MSCI Korea-Index setzt Aufwärtstrend auch im September 2020 weiter fort - Commerzbank Kolumne

Der Kospi-Index hat seit Jahresbeginn (per 16. September 2020) rd. 10% an Wert gewonnen und ist damit wie Taiwan und China besser durch die Krise gekommen als viele andere Börsen weltweitn. Bild und Copyright: TunedIn by Westend61 / shutterstock.com.

Der Kospi-Index hat seit Jahresbeginn (per 16. September 2020) rd. 10% an Wert gewonnen und ist damit wie Taiwan und China besser durch die Krise gekommen als viele andere Börsen weltweitn. Bild und Copyright: TunedIn by Westend61 / shutterstock.com.

18.09.2020 10:01 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nach dem historischen „Corona-Crash“ im März 2020 erholten sich die Kurse im zweiten/dritten Quartal 2020 wieder deutlich. Im August 2020 gewann der MSCI Korea-Index 2,1%. In den ersten acht Monaten 2020 ergibt sich damit ein Plus von 1,1%. Somit weist der MSCI Korea-Index eine bessere Performance auf als der MSCI EM-Index, der von Januar bis August 2020 um 1,2% fiel. Gegenüber dem MSCI Welt-Index (+3,5%) weisen jedoch beide Indizes eine Underperformance auf. Verantwortlich für die kräftige Erholung an den globalen Börsen zeichnen insbesondere die beispiellosen Hilfsmaßnahmen der Notenbanken und Regierungen. Laut Analystenschätzungen summieren sich die geldpolitischen Maßnahmen (Ausweitung der Bilanzsummen) der G-20-Länder auf 9 Bio. USD. Die Notmaßnahmen der Regierungen dieser Länder belaufen sich auf fast 9 Bio. USD. Der Kospi-Index hat seit Jahresbeginn (per 16. September 2020) rd. 10% an Wert gewonnen und ist damit wie Taiwan und China besser durch die Krise gekommen als viele andere Börsen weltweit. Das lag u.a. daran, dass das krisenerfahrene Südkorea die Viruspandemie früher als andere Länder unter Kontrolle bringen konnte. Zudem hatte Südkorea schon recht früh wachstumsstützende Maßnahmen im Volumen von bislang rd. 200 Mrd. USD eingeleitet. Neben den Fiskalimpulsen gab es geldpolitische Impulse durch die Notenbank. Das Vertrauen in die Regierung ist groß, was der Erdrutschsieg der linksliberalen Partei von Präsident Moon Mitte März 2020 (Parlamentswahl) beweist. Zwar ist die Börse mit einem KGV in Höhe von 12 auf Basis des für das Jahr 2021 geschätzten Wachstums der Firmengewinne von 45% (J/J) relativ günstig bewertet. Allerdings bleibt kurzfristig eine hohe Unsicherheit in Bezug auf das Thema Covid-19-Pandemie sowie in Bezug auf den Handelsstreit zwischen den USA und China bestehen. Wir empfehlen unverändert eine neutrale Gewichtung für den Aktienmarkt in Südkorea.

Anleihen


Japan: Verbraucherpreise (Aug), 1:30 Uhr
Großbritannien: Einzelhandelsumsätze (Aug), 8:00 Uhr

Die Daten zum US-Wohnungsmarkt waren zwar schwächer als erwartet, zeigen aber eine anhaltende Belebung: Nach dem starken Zuwachs im Vormonat (22,6%) gingen die Wohnungsbaubeginne im August um moderate 5,1% zum Vormonat zurück. Die Wohnungsbaugenehmigungen hielten das Niveau annähernd: -0,9%. Die Bauaktivitäten liegen damit auf hohem Niveau – offenbar haben viele Amerikaner während des Lockdowns Lust auf ein eigenes Haus bzw. auf eine größere Immobilie bekommen. Die Belebung am Arbeitsmarkt setzt sich ebenfalls fort: Die Zahl der Erstanträge war zwar etwas höher als erwartet. Die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher sank in der Woche zum 5. September – also in nur einer Woche – um 900.000 von 13,5 Mio. auf 12,6 Mio. Die US-Notenbank erwartet bis 2023 eine Rückkehr zur Vollbeschäftigung – dies war am Mittwoch den aktualisierten Projektionen des geldpolitischen Rats zu entnehmen. Die Inflation werde im gesamten Projektionszeitraum nicht die Marke von 2% überschreiten. Entsprechend werde man den aktuellen Leitzinskorridor von 0% bis 0,25% auf Jahre hin nicht erhöhen. Laut Fed-Chef-Powell, ist die Selbstverpflichtung damit „stark“ und „dauerhaft“. Zweifel sind dennoch angebracht. Insbesondere ist nicht sicher, dass die Inflation niedrig bleibt. Aber auch das Vollbeschäftigungsziel könnte weiter entfernt sein, als die Fed vermittelt: Das derzeitige Beschäftigungsniveau entspricht dem Level vom Juni 2014 – mithin dauerte der Jobaufbau bis zur Pandemie über fünf Jahre. Die Geschwindigkeit des Beschäftigungsaufbaus müsste sich mithin verdoppeln. Historisch konnten die Notenbanken auch nicht immer zwischen mehr Beschäftigung und weniger Inflation wählen. Es sei an die Phase der Stagflation zu Ende der 70er Jahre erinnert. Die erst durch geldpolitische Straffung der Fed unter Paul Volker gestoppt wurde.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Handelstag schwach. Die relevanten Leitindizes fielen in der Spitze um bis zu 1,1% (Italien und Holland), obwohl sie sich zumeist von ihren Tagestiefständen etwas erholten. Der Dax büßte in diesem Umfeld 0,4% ein und näherte sich am Morgen schon wieder der Marke von 13.000 Punkten an, die er gestern aber erfolgreich verteidigen konnte. Somit befindet sich der Dax seit nunmehr dreieinhalb Monaten in einer Seitwärtspendelbewegung. Ein starker Angriff auf das Allzeithoch bei 13.795 Punkten (17. Februar 2020) erscheint momentan schwierig. Nach der kräftigen Rally seit Mitte März 2020 fehlen hierfür die Impulse, zumal nun auch saisonal eine eher herausfordernde Zeit für die Aktienmärkte beginnt. Zudem stehen im November 2020 die US-Wahlen an. Hinzu kommen die vertrackten Brexit-Verhandlungen und die weiter bestehenden Ungewissheiten in Bezug auf die Covid-19-Pandemie, wo wir in einigen Ländern jüngst wieder deutlich steigende Neuinfektionszahlen sehen. Zu den größten DaxGewinnern zählten die Aktien von Delivery Hero (+2,4%) und von Fresenius (+0,7%). Letztere gehört mit einem Abschlag von fast 20% seit Jahresbeginn zu den größten DaxVerlierern. Auf europäischer Sektorenebene notierten nur die Bereiche Pharma (+0,2%) und Einzelhandel (+0,1%) leicht im Plus. Die größten Verluste wiesen Bankwerte (-1,6%) auf. Die US-Börsen tendierten etwas schwächer. Der Dow JonesIndex büßte um 0,5% ein. Auf Sektorenebene standen v.a. Immobilien- und Technologiewerte unter Beschuss, die im Schnitt um 2,2% bzw. um 1,8% einbüßten. Die größten Gewinne verbuchte der Rohstoffsektor mit durchschnittlichen Aufschlägen in Höhe von 0,8%. Die Aktienmärkte in Asien tendierten zum Wochenschluss überwiegend freundlich. Die größten Gewinne erzielten chinesische A-Aktien, die kurz vor Handelsschluss um 1,7% zulegten.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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