US-Wahl dürfte Industriemetalle und Energierohstoffe unterschiedlich beeinflussen - Commerzbank Kolumne


13.10.2020 09:10 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Preise von Industriemetallen zeigten nach der letzten US-Präsidentschaftswahl absolute und auch relative Stärke zum Energiesektor. Die Vorzeichen sind diesmal ähnlich, aber dennoch ist nach Biden oder Trump zu differenzieren. Im Fall eines Biden-Wahlsieges könnte ein schwächerer USD die Rohstoffpreise insgesamt stimulieren. In Verbindung mit einem klimafreundlichen Konjunkturprogramm dürften aber Industriemetalle (Kupfer, Nickel) besonders profitieren. Im Fall eines Wahlsieges von Trump könnte ein festerer USD die Rohstoffpreise belasten. Aber auch hier dürften höhere Infrastrukturausgaben die Preise für Industriemetalle stützen.

Anleihen


Großbritannien: Arbeitslosenquote (August), 8:00 Uhr
Deutschland: ZEW-Umfrage (Oktober), 11:00 Uhr
USA: Verbraucherpreise (September), 14:30 Uhr

Zwar gab es zum Wochenauftakt keine relevanten Wirtschaftsdaten, die dem Rentenmarkt hätten Impulse geben können. Zudem waren die Börsen in den USA wegen eines Feiertages geschlossen. Doch setzte sich die Einengung der Risikoaufschläge von Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie auch in der neuen Woche fort. Der Abstand zwischen Bundesanleihen und italienischen Staatstiteln schmolz auf 121 Basispunkte im zehnjährigen Laufzeitbereich. Somit rentierten italienische Anleihen mit 0,67% so tief wie noch nie. Zehnjährige griechische Staatsanleihen wiesen eine laufende Verzinsung von 0,79% auf – ebenfalls ein neuer Rekord. Von den jüngsten Äußerungen des EZB-Chefvolkswirtes Lane profitierten insbesondere die Staatsanleihen von Ländern aus der Euro-Peripherie. Lane deutete an, dass die EZB – sofern nötig – zu weiteren geldpolitischen Lockerungen bereit sei. Er argumentierte, dass derzeit Anleihekäufe „einen größeren Einfluss auf die Renditekurve haben“ als eine Zinssenkung. In die Brexitverhandlungen zwischen der EU und Großbritannien kommt wieder Bewegung: Am Wochenende hatte der britische Premier Johnson mit Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsidenten Macron telefoniert und danach betont, ein Abkommen wäre für beide Seiten positiv. Eigentlich hatte Johnson der EU eine Frist für eine Einigung bis zum 15. Oktober gesetzt. Am 15. und 16. Oktober tagen die EUStaats- und Regierungschefs. Doch geht die EU davon aus, dass noch zwei Wochen länger verhandelt werden könne, also bis Ende Oktober. Bis dahin müsste voraussichtlich ein Abkommen stehen, damit es rechtzeitig zu Jahresbeginn in Kraft träte. Das britische Pfund erholte sich zumindest gegenüber dem Freitagshandel leicht.

Aktien


Gerresheimer, Q3-Zahlen
Johnson & Johnson, Q3-Zahlen
JPMorgan, Q3-Zahlen

Europas wichtigste Aktienmärkte sind überwiegend freundlich in die neue Börsenwoche gestartet. Weder die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus, noch die stockenden Verhandlungen beim Brexit beeinflussen negativ. Der niederländische Aktienmarkt zeigte innerhalb Europas mit +1,1% die beste Entwicklung. Der deutsche Leitindex schloss über 13.100 Punkten (+0,7%). Vorne lagen Infineon (+2,1%) und Daimler (+1,7%). Auftrieb verschaffte dem Automobilhersteller gleich mehrere positive Analystenstudien. Am unteren Rand war MTU Aero Engines (-2,1%) zu finden. Im marktbreiten MDax (+0,6%) bewegte sich Shop Apotheke (+6,1%) an der Spitze, während Grenke mit -5,3% den letzten Platz belegte. Aus Branchensicht standen europaweit Versorger- und Technologiewerte mit je 1,1% Zuwachs vorne, lediglich Energiewerte verloren (-0,8%). Insgesamt legte der Stoxx Europe 600 um 0,8% zu. An den US-Börsen setzte sich der Aufwärtstrend weiter fort. Optimismus herrscht v.a. hinsichtlich einer Einigung für ein weiteres Corona-Hilfspaket. Technologieaktien standen einmal mehr im Vordergrund. So stieg der Nasdaq 100 um 3,1% auf 12.088 Punkte. Der Dow Jones legte nach einem Plus von über 3% vergangene Woche nun 0,9% zu und der marktbreite S&P 500 stieg um 1,6%. Heraus ragte Apple mit +6,4% (knapp 125 USD) in Vorfreude auf die Produktinnovation iPhone12 (einziges Smartphone für 5G-Datenfunk). Im S&P 500 bewegten sich alle Branchen mit Ausnahme von Basismetallen (-0,2%) im Plus, angeführt von Finanztiteln (1,3%), nicht-zyklischem Konsum und Versorgern (je 0,5%). Asiens Börsen verliefen uneinheitlich. Während Chinas Festlandaktien (CSI 300) auf der Stelle treten, zeigte der Nikkei 225 leicht nach oben. Der Dax30 dürfte heute sein hohes Niveau beibehalten.
Daten zum Wertpapier: Konjunktur

