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US-Arbeitsmarkt: Der August wirft den Schatten voraus - Nord LB Kolumne

Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

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07.08.2020 16:32 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

In den USA sind vor einigen Minuten die aktuellen Zahlen der offiziellen Statistikbehörde zur Lage am Arbeitsmarkt des Landes gemeldet worden. Berichtsmonat war bereits der Juli. Den neuen Angaben folgend ist die Arbeitslosenquote im Land der unbegrenzten Möglichkeiten weiter zurückgegangen und notiert nun bei 10,2%. Die ökonomische Bedeutung dieser Entwicklung sollte aber zunächst nicht überbewertet werden. Die in einer separaten Umfrage erhobenen Daten zum Beschäftigungsaufbau offenbaren zudem, dass immerhin 1.763K neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen worden sind. Diese Entwicklung kann nach den jüngsten ADP-Beschäftigungszahlen wohl doch als positive Überraschung gewertet werden.

Trotz einer zuletzt zu beobachtenden unerfreulichen Entwicklung der Beschäftigungskomponente des ISM Services PMI zeigt der Blick auf die Details der Zahlen des offiziellen Arbeitsmarktberichts eindrucksvoll, dass der Dienstleistungssektor weiterhin der Job-Motor der US-Volkswirtschaft bleibt. Hier wurden im Juli immerhin 1.423K neue Stellen aufgebaut. Die Rückmeldungen der Service-Unternehmen bei der vom ISM durchgeführten Umfrage hatten jüngst eher den Eindruck erweckt, dass die Firmen angesichts einer anhaltenden großen Verunsicherung bei den Kunden zunehmend auf Kostendisziplin zu setzen scheinen und Neueinstellungen daher verstärkt in die Zukunft verschieben wollen. Ein solches sehr stark auf Risikomanagement fokussierendes Verhalten der Unternehmen im Servicesektor der US-Ökonomie wird von den heutigen Arbeitsmarktdaten aber nicht angezeigt. Dabei ist auch bemerkenswert, dass trotz der zuletzt unerfreulichen Entwicklung der Covid-19-Fallzahlen in Arizona, Texas und Florida am aktuellen Rand vom Segment „Freizeit und Gastgewerbe“ immerhin 592K neue Stellen aufgebaut werden konnten. Die öffentliche Hand hat im Juli eine zusätzliche Beschäftigung im Umfang von 301K Personen aufgebaut. Bundesbehörden waren dabei für die Schaffung von 27K Stellen verantwortlich. Erstaunlich schwach hat sich der Personalbedarf im verarbeitenden Sektor der US-Wirtschaft präsentiert. Hier sind nur 26K zusätzliche Stellen geschaffen worden.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne haben im Juli um immerhin 0,2% M/M zulegen können, was mit Blick auf die Jahresrate einen Wert von 4,8% ergibt. Diese Zahlen sind als positive Überraschung zu werten. Die nach dem Höhepunkt der Coronavirus-Krise in New York einsetzende Rückkehr von eher schlecht bezahlten Beschäftigen auf den US-Arbeitsmarkt hatte das Lohnwachstum im Mai und Juni klar gedämpft.

Fazit: Auch im Juli kann sich der US-Arbeitsmarkt weiter erholen. Die Arbeitslosenquote notiert damit nun bei 10,2%. Zudem wurden immerhin 1.763K zusätzliche Stellen aufgebaut. Diese Nachricht ist schon eine positive Überraschung. Zudem ist bemerkenswert, dass der Dienstleitungssektor ein verlässlicher Motor des Jobwachstums in den USA bleibt. Damit war nach den Zahlen zur Entwicklung des ISM Services PMI nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Gewisse Sorgen machen nun uns allerdings bereits die Arbeitsmarktzahlen für den August, drohen hier doch weniger erfreuliche Angaben zur Entwicklung der Beschäftigungssituation in den USA. Der Start in das III. Quartal ist dem Arbeitsmarkt der Vereinigten Staaten aber immerhin recht gut gelungen – was man nach einem Blick auf die aktuelle Entwicklung der Treasury-Renditen gar nicht glauben würde. Festzuhalten ist jedoch auch, dass die Besserung der US-Beschäftigungssituation notwendig ist, um den finanziellen Spielraum der Konsumenten in den Vereinigten Staaten zu erhöhen. Ohne den US-Verbraucher wird der ökonomische Aufschwung in Nordamerika nicht anhalten können. In der kommenden Woche wird nun auf die US-Einzelhandelszahlen zu achten sein.

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