Deutsche Industrie weiter auf Erholungskurs - Commerzbank Kolumne

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07.10.2020 09:38 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Im August haben die Auftragseingänge ggü. Juli kräftig um 4,5% M/M zugelegt. Damit liegen sie nur noch rund 4% unter dem Vorkrisenniveau. Der Automobilsektor erhielt sogar mehr Bestellungen als zu Beginn des Jahres. Auch der Maschinenbau erholt sich sichtlich, er legten um 11% M/M zu. Der größte Nachfrageschub kam aus dem Euroraum, aber auch die Aufträge aus dem Inland und außerhalb des Euroraums legten zu. Dieser kräftige Anstieg zeigt, dass die Unternehmen angesichts der fortschreitenden Erholung der Weltwirtschaft ihre Investitionen allmählich wieder hochfahren. Die Produktion ging im August zwar um 0,2% M/M zurück, was aber auf einen Sondereffekt beruht. Wir rechnen damit, dass auch die Produktion im September wieder deutlich zugelegt hat.

Anleihen


Deutschland: Industrieproduktion (Aug.), 08:00 Uhr
USA: Protokoll der letzte Fed-Sitzung, 20:00 Uhr

Der stärker als erwartete Anstieg der Auftragseingänge (siehe im Blickpunkt) in der deutschen Industrie um 4,5% M/M im August führte gestern zunächst zu leichten Kursabgaben bei Bundesanleihen. Am Nachmittag hellte sich die Stimmung jedoch wieder auf. EZB-Chefin Lagarde schürte indes die Erwartung, dass das Anleihekaufprogramm noch einmal aufgestockt wird. Demnach könne eine Entscheidung über weitere Maßnahmen schon bald getroffen werden. EZB-Vize de Guindos verwies dagegen auf die noch ungenutzte Kapazität des aktuellen QE-Programms, weshalb er eine Entscheidung über weitere expansive Schritte kurzfristig nicht für notwendig hält. Zulegen konnten die Kurse der Staatsanleihen der Euro-Peripherie. Die Renditen italienischer Staatsanleihen erreichten neue Allzeittiefs. Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen fiel gestern auf 0,78%. Der Ausgang der Regionalwahlen in Italien im September macht Neuwahlen unwahrscheinlich. Spanische Staatspapiere profitierten von der Meldung, dass Spanien das Emissionsvolumen für nächstes Jahr gegenüber der aktuellen Planung verringern möchte. Der Euro überwand gestern wieder die Marke von 1,18 US-Dollar, ging im späten Handel jedoch wieder auf 1,1750 US-Dollar zurück. In den USA weitete sich das US-Handelsbilanzdefizit im August von 63,4 auf 67,1 Mrd. US-Dollar aus, das höchste Defizit seit 2006. Die Importe stiegen schneller an als die Exporte. Aufgrund der weltwirtschaftlichen Erholung dürfte es sich aber nicht weiter verschlechtern. US-Präsident Trump hat gestern verkündet, dass er die Republikaner angewiesen habe nicht mehr mit den Demokraten über ein weiteres Konjunkturpaket zu verhandeln, versprach aber über Twitter, dass es nach seinem Wahlsieg ein großes Konjunkturpaket geben werde.

Aktien


Tesco plc, Zahlen 2. Quartal

Erst im Handelsverlauf entschieden sich die Marktindizes in Europa für das positive Territorium. Der DAX legte am Ende 0,6% zu, beim Euro Stoxx 50 waren es 0,4%, im europaweiten Stoxx 600 wegen der Schwäche des Schweizer SMI (-0,7%) nur 0,1%. Bester Sektor waren die Finanzwerte mit 1,8% gefolgt von Energie (+1,3%), wo der höhere Ölpreis (+3%) anschob. Leichte Verluste zeigten Gesundheit (-1%) und Technologie (-0,8%). Bester Wert im DAX war mit erneuter Konsolidierungsphantasie die Deutsche Bank (+5,7%). MTU legte 4,6% zu. Bayer war mit -1% größter Verlierer. In der zweiten Reihe wurde es bei Grenke (+10%) nach Bestätigung von Guthaben durch Wirtschaftsprüfer offenbar manchen Shortspekulanten zu heiß. Auffällig auch Thyssen (+7,5%) und Lufthansa (+6,8%). Nur Gewinner gab es durch den Beschluss bei Engie (+2,8%), die 30%-Beteiligung an Suez (+4,6%) für rund 3,4 Mrd. Euro an Veolia (+1,9%) zu veräußern. In USA sah es noch gut eine Stunde vor Handelsschluss ebenfalls nach leichten Gewinnen aus. Dann fiel aus der Twitter-Kanonade des Präsidenten ein Tweet mit dem Hinweis auf die Vertagung der Verhandlungen auf das zwischen den Parteien umstrittene Corona-Unterstützungspaket auf. Rasch drehten Dow Jones (-1,3%), S&P 500 (-1,4%) und Nasdaq (-1,6%) spürbar ins Minus. Einziger Sektor im Plus waren die Versorger (0,9%), während zyklischer Konsum (-2,1%) und Telekom (-1,9%) kräftig Federn lassen mussten. Boeing war mit -6,8% größter Verlierer im Dow. Die Riege der Tech-Riesen gab meist um 2% nach. Im Dow Jones landete nur Procter & Gamble noch in der Pluszone. In Asien sind die Märkte unbeeindruckt von den US-Entwicklungen. Japan tritt auf der Stelle, während China wirklich pausiert. Die anderen Märkte legen bis knapp 1% zu.

Daten zum Wertpapier:



Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie mehr zum Thema Konjunktur im Bericht vom 07.10.2020

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Da sich die Demokraten frühzeitig für ein zweites grosses Hilfspaket stark gemacht hatten, wäre der Erfolg des Hilfspakets nicht auf das Konto der Republikaner gegangenen. Einen satten Punktgewinn wollte Donald Trump seinem demokratischen ... diese News weiterlesen!


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