Lufthansa: Die „Angst vor der zweiten Welle” bleibt

Die Zahlen der Lufthansa für das zweite Quartal 2020 sind von den Folgen der COVID-19 Pandemie geprägt, die phasenweise den kompletten Passagierflugverkehr lahm legte. Bild und Copyright: PT-lens / shutterstock.com.

Die Zahlen der Lufthansa für das zweite Quartal 2020 sind von den Folgen der COVID-19 Pandemie geprägt, die phasenweise den kompletten Passagierflugverkehr lahm legte. Bild und Copyright: PT-lens / shutterstock.com.

06.08.2020 10:42 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

An der Börse reagieren die Anleger positiv auf die heute von der Lufthansa vorgelegten Quartalszahlen. Zwar kann die Aktie ihr bisheriges Tageshoch bei 8,85 Euro nicht halten und notiert aktuell bei 8,39 Euro, damit aber weiter 2,34 Prozent höher als am Vortag. Schon in den beiden Tagen zuvor gab es deutlichere Kursgewinne bei der Lufthansa Aktie, die sich aus einer charttechnischen Unterstützungszone bei 7,02/7,22 Euro und damit an der Marke oberhalb des Corona-Crashtiefs (7,02 Euro) nach oben absetzen konnte. Mehr dazu im 4investors-Chartcheck zur Lufthansa Aktie.

Die Zahlen der Lufthansa für das zweite Quartal 2020 sind von den Folgen der COVID-19 Pandemie geprägt, die phasenweise den kompletten Passagierflugverkehr lahm legte. Der Umsatz des Luftfahrtunternehmens ist als Folge dessen von 9,58 Milliarden Euro auf nur noch 1,89 Milliarden Euro eingebrochen. Vor Zinsen und Steuern meldet die Lufthansa einen operativen Quartalsverlust von 1,85 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 0,76 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Unter dem Strich wird ein Verlust von 1,49 Milliarden Euro ausgewiesen - je Aktie sind dies 3,12 Euro. Im zweiten Quartal des vergangenen Jahres hatte die Gesellschaft noch 226 Millionen Euro Gewinn erzielt, was je Lufthansa Aktie 0,38 Euro entsprach. Der Free Cashflow liegt mit 1,13 Milliarden Euro im Minus und hat sich damit um mehr als 1,2 Milliarden Euro verringert.

„Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs. Vor 2024 rechnen wir nicht mehr mit einer anhaltenden Rückkehr der Nachfrage auf das Vorkrisenniveau. Insbesondere bei Langstreckenverbindungen wird es keine schnelle Erholung geben. Zwar konnten wir im ersten Halbjahr mit striktem Kostenmanagement sowie Erlösen von Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo gegensteuern. Und wir partizipieren insbesondere mit unseren Privatreiseangeboten der Marken Eurowings und Edelweiss von ersten Erholungstendenzen auf touristischen Strecken. Eine tiefgreifende Restrukturierung bleibt uns dennoch nicht erspart. Wir sind davon überzeugt, dass sich die gesamte Luftfahrt an eine neue Normalität anpassen muss. Die Pandemie bietet unserer Industrie eine einzigartige Gelegenheit zur Neukalibrierung: Das Gewohnte in Frage zu stellen und statt nach „Wachstum um jeden Preis“ zu streben, nachhaltig und verantwortungsvoll Werte zu schaffen”, sagt Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG.


Für die zweite Hälfte des laufenden Jahres rechnet die Lufthansa auf operativer Basis mit einem deutlichen Verlust, auf Gesamtjahresbasis solle das „Adjusted EBIT” deutlich gegenüber 2019 zurück gehen. Konkrete Zahlen zur Prognose nennt das Unternehmen am Donnerstag nicht.

Das Angebot fährt die Lufthansa nach dem zwischenzeitlichen Stillstand im Passagierbereich zwar wieder hoch, derzeit ist man angesichts der weiter grassierenden Pandemie, vor allem in Ländern wie den USA, aber noch weit von der Normalität entfernt: „Im Juli hat der Konzern das Angebot schrittweise auf rund 20 Prozent des Vorjahresniveaus gesteigert, mit Ladefaktoren im europäischen Kurzstreckenverkehr von über 70 Prozent”, so der Konzern. Bis Jahres ende will man rund 95 Prozent der Kurz- und Mittelstreckenziele und rund 70 Prozent der Langstreckenziele wieder anfliegen. Zumindest sofern die COVID-19 Pandemie sich nicht wieder verschlimmert. Die „Angst vor der zweiten Welle” bleibt.

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