Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie steigen im Juni rasant - Commerzbank Kolumne

In der deutschen Industrie steigt das Auftragsniveau langsam wieder in Richtung Vor-Corona-Niveau. Bild und Copyright: Vadim Ratnikov / shutterstock.com.

In der deutschen Industrie steigt das Auftragsniveau langsam wieder in Richtung Vor-Corona-Niveau. Bild und Copyright: Vadim Ratnikov / shutterstock.com.

07.08.2020 09:51 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Im Juni sind in Deutschland die Auftragseingänge in der Industrie überraschend kräftig um 27,9% M/M gestiegen. Analysten hatten nur mit einem Anstieg um 10% gerechnet. Es zeigt sich, dass die deutsche Industrie nach dem Coronaschock immer mehr an Fahrt gewinnt. Dabei haben die Bestellungen aus dem Inland mit einem Plus von gut 35% merklich stärker zugelegt als diejenigen aus dem Ausland (+22%). Mit Ausnahme des Pharmasektors, der allerdings bisher von der Pandemie kaum betroffen war, sind in allen anderen Branchen die Aufträge zumeist kräftig gewachsen. Trotzdem haben die Aufträge erst ca. 88% ihres Vorkrisenniveaus erreicht.

Anleihen


Deutschland: Exporte (Juni), 8:00 Uhr
Deutschland: Industrieproduktion (Juni), 8:00 Uhr
Frankreich: Industrieproduktion (Juni), 08:45 Uhr
USA: Arbeitsmarktbericht (Juli), 14:30 Uhr

Die Rentenmärkte handeln diese Woche recht volatil: Ein Tag mit Gewinnen folgt einer mit Verlusten. Gestern überwogen die Käufer sicherer Staatsanleihen, so dass die Renditen zurückgingen. Der Goldpreis setzte seine Rekordjagd ungebremst fort und erreichte mit 2.075 US-Dollar je Feinunze eine neue Höchstmarke. Damit betrug der Wertzuwachs seit Jahresbeginn rund 36%. Haupttreiber sind zum einen die Unsicherheit vieler Investoren über die weitere Entwicklung der Coronakrise sowie der Mangel an lukrativen Anlagen aufgrund der Niedrigzinspolitik vieler Zentralbanken, die die Renditen festverzinslicher Wertpapiere auf Rekordtiefs gedrückt haben. Außerdem sorgen wieder zunehmende politische Spannungen zwischen China und den USA für eine nervöse Stimmung an den Finanzmärkten, so dass Gold als klassische Fluchtwährung fungiert. Ein weiterer Treiber sind die hohen Zuflüsse zu börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf Gold. In den USA scheint sich der Arbeitsmarkt leicht zu entspannen: So fielen in der vergangenen Woche die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend deutlich (1,186 Mio. nach 1,453 Mio. in der Vorwoche). Trotzdem befindet sich die Zahl der Erstanträge weiter auf einem hohen Niveau. Nachdem am Donnerstag die Auftragseingänge in der deutschen Industrie im Juni kräftig über Erwartungen angestiegen waren (siehe „Im Blickpunkt“), überraschte heute früh auch die Industrieproduktion positiv. Im Juni betrug der Zuwachs 8,9% gegenüber dem Vormonat. Dies untermauert die Erwartung, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal nach dem Einbruch im zweiten Quartal wieder deutlich zulegt. Trotzdem liegt die Produktion noch 11,7% unter Vorjahr.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Nach dem noch starken Wochenauftakt fehlen den europäischen Aktienbörsen aktuell die Impulse für weitere Kursanstiege. Zwar hatte der Dax 30 im frühen Handel noch den Versuch unternommen, die Marke bei 12.750 Punkten zu überwinden, doch letztendlich überwog bei den Anlegern angesichts weiter steigender Neuinfektionszahlen und der anhaltenden Spannungen zwischen China und den USA die Vorsicht. So konnte relativ kurz vor der Veröffentlichung der wichtigen US-Arbeitsmarktdaten auch die starke Erholung der Auftragseingänge der deutschen Industrie keinen nachhaltigen Rückenwind liefern. In diesem Umfeld stiegen die Aktien von Siemens (+1,6%) nach einem starken Quartalsberichts zwar an, blieben aber letztendlich deutlich unter dem Tageshoch zurück. Bei der Quartalsvorlage von Adidas (+1,9%) überzeugte der zuletzt wieder anziehende Geschäftstrend. Negativ aufgenommen wurde hingegen vor allem der Quartalsbericht von Beiersdorf (-5,6%). Im EUROSTOXX 50 rutschte AXA (-3,5%) trotz eines überzeugenden Ergebnisses ans Indexende. Hier sorgte die ausgefallene Sonderdividende für Enttäuschung. Auf Branchenebene gab es fast nur Verlierer. Lediglich der Industriesektor (+0,2%) konnte leicht zulegen. Auch die Wall Street startete wenig euphorisch. Allerdings drehte hier die Stimmung im weiteren Handelsverlauf und insbesondere die Technologiewerte präsentierten sich wieder in Rekordlaune. So waren die Aktien von Apple (+3,5%) klarer Spitzenreiter im Dow Jones. Auf Branchenebene bestimmten ganz klar Kommunikation (+2,5%) und IT (+1,5%) das Börsengeschehen. Die anderen Sektoren blieben dagegen weit zurück. Die asiatischen Börsen tendieren heute Morgen in der Breite schwächer.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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