Schwellenländerbörsen weisen im September 2020 eine Outperformance aus - Commerzbank Kolumne

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08.10.2020 09:59 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nachdem die Schwellenländerbörsen im August 2020 eine Underperformance sowohl gegenüber dem MSCI Developed Market-Index als auch gegenüber dem MSCI Welt-Index ausgewiesen haben, kehrte sich der Trend im September 2020 schon wieder um. Im Berichtsmonat verlor der MSCI EM-Index nur 1,8%, während der MSCI Developed Market-Index um 3,6% und der MSCI Welt-Index um 3,4% nachgaben. Von Januar bis September 2020 verringerte sich die Underperformance der EM (-2,9%) gegenüber dem MSCI Welt-Index (+/-0,0%) somit wieder etwas.

Verantwortlich für die Outperformance der EM-Aktien zeichnete vor allem die relativ gute Performance in der Region Asien exJapan (-1,7%), die damit erneut die Regionen EMEA (-2,7%) und Lateinamerika (-5,5%) hinter sich ließ. Vor allem die technologielastigen Börsen in Südkorea (+2,9%) und Taiwan (+1,8%) zeigten sich fest. Auch die Börse in Indien (+0,6%) tendierte aufgrund des gefragten Softwaresektors (+10,1%) freundlich. Der MSCI China-Index büßte hingegen 2,9% ein. Hier belastete die Sorge vor einem möglichen Bruch des sogenannten Phase-1-Deals zwischen den USA und China. Weltweit sorgten v.a. die Themen US-Wahl, steigende Covid-19-Zahlen sowie nachlassende US-Stimuli für Gegenwind.

Die EM-Firmengewinnschätzungen für 2020/2021 wurden im September 2020 um 0,8% nach oben bzw. um 0,4% nach unten revidiert. Auf regionaler Basis gab es die größten positiven Ergebnisrevisionen für die Region Lateinamerika (+9,1%). EM-Aktienfonds wiesen im September 2020 (per 23.09.) Nettozuflüsse in Höhe von 689 Mio. USD auf. In den vergangenen neun Monaten (Januar bis September) verkauften ausländische Anleger Schwellenländeraktien in Höhe von 46,4 Mrd. USD netto). Wir empfehlen nach wie vor eine neutrale Gewichtung der EM-Aktien innerhalb unseres Regionenrankings.

Anleihen


Deutschland: Handelsbilanz (Aug.), 08:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

US-Präsident Trump hat gestern die Hoffnungen auf ein baldiges großes Corona-Hilfspaket zunichte gemacht, indem er seine Regierung anwies, nicht mehr mit den Demokraten zu verhandeln. Nachdem er aber einigen Punkten doch zustimmen werde und die Sprecherin der Demokraten, Nancy Pelosi, sich offen gezeigt hat, einige Sofortmaßnahmen zu diskutieren, hoffen die Marktteilnehmer nunmehr auf ein stark abgespecktes Konjunkturprogramm. Dabei sagte Trump Hilfen für die Luftfahrtindustrie und Kleinunternehmen zu. Die Chancen auf ein umfangreiches Stimuluspaket waren immer gering. Die Renditen von US-Treasuries stiegen gestern daraufhin deutlich an. Den US-Vorgaben konnten sich die Bundesanleihen nicht entziehen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihe stieg gestern wieder über die Marke von minus 0,50%. EZB-Chefin Lagarde betonte gestern erneut in einer Rede, dass die Inflationsraten weiterhin zu weit weg vom EZB-Ziel seien. Es sei deshalb nach wie vor eine extrem expansive EZB-Geldpolitik notwendig. Die Marktteilnehmer diskutieren derzeit eine Ausweitung des Anleihe-Kaufprogramms PEPP um weitere 600 Mrd. Euro noch in diesem Jahr. Bei den Brexit-Gesprächen zwischen der EU und Großbritannien gab es auch gestern keine Fortschritte. Großbritannien möchte die Verhandlungen am 15. Oktober stoppen, sollten bis dahin keine substantiellen Ergebnisse vorliegen. EUUnterhändler Barnier rechnet jedoch nicht damit, dass Großbritannien am 15. Oktober die Gespräche abbricht. Das britische Pfund wertete auch nur kurzfristig ab. In Deutschland stiegen die Exporte (+2,4% M/M) und Importe (+5,8% M/M) im August stärker als erwartet an. Dadurch verringerte sich der Handelsbilanzüberschuss von 19,2 auf 12,8 Mrd. Euro.

Aktien


Fresenius Medical Care, Kapitalmarkttag
Samsung Electronics, Ergebnis Q3
Südzucker, Ergebnis Q2

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Handelstag zumeist mit leichten Abschlägen. Lediglich die Börsen in Deutschland und Italien wiesen kleine Gewinne auf. Die größten Kursverluste verzeichnete der Leitindex in der Schweiz (-0,4%). Das mittlerweile etwas nerventötende Hin und Her an den Börsen setzt sich weiterhin fort. Grundsätzlich bleibt das fragile und schwierige Bild an den Börsen bestehen. Spürbar steigende Covid-19-Neuinfektionszahlen in manchen Ländern mit entsprechenden neuen Einschränkungen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich dämpfen die Kauflust der Investoren ebenso wie die Unsicherheiten in Bezug auf die US-Wahlen im November 2020, die vertrackten Brexit-Verhandlungen sowie wachsende geopolitische Risiken. Der Dax gewann in diesem Umfeld 0,2%. Mit einem Minus von 2,2% gehörte die Aktie von Bayer erneut zu den Tagesverlierern; seit Jahresbeginn hat sie damit fast 38% eingebüßt. Stark gefragt war dagegen die Aktie der Deutschen Post, die nach der Erhöhung ihrer Gewinnprognose um 3,9% stieg. Auch Chemiewerte wie BASF (+3,2%) und Covestro (+2,9%) waren gesucht. Auf Sektorenebene waren in Europa gestern vor allem Rohstoffwerte gefragt, die im Schnitt um 1,7% zulegten. Am Ende der Performancerangliste fanden sich Telekommunikationstitel mit durchschnittlichen Verlusten von 1,5% wieder. Die US-Börsen tendierten fester. Hoffnungen auf konjunkturelle Einzelmaßnahmen stützten die Kurse. Der Dow Jones-Index gewann 1,9%. Auf Sektorenebene waren insbesondere Rohstoffwerte gesucht, die im Schnitt um 2,6% zulegten, während Immobilientitel als Tagesverlierer im Schnitt immerhin noch um 0,3% zulegten. Die Leitindizes in Asien tendierten heute Morgen uneinheitlich. Der Nikkei 225-Index stieg um fast 1%.

Daten zum Wertpapier:
Ticker-Symbol: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008



Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


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