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Wie gut verstehen die Börsen Covid-19? - DWS Kolumne

Für die Anleger am Aktienmarkt scheinen in der aktuellen Covid-19 Pandemie nicht die Zahl der Erkrankten, sondern die wirtschaftlichen Aussichten relevant zu sein. Bild und Copyright: Stuart Monk / shutterstock.com.

Für die Anleger am Aktienmarkt scheinen in der aktuellen Covid-19 Pandemie nicht die Zahl der Erkrankten, sondern die wirtschaftlichen Aussichten relevant zu sein. Bild und Copyright: Stuart Monk / shutterstock.com.

02.08.2020 13:15 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Das Kursmuster der europäischen Aktienmärkte erinnert stark an Asiens Börsen nach dem SARS-Ausbruch. Das stimmt nur bedingt zuversichtlich. Wie kann es sein, dass die Aktienmärkte trotz steigender Covid-19-Infektionszahlen zu neuen Gipfelstürmen ansetzen? Diese Frage haben wir uns erstmals bereits vor gut fünf Monaten gestellt. Mitte Februar – China hatte gerade die Zahl der gemeldeten Fälle um 14.800 nach oben revidiert – erreichten viele Aktienindizes neue Höchststände. Als Anhaltspunkt für die Entwicklung warfen wir damals einen Blick zurück in das Jahr 2003 und den seinerzeitigen Ausbruch von Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) (siehe Chart der Woche, Stand 14.02.2020). Obwohl wir zur Vorsicht rieten, überstieg das gesamte Ausmaß der Pandemie sowie der damit verbundenen wirtschaftlichen Schäden unsere Vorstellungskraft. Dennoch haben sich die Märkte seit ihrem Tiefpunkt im März wieder schön erholen können. Wie sieht diese Entwicklung im Lichte der Covid-19-Fallzahlen aus?

Obwohl im Ausmaß um ein Vielfaches schwerwiegender als beim seinerzeitigen SARS-Ausbruch, so ist dennoch eine frappierende Ähnlichkeit im Muster zu erkennen. An westlichen Börsen begann der scharfe Abverkauf gut zwei Wochen vor dem starken Anstieg der Infektionszahlen, wie unser „Chart der Woche” anhand der europäischen Aktienmärkte (MSCI EMU Index) zeigt. Den Tiefpunkt fanden Aktien etwa eine Woche bevor die Zahl der entdeckten täglichen Neuansteckungen ihren Höhepunkt erreichte.

Nun könnte man den Märkten aus dieser Perspektive eine hervorragende Einschätzung der Pandemieentwicklung attestieren, auch wenn der Vorlauf nur ein paar Tage beträgt. Wir wären mit dieser Einschätzung etwas vorsichtig: Für Märkte scheinen nicht die Zahl der Erkrankten, sondern die wirtschaftlichen Aussichten relevant zu sein. Dafür, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten wieder stabilisiert haben, ist wohl weniger der medizinische Fortschritt verantwortlich, sondern schon eher die massiven wirtschaftlichen Stimulusprogramme von Fiskal- und Geldpolitik. Das zeigt nicht zuletzt ein Blick auf die Erkrankungszahlen in den USA. Bisher hat auch in Europa der aktuell zu beobachtende Anstieg an Neuinfektionen die Märkte nicht sehr beeindruckt. Bei weiteren Krankheitswellen könnte sich das aber rasch wieder ändern. Immerhin ist SARS seinerzeit aus bisher ungeklärten Gründen wieder gänzlich verschwunden. Bei der aktuellen Pandemie ist dagegen weltweit kein Ende in Sicht.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der DWS. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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