Am Morgen: Münchener Rück, Pfizer, BioNTech im Fokus - Nord LB Kolumne

Nach den jüngsten Verlusten hat der deutsche Aktienmarkt wieder Kraft gesammelt und zugelegt – allerdings bei geringen Umsätzen. Auftrieb gab Marktexperten zufolge die Hoffnung auf eine lockere Geldpolitik der EZB an diesem Donnerstag. Bild und Copyright: ViblyPhoto / shutterstock.com.

Nach den jüngsten Verlusten hat der deutsche Aktienmarkt wieder Kraft gesammelt und zugelegt – allerdings bei geringen Umsätzen. Auftrieb gab Marktexperten zufolge die Hoffnung auf eine lockere Geldpolitik der EZB an diesem Donnerstag. Bild und Copyright: ViblyPhoto / shutterstock.com.

08.09.2020 08:40 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion nach den Corona-bedingten Einbrüchen den 3. Monat in Folge gesteigert - jedoch weit weniger stark als erwartet. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im Juli zusammen 1,2% mehr her als im Vormonat. Ökonomen hatten hier allerdings mit einem deutlich stärkeren Plus von 4,7% gerechnet. Im Juni hatte es noch ein Plus von 9,3% gegeben, im Mai von 7,4%.

Nach dem Corona-Schock belebt sich die Wirtschaft im Euro-Raum nach Einschätzung von Börsianern wieder etwas. Die Investment-Beratungsfirma Sentix meldete den 5. Anstieg ihres Konjunktur-Barometers in Folge: Es legte im September um 5,4 Punkte zu, liegt aber mit minus 8,0 Zählern nach wie vor im negativen Bereich. Während die Erwartungswerte eher stabil blieben, kletterten die Lagewerte spürbar nach oben.

Nach dem drastischen Einbruch im Zuge der Corona-Pandemie sind die chinesischen Exporte im August so stark gestiegen wie seit knapp anderthalb Jahren nicht mehr. Sie wuchsen um 9,5% zum Vorjahresmonat. Das war nicht nur der 3. Zuwachs in Folge, sondern zugleich der kräftigste seit März 2019. Er fiel zudem höher aus als erwartet: Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 7,1% gerechnet. Rekordlieferungen medizinischer Hilfsgüter und eine robuste Nachfrage nach elektronischen Produkten kurbelten die Geschäfte an.

Rentenmarkt
Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben zum Wochenstart nach schwachen deutschen Industriedaten etwas zugelegt. Der richtungsweisende Bund-Future stieg auf 176,52 Punkte. US-Staatsanleihen: Wegen des Feiertags "Labor Day" fand kein Handel statt.

Aktienmarkt
Nach den jüngsten Verlusten hat der deutsche Aktienmarkt wieder Kraft gesammelt und zugelegt – allerdings bei geringen Umsätzen. Auftrieb gab Marktexperten zufolge die Hoffnung auf eine lockere Geldpolitik der EZB an diesem Donnerstag. DAX +2,01%, MDAX +2,47%, TecDAX +3,01%. VW (+4,7%) DAX-Spitzenreiter nach der Aussicht von Betriebsratschef Osterloh, dass VW beim Bau von Elektro-Autos schneller vorankommen könne als geplant. An der Wall Street ertönte gestern keine Glocke. Wegen des Feiertags "Labor Day" fand kein Handel statt. Nikkei 225 aktuell freundlicher bei 23.243,36 Punkten.

Unternehmen
Die verheerende Explosion in Beirut und eine Hurrikanserie in den USA und der Karibik kosten die Münchener Rück jeweils mehr als 100 Mio. EUR. Allein aus der Explosion in der libanesischen Hauptstadt Anfang August erwartet die Münchener Rück eine Schadenbelastung in niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Höhe. Die Hurrikane Hanna, Isaias und Laura im Juli und August schlagen ebenfalls mit einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag zu Buche. Allerdings sei dies nur eine erste, noch unsichere Schätzung. Zudem belastet die Corona-Pandemie weiterhin, allerdings habe sich hier die Schadenentwicklung verglichen mit den ersten beiden Quartalen verlangsamt.

Das Biotechunternehmen Biontech testet seinen potenziellen Coronavirus-Impfstoff nun auch in Deutschland. Vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut erhielten die Mainzer Firma und ihr Partner Pfizer grünes Licht für den deutschen Teil ihrer großen Phase2/3-Wirksamkeitsstudie, die bereits im Juli startete. In dieser Studie wird die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten BNT162b2 an bis zu 30.000 Probanden in rund 120 Studienzentren weltweit getestet. Bislang nahmen an der Untersuchung bereits über 25.000 Menschen teil.

Devisen
Der EUR und das GBP standen zu Beginn der Woche unter Druck, wobei die Währung der Insel stärker nachgab als die europäische Gemeinschaftswährung. Die sich zuspitzende Debatte über ein ungeregeltes Ausscheiden Großbritanniens aus dem EUBinnenmarkt erwies sich als Belastungsfaktor. Der britische Premierminister Johnson drohte erneut, gegebenenfalls auf ein Handelsabkommen zu verzichten.

Öl / Gold
Vom Sprudeln sind die Ölpreise nach wie vor weit entfernt. Im Gegenteil, die Schwäche der Vorwoche setzt sich weiter fort. Ein Grund sei, dass mit Saudi-Arabien einer der wichtigsten Ölförderer den Preis für Rohöl mit Lieferung im Oktober gesenkt habe, was wiederum auf eine Nachfrageschwäche schließen lässt. Gold blieb nahezu unverändert.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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