Eurozone: Geldmengenwachstum bleibt hoch, droht nun Inflation? - VP Bank Kolumne

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25.09.2020 10:51 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Das Wachstum der Geldmenge M3 schwächt sich im August nur leicht von 10.1 % auf 9.5 % ab. Das Wachstum der breitgefassten Geldmenge bleibt hoch. Gerade auf dem europäischen Kontinent erzeugt dies bei vielen Menschen ein Magendrücken. Die Furcht vor Inflation und Geldentwertung ist gross. Die massive Geldentwertung im Zuge des Zweiten Weltkrieges ist bei der älteren Bevölkerungsgruppe noch präsent. Es muss deshalb nicht weiter verwundern, wenn der deutliche Geldmengenanstieg vielerorts Crash-Befürchtungen befeuert.

Aber wie so oft sind die Zusammenhänge komplex. Die aktuelle Geldmengenausweitung ist Sondereffekten geschuldet. Die Milliarden-Kreditprogramme der Regierungen spiegeln sich darin wider. Aber vor allem auch die Anleihekäufe der EZB manifestieren sich in der steigenden Geldmenge.

Mit Blick auf die Notenbank-Statistik zeigt sich auch, die Überschussreserven der Geschäftsbanken bei der EZB sind über die vergangenen Monate um rund 1.3 Billionen Euro gestiegen. Linke Tasche, rechte Tasche: Die durch die Anleihekäufe entstandene Liquidität landet grossteils wieder bei der EZB. Wenn das Geld aber nur bedingt in der Realwirtschaft ankommt, bleiben die Inflationsgefahren überschaubar. Die im Zuge der Corona-Krise angestiegenen Arbeitslosenquoten tun ihr Übriges. Solange die Löhne nicht steigen, bleibt jeglicher Inflationsdruck aus.

Es mag sich vielleicht fatalistisch anhören, doch die Billionen-schweren Anleihekäufe werden den jahrzehntelangen Trend fallender Inflationsraten nicht zum Kippen bringen. Es bedarf hierzu mehr. Der bevorstehende tief greifende demografische Wandel und die Knappheit an Arbeitskräften wird die Wende bringen. Fehlen Arbeitnehmer, bekommen Gewerkschaften wieder grössere Verhandlungsmacht. Löhne werden zulegen und Unternehmen die höheren Kosten auf die Produkte umlegen. Das ist dann der Nährboden für höhere Teuerungsraten. Bis es so weit ist, bedarf es aber noch etwas Geduld.

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