Am Morgen: Covestro, Goldman Sachs, Siemens Healthineers und Wells Fargo im Fokus - Nord LB Kolumne

Der anhaltende Streit über ein neues Corona-Hilfspaket für die US-Wirtschaft belastet die Wall Street weiterhin. Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

Der anhaltende Streit über ein neues Corona-Hilfspaket für die US-Wirtschaft belastet die Wall Street weiterhin. Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

15.10.2020 08:56 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die führenden Forschungsinstitute erwarten in diesem Jahr für Deutschland einen geringeren Konjunktureinbruch als zum Höhepunkt der Finanzkrise. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2020 wohl um 5,4% einbrechen und somit nicht ganz so stark schrumpfen wie 2009 mit damals 5,7%, teilten die Ökonomen in ihrem Herbstgutachten für die Bundesregierung mit. Im nächsten Jahr soll die Konjunktur dann um 4,7% anziehen.

Die Erholung der Industrie in der Euro-Zone verliert deutlich an Schwung. Die Betriebe stellten im August 0,7% mehr her als im Juli. Im Juli hatte es noch ein Plus von 5,0% gegeben und im Juni einen Anstieg von 9,5%. Im Vergleich zu August 2019 stellten die Unternehmen 7,2% weniger her.

Die Staatsverschuldung wird einer IWF-Prognose zufolge in diesem Jahr rasant steigen und ein Rekordhoch erreichen. Der Schuldenstand werde sich Ende 2020 voraussichtlich auf knapp 100% der Wirtschaftsleistung summieren. Zum Vergleich: 2019 waren es erst 83%. Der beispiellose Zuwachs geht auf die in der Coronavirus-Krise massiv gestiegenen Ausgaben bei parallel einbrechender Konjunktur zurück. Mittelfristig sind die Perspektiven aber nicht so schlecht. Laut IWF wird sich der Schuldenstand bis 2025 bei rund 100% stabilisieren.

Rentenmarkt
Die weiterhin hohe Unsicherheit an den Finanzmärkten ließ die Kurse deutscher Staatsanleihen erneut anziehen. US-Anleihen zeigten dasselbe Bild des Vortages. Die Sorgen wegen der angespannten Corona-Lage sowie die schwindende Aussicht auf neue Konjunkturhilfen in den USA sorgten für Unterstützung.

Aktienmarkt
Das war knapp: Nach einem durchwachsenen Handelstag konnte der DAX gerade noch so seine Marke von 13.000 Punkten halten. Die Nervosität an den Finanzmärkten zieht an. DAX +0,07%, MDAX +0,05%, TecDAX +0,29%. Besonders gefragt Im DAX war der Essenslieferdienst Delivery Hero (+4,7%), der als Profiteur der Covid-19-Krise gilt.

Der anhaltende Streit über ein neues Corona-Hilfspaket für die US-Wirtschaft belastet die Wall Street weiterhin. Dow Jones -0,6%, S&P 500 -0,5%, Nasdaq-Comp. -0,5%. Thema auf dem Parkett waren die Großbanken, die sich unterschiedlich entwickelten: Während Goldman Sachs seine Gewinne dank des florierenden Handels an den Börsen steigerte, litten die Bank of America und Wells Fargo unter hohen Rückstellungen für faule Kredite und den niedrigen Zinsen. So lagen die Notierungen zwischen +0,2% und -6%. Nikkei-225 aktuell leichter bei aktuell 23.494,98 Punkten.

Unternehmen
Der Kunststoffhersteller Covestro hat binnen Stunden knapp 450 Mio. EUR frisches Kapital eingesammelt und will damit den jüngsten Zukauf in den Niederlanden finanzieren. Mit dem Geld soll die angekündigte Übernahme des Bereichs Resins & Functional Materials vom Chemiekonzern DSM finanziert werden.

Siemens Healthineers bringt einen Schnelltest zum Nachweis des neuen Coronavirus auf den Markt. Der Antigen-Test soll binnen 15 Minuten zeigen, ob ein Mensch mit dem Covid-19-Virus infiziert ist, deutlich schneller als herkömmliche PCR-Tests.

Die US-Bank Wells Fargo hat die Wirtschaftskrise im vergangenen Quartal voll zu spüren bekommen. Der Nettogewinn brach auf 1,7 Mrd. USD von 4 Mrd. USD im Vorjahresquartal ein. Neben den niedrigen Zinsen und dem geringeren Kreditbestand setzen die Skandale der Vergangenheit dem Geldhaus zu.

Anders sah es bei Goldman Sachs aus. Die Investmentbank verdoppelte den Gewinn von Juli bis September auf 3,5 Mrd. USD. Das Geldhaus stach vor allem im Geschäft mit Anleihen und Aktien hervor - die Erträge in der Handelssparte sprangen insgesamt um 19% nach oben.

Devisen
Der Euro stand zunächst weiter durch die hohe Unsicherheit an den Finanzmärkten unter Druck. Die Hoffnung auf eine Lösung im Brexit-Streit stützte die europäische Gemeinschaftswährung im Laufe des Tages allerdings.

Öl / Gold
Die Ölpreise haben zunächst leicht nachgegeben. Laut Marktbeobachtern belastete die schwindende Hoffnung auf ein USKonjunkturpaket noch vor den Wahlen. Im Verlauf kam allerdings Unterstützung durch den gefallenen Dollar-Kurs, so dass die Ölpreise ins Plus drehten. Der Goldpreis legte zu.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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