Konjunktur - Jetzt traden auf: flatexflatex - Scalable CapitalScalable Capital - SmartbrokerSmartbroker - Trade RepublicTrade Republic
Tipp: Besser traden und investieren mit TradingView-Charts
4investors auf: Twitter | YouTube | Google News | Facebook
Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

4investors-Newsletter

Exklusive Interviews und Analysen für Sie aus der 4investors-Redaktion!

Der Newsletter ist kostenlos. Sie können den Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Wir speichern Ihre Mailadresse ausschließlich zum Versand des Newsletters und geben diese nicht weiter! Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.

4investors-News - Konjunktur

01.03.2021 - China: Stimmung der Unternehmen (wohl nur) durch Neujahrsfest belastet! - Nord LB
24.02.2021 - Covid-19 Pandemie: Eindämmungsmassnahmen belasten privaten Konsum massiv - VP Bank
24.02.2021 - Brasilien das neue Venezuela? - Commerzbank Kolumne
23.02.2021 - Am Morgen: Continental, SAF Holland und Kühne+Nagel im Fokus - Nord LB Kolumne
22.02.2021 - ifo Geschäftsklima: Deutsche Wirtschaft zeigt sich trotz Lockdown robust - Nord LB
22.02.2021 - ifo-Geschäftsklimaindex: Trotz Verbesserung in der Grauzone - VP Bank
18.02.2021 - MSCI Brasilien-Index weist im Januar 2021 eine Underperformance aus - Commerzbank Kolumne
17.02.2021 - US-Einzelhandelsumsätze: Eine Bevölkerung im Konsumrausch! - Nord LB
16.02.2021 - ZEW-Konjunkturerwartungen: Optimismus der Finanzexperten ungebrochen - Nord LB
12.02.2021 - Rally beim Platinpreis - Commerzbank Kolumne
09.02.2021 - Gute Auftragslage: Produzierendes Gewerbe in Deutschland bleibt Stütze der Konjunktur - Commerzbank Kolumne
09.02.2021 - Deutschland: Exporte setzen ihre Positivserie fort - VP Bank
07.02.2021 - Wachstumsstrategien für Unternehmen – Wettbewerbsfähigkeit in disruptiven Zeiten sichern
05.02.2021 - Deutschland: Auftragseingänge beenden ihre positive Serie - VP Bank
05.02.2021 - Aktienmarkt Türkei: Leichte Gewinnmitnahmen nach sehr starkem Dezember - Commerzbank
01.02.2021 - Deutschland: Einzelhandelsumsätze ziehen im Gesamtjahr 2020 deutlich an - VP Bank Kolumne
30.01.2021 - Bruttoinlandsprodukt Deutschland viertes Quartal: robuster als erwartet - DWS
29.01.2021 - BIP Deutschland: Hohe Resilienz in Q4, aber Lockdown belastet zunehmend - Nord LB
29.01.2021 - Deutsches BIP verbucht leichtes Plus von 0.1 % - immerhin - VP Bank
29.01.2021 - US-Wirtschaft wächst solide im vierten Quartal - DWS

DGAP-News dieses Unternehmens

01.03.2021 - EQS-News: Geschäftsjahr 2020: Energiedienst Holding AG steigert das Ergebnis vor Zinsen und ...
01.03.2021 - DGAP-News: Formycon bestätigt Einreichungsstrategie und Zeitschiene für Lucentis(R)* ...
01.03.2021 - DGAP-News: 123fahrschule SE: Veröffentlichung vorläufiger Zahlen der Tochtergesellschaft ...
01.03.2021 - DGAP-News: DEMIRE Deutsche Mittelstand Real Estate AG: Landmarkgebäude CIELO erhält neuen ...
01.03.2021 - DGAP-Adhoc: RCM Beteiligungs AG: Konzerngewinn vor Steuern (HGB, testiert) erreicht in 2020 nach ...
01.03.2021 - DGAP-News: Heidelberg Pharma erweitert ...
01.03.2021 - DGAP-News: BayWa AG: BayWa mit bestem Ergebnis - höhere Dividende in ...
01.03.2021 - DGAP-News: adesso unterstützt Bausparkasse Schwäbisch Hall bei Weiterentwicklung des ...
01.03.2021 - DGAP-News: Zeichnungsfrist für Homann Holzwerkstoffe Anleihe 2021/2026 beginnt ...
01.03.2021 - DGAP-News: q.beyond erwartet 2021 erneut zweistelliges ...

Stammdaten dieses Wertpapiers: WKN/ISIN, Börse etc.