Royal Dutch Shell & Co.: Ölaktien sind „Old Economy“ - Commerzbank Kolumne

Öl und Ölaktien sind wohl zur „Old Economy“ abgestiegen, für die es kein Wachstum mehr gibt, sondern einen Verdrängungswettbewerb. Bild und Copyright: project1photography / shutterstock.com.

Öl und Ölaktien sind wohl zur „Old Economy“ abgestiegen, für die es kein Wachstum mehr gibt, sondern einen Verdrängungswettbewerb. Bild und Copyright: project1photography / shutterstock.com.

22.09.2020 10:01 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Während sich die globalen Aktienmärkte wieder den Niveaus von vor der Coronakrise angenähert hatten, hinken Ölaktien weit hinterher. Gemessen am MSCI-Index liegen sie über 45% unter dem Niveau zu Jahresbeginn (plus USD-Verluste in Höhe von 6%). Aber bereits vor der Coronakrise zeigten Ölwerte relative Schwäche zu Aktienindizes. Auffallend ist aktuell zudem die relative Schwäche zum Ölpreis. Dies spricht dafür, dass Öl und Ölaktien wohl zur „Old Economy“ abgestiegen sind, für die es kein Wachstum mehr gibt, sondern einen Verdrängungswettbewerb. Entsprechend dürften die Ölpreise niedrig und die Bewertungen von Ölaktien unter Druck bleiben.

Anleihen


Schweden: Zentralbank Zinsankündigung, 9:30 Uhr
USA: Verkäufe bestehender Häuser (Aug.), 16:00 Uhr

Bundesanleihen und US-Treasuries begannen als traditionell „sichere Häfen“ die Woche mit Kursgewinnen. Sie profitierten von Meldungen über steigende Corona-Neuinfektionszahlen in Europa, vor allem in den südlichen Ländern. Die Risikoaufschläge gegenüber Bundesanleihen der Staatstitel aus Spanien, Portugal und Griechenland weiteten sich aus. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank von minus 0,48% auf minus 0,54% im Tief. Allerdings bedeuten steigende Neuinfektionszahlen nicht sofort eine hohe Gefahr, denn ein wichtiger Grund für den deutlichen Anstieg dürfte die massive Ausweitung der Tests sein. So wurden zum Beispiel in Deutschland in den letzten vier Wochen durchschnittlich 1,1 Mio. Personen getestet, doppelt so viele wie Mitte Juli. Der Anteil der positiven Testergebnisse ist dagegen nur leicht von 0,6% Anfang Juli auf zuletzt rund 0,8% gestiegen. Rein rechnerisch entfallen danach rund 4/5 des Anstiegs auf die höhere Zahl an Tests und nur 1/5 auf die leicht gestiegene Positivrate. Der US-Dollar machte gestern seinem Status als Fluchtwährung alle Ehre und gewann gegenüber dem Euro über einem halben Cent an Wert auf 1,177 US-Dollar je Euro. Laut Financial Times führt die EZB eine Untersuchung zu ihrem Corona-Wertpapierkaufprogramm PEPP durch. Es gehe darum, wie lange das PEPP noch laufen soll und ob ein Teil seines flexibleren Ansatzes in die herkömmlichen Wertpapierkäufe (APP) übernommen werden könnte. Das Thema solle auf der nächsten Ratssitzung diskutiert werden. Aus dem jüngsten Monatsbericht der Deutschen Bundesbank geht hervor, dass die Konjunkturerholung in Deutschland nach dem coronabedingten Absturz im Frühjahr allmählich an Schwung verliert. Insbesondere das Gastgewerbe und freizeit- und kulturbezogene Dienstleistungen leiden noch stark.

Aktien


Nike, Ergebnis Q1

Die europäischen Aktienmärkte starteten mit deutlichen Kurseinbußen in die neue Handelswoche. Insbesondere die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen einer neuen Infektionswelle sorgte für Abgabedruck. Der britische Gesundheitsminister hatte in einem Interview einen erneuten Lockdown nicht ausschließen können. Zusätzlich belasteten neue Geldwäscheverdachtsmeldungen im Bankensektor. Im deutschen Leitindex Dax 30 gab es in diesem Umfeld nur Verlierer. Insbesondere die Aktien der Deutschen Bank (-8,8%) und von MTU Aero Engines (-8,0%) verzeichneten deutliche Verluste. Lediglich die Titel der Deutschen Börse (-0,5%) konnten sich etwas von dem allgemeinen Kursdruck abheben. Im MDax standen die Anteilscheine von United Internet (-23,7%) mit deutlichem Abstand am Ende der Kursliste. Der Mobilfunkanbieter und seine Tochter 1&1 Drillisch (-27,8% im SDax) hatten wegen deutlich erhöhter Vorleistungspreise für die Nutzung des O2-Netzes von Telefonica Deutschland eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Alle Branchen im Euroraum erlitten stärkere Einbußen. Am stärksten fielen diese bei Banken (-6,3%) und Grundstoffen (-5,4%) aus. Am besten hielten sich noch Versorger (-1,8%). Die Corona-Ängste erfassten auch die Wall Street. Allerdings konnten sich die Indizes hier nach den anfänglich noch deutlichen Abschlägen im späten Handel erholen. Vor allem die Trendwende bei Technologiewerten sorgte für Auftrieb. Der Nasdaq 100 drehte sogar in positives Terrain. Oracle (+1,8%) und Wal Mart (+1,3%) profitierten von der Einigung im Streit über die Zukunft der populären VideoApp Tiktok in den USA. Im marktbreiten S&P 500 verzeichneten einzig IT-Titel (+0,8%) Kursgewinne. Alle anderen Branchen tendierten schwächer, vor allem die zyklischen Sektoren Industrie (-3,4%), Energie und Grundstoffe (jeweils -3,3%). Die asiatischen Börsen entwickeln sich heute Morgen in der Breite leichter, Japan hat feiertagsbedingt geschlossen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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