Aktien fürs Leben - Börse München Kolumne

Ulrich Kirstein mit der Presseschau der Woche. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

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19.09.2020 13:00 Uhr - Autor: Ulrich Kirstein  Ulrich Kirstein auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Kaum hatten wir an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es dieses Jahr vor lauter Corona in den Medien gar kein klassisches Sommerloch gegeben habe, tauchte eine typische Nachricht aus einem solchen auf: Genauer war es keine Nachricht, sondern ein Krokodil, und kein Loch, sondern die Unstrut, ein Nebenfluss der Saale und beliebt beim Spielen von "Stadt, Land, Fluss" beim schwierigen Buchstaben "U". Pikanterweise ein Thema vor allem für das Frühstücksfernsehen, auch wenn wir nicht wissen wollen, was ein Krokodil so frühstückt. Wobei Die Zeit der Überzeugung war, dass es sich den Spuren nach eindeutig um ein Krokodil handeln muss, während Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Allgemeine inzwischen meldeten, dass die Suche eingestellt worden sei. Begeben wir uns also auf die Suche nach den Wirtschaftsmeldungen der Woche.

Aktien – das Beste der Welt

Was halten die Anlegermagazine diese Woche für uns bereit? Focus Money präsentiert uns nichts weniger als „Das Beste der Welt“, nämlich die „sichersten Werte“, die „besten Dividendenwerte“, die „wachstumsstärksten Aktien“ und die „innovativsten Unternehmen“ der Welt. Um aber nicht zu euphorisch zu stimmen, gibt es vorab einen Artikel „Platzt der Technologietraum?“. Börse Online setzt hingegen ganz auf Nachhaltigkeit unter dem Titel „Grün gewinnt“. Es geht um den „Wertewandel an der Börse“ und – selbstverständlich – die „besten Aktien, Fonds und ETFs“. Die Oktoberausgabe von Capital wirbt hingegen mit „50 Aktien fürs Leben“ um Leser. 1.000 Titel hat sich die Redaktion vorgenommen, um die besten 50 auszuwählen. Das Land mit den meisten Aktien aus diesen 50 war überraschenderweise – wohl auch für die Redaktion – Japan, noch vor den USA. Der Branchenschwerpunkt lag auf Gesundheit und nichtzyklischem Konsum – alles Weitere im Heft.

Dax reloaded?

Das verzögerte Herausfliegen von Wirecard und das ungestüme Hineinnehmen von Delivery Hero in den deutschen Leitindex hat nicht allen gleichermaßen gefallen. So macht sich die WirtschaftsWoche Gedanken über einen „besseren Dax“. Und das Handelsblatt berichtet: „Investoren fordern einen neuen Dax“. Von einer Aufstockung ist da die Rede oder davon, dass Unternehmen über mehrere Jahre einen Gewinn erzielt haben sollten, bevor sie aufgenommen werden. Börsenumsätze hingegen seien eher ein Zeichen von Nervosität als von Stabilität. Gleich die Hälfte der aktuellen Unternehmen würde die WirtschaftsWoche streichen, dafür könnten dann einige aus der sogenannten zweiten Reihe, dem MDax, aufrücken.

Wirecard II.?

„Grenke. Angst vor einem zweiten Wirecard“ hieß es in der Die Welt. Oder handelt es sich einmal mehr um den unberechtigten Angriff von Shortsellern? „Gemischtes Fazit von Analysten" schrieb die Börsen-Zeitung dazu. Und weiter: „Bilanz-Polizei nimmt sich Grenke vor“. Das würde sie in enger Abstimmung mit der BaFin tun, heißt es im Text. Am Freitag titelte die Börsen-Zeitung dann groß „Grenke-Gründer wehrt sich gegen Shortseller“ und lässt ihn ausführlich zu Wort kommen. Wir lernen: Es wird ermittelt, oder, wie Kathrin Jones im Kommentar im Handelsblatt schreibt, man ist „zu Recht alarmiert“. Aber, bis zum Beweis des Gegenteils, gilt die Unschuldsvermutung.

O’zapft wär‘s

An diesem Wochenende wäre das Oktoberfest eröffnet worden und der Münchner Oberbürgermeister hätte das erste Fass mit vermutlich ein bis zwei Schlägen o’zapft, auf dass wieder Hektorliterweise Bier fließen kann. Die Süddeutsche Zeitung vereint die beiden größten Horrornachrichten des Wochenendes für München in einer Schlagzeile: "Die Arena bleibt leer - und die Theresienwiese trocken". Grund für die WirtschaftsWoche, dem Potenzial von Volksfesten und Weihnachtsmärkten in einer Grafik nachzugehen. Sechs Millionen Besucher geben in zwei Wochen auf und rund um die Theresienwiese etwa 1 Milliarde Euro aus – aber nicht 2020. Interessant, dass auf dem Volksfestgelände Besucher pro Tag im Durchschnitt 25,10 Euro, vordringlich für Gastronomie, Einkäufe und Fahrgeschäfte, außerhalb aber 29 Euro ausgeben, vor allem im Einzelhandel und in der Gastronomie. "Auf eine friedliche Wiesn" grüßt der Oberbürgermeister jährlich, dieses Jahr wird die Theresienwiese friedlich still liegen, auch wenn am Wochenende einige Feiernde erwartet werden - allerdings mit Alkoholverbot.

Autor der Presseschau: Ulrich Kirstein, Bayerische Börse AG

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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