der Wall Street agierten die Anleger weiterhin verhalten, obwohl zwischenzeitlich Hoffnung aufgekommen war, dass es vielleicht doch noch Bewegung in den festgefahrenen Diskussionen über neue Hilfsmaßnahmen geben könnte. Im weiteren Handelsverlauf sackte die Stimmung dann weiter ab und alle wesentlichen Indizes schlossen deutlich im negativen Bereich. Im Dow Jones legten lediglich die Aktien von Intel (+0,8%) zu. Dem allgemeinen Abwärtstrend konnte sich keine der Branchen entziehen. Am besten präsentierten sich noch die defensiven Versorger (-0,9%). Auch die asiatischen Börsen verzeichnen heute Morgen in der Breite Verluste, wobei sich hier die Abschläge noch in Grenzen hielten.
Daten zum Wertpapier: EZB

